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Im deutschen Reich · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. 27

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Article
Vom nationaldeutschen Juden
Date
1921-01-01
Page
27 (sequence 2)
Language
German
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,Vorn nationaldeutschen Juden' will Zu verstehen geben, daß mich wohl persönlicher Ehrgeiz verleitet, ein „neues Grüppchen" um mich zu sammeln. Ich glaube, daß mich diese Vorwürfe nicht treffen. Von den vielen Schriften, die seit Löwenfelds vortrefflichem und damals durchaus zeitgemäßem Aufsatz „Schutzjuden oder Staatsbürger" im Sinne des Centralvereins entstanden sind, habe ich einen großen Teil, wenn auch vielleicht nicht alle, gelesen. Und ich weiß Zehr wohl, daß in diesen Schriften schon mancherlei von den Gedanken, denen ich nochmals in knappster Form Ausdruck zu geben versucht habe, ausgesprochen ist, zum Teil in meisterhafter Prägung. Aber mir scheint, daß mich dies nicht abzuhalten brauchte und nicht einmal abhalten durste, das gleiche nochmals Zu sagen. Eugen Fuchs geht so wenig wie ich auf rein wissenschaftliche Erkenntnisse aus. Unser beider Streben zielt aus praktische Wirkung. Was wir als richtig erkannt haben, wollen wir dem deutschen Volke, Juden und Nichtjuden, einhämmern, bis es Gemeingut aller Denkenden geworden ist. Hätte schon'Fuchs dieses Ziel erreicht, so wäre ich freilich ein Narr, der sich aus den Markt stellt, um zu predigen, daß der Schnee weiß \\t Aber die Wirklichkeit steht leider anders aus. Seit 27 Jahren kämpft der Centralverein, kämpfen Eugen Fuchs und die Verfasser „ähnlicher Schriften" gegen das, was sie mit dem Sammelwort Antisemitismus bezeichnen. Was ist der Erfolg? Gewiß, in der staatsbürgerlichen Stellung der Juden hat sich 'nach außen hin einiges gebessert. Wir haben ein paar jüdische Regierungsräte und noch höhere Würdenträger. Aber das, worauf es aulommt, die Gesinnung der nichtjüdischen Umwelt, hat sich nicht gewandelt, jedenfalls nicht zum Besseren. Der Antisemitismus ist stärker als je, und sein sinnloses Sinnbild, das Hakenkreuz, starrt uns allerorten entgegen. Darf man in solcher Lage denjenigen tadeln, der in eindringlicher und aus starke Wirkung berechneter Form noch einmal sagt, was schon andere vor ihm ohne Wirkung gesagt haben? Aber der Verfasser der Zeitschau wird mir wohl auch nicht ganz gerecht, wenn er meint, daß der Gedankeninhalt meiner Schrift sich in solchen Wiederholungen erschöpfe. Um ihn eingehend zu widerlegen, müßte ich die ganze Broschüre, die schon selbst den gewaltigen Stofs in skizzenhaft knappste Form Zusammendrängt, hierhersetzen. Mag der Leser, der aus erster statt aus zweiter Hand unterrichtet sein will, die 24 Seiten des Heftchens selbst durchblättern. Nur ein einziger Punkt sei hier herausgegriffen, weil von ihm ein Helles Licht auf das ganze Problem fällt. Eugen Fuchs und seine Freunde führen den Kampf mit zwei Fronten. Sie bekämpfen einmal den von ihn'en sogenannten Antisemitismus und schießen auch hier nach meiner Ansicht am Ziel vorbei; aber das ist ein eigenes Kapitel. Zum zweiten führen sie den Kamps nach innen gegen diejenigen Juden, die sich nicht willig in die von ihnen erstrebte Einheitsfront einordnen wollen. Als solche Eigenbrötler betrachteten sie bisher ausschließlich die Zionisten und Jüdischnationalen. Sie werden in Zukunft auch mich und mein „Grüppchen", dessen Größe sie nicht unterschätzen sollten, zu ihnen zählen müssen.

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