Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1920)
- Article
- Bamberger [Nachricht] / L. H.
- Date
- 1920-12-01
- Page
- 399 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Personals — Bücherschau 399 Personatta. Der langjährige Vorsitzende der Ortsgruppe Hanau Herr Rabbiner Dr. Bamberger,' i st u n e r w artetdahingeschieden. Wir verlieren in dein Toten einen langjährigen treuen Mitarbeiter, der sich mit seiner ganzen Persönlichkeit, mit hoch st em Idealismus, für unsere Sache eingesetzt hat. Bamberger war mit der Idee und der Tätigkeit des Centralvereins aus das innigste verknüpft. Vor no'd) n i ch t allzu langer Zeit erklärte er dem Schreiber dieser Zeilen, daß der Centralverein ein Stück seiner selb st sei. Seiner -Arbeit, die von echt jüdischem Geist getragen war, werdenwir ein st etes Andenken bewahren. L. H. Am 29. Oktober starb im 83. Lebensjahre Herr Lehrer a. D. Ferdinand Eppstein in. Hoppstädten. Mit ihm ist einer der ältesten, treuesten und unermüdlichsten Mitarbeiter des Central-Vereins dahingegangen. Mit glühender Begeisterung ist er einstmals als einer der ersten int Kampfe um unsere gerechte Sache ausgetreten. Er hat die Fahne, die er ergriffen hat, nicht aus seiner Hand gelassen, bis der Tod ihn niederwars. In unseren Reihen wird sein Name fortleben, als der eines unserer Besten unvergessen bleiben. Am 23. Oktober verschied das langjährige Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe Marburg, Herr Justizrat Goldberg. Wir werden dem treuen und eifrigen Mitarbeiter allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Bucherfcha«. Jüdische Geheimgesetze? Von D. Dr. Hermann L. Strack, Professor der Theologie, Berlin. Verlag C. A. Schwetschke & Sohn, Berlin. Preis brosch. 2,50 M. Der Altmeister der christlichen Talmudkenner hat uns in seinem letzten Buche „Jüdische Geheimgesetzck?" (D. Dr. Hermann L. Strack, Professor an der Universität Berlin, Geheimer Konsistorialrat, Berlin 1920, C. A. Schwetschke & Sohn) eine Schrift geschenkt, die weit über das Maß ihres Umfanges hinaus Bedeutung har. Sie ist durch ihre Fülle von Material, wie durch ihre strenge' Wissenschaftlichkeit in hohem Matze geeignet, bei der Abwehr der immer neu ihr Haupt erhebenden Hydra wahnwitziger antisemitischer Beschuldigungen unschätzbare Dienste zu leisten. Die Geheimhaltung der jüdischen Gesetzbücher, die unsere Gegner jedesmal als Fiktion benutzen, wenn sie mit „Enthüllungen" und „Lichtstrahlen" das geistige Dunkel des Volkes sich zu verdichten bemühen, wird von Strack, aus eingehende Unterlagen gestützt, im Anfänge seiner Sch!rift schlagend widerlegt. Es gibt weder „jüdische Geheimgesetze", noch ist den Juden Geheimhaltung geboten; da eine solche auch unmöglich wäre, habe man sich bei den Juden auch nie darum bemüht. Mit den Beschuldigungen über Scbulchan-Aruch und den Blutmärchen räumt der Verfasser ebenso scharf wie geschickt auf. Einen besonderen Vorzug der Schrift stellt es dar, Latz der Verfasser in ihrem besonderen Teil aus die von antisemitischer Seite in letzter Zeit herausgegebenen Schmähschriften genauer eingeht. Rohling und sein „Talmudjude", Ecker, Dr. Justus' „Judenspiegel", sie alle werden unter die Lupe des wahren Wissenschafters genommen, und was da von ihnen übrigbleibt, ist lächerliche Unwissenheit. Was Strack über Dr. Justus, Aron Briemann und seine Beziehung zu Ecker schreibt, liest sich wie ein Witz. Besonders liebevoll nimmt sich der Verfasser Dinters „Sünde wider das Blut" an. Jeder, der weiß, welch unheilvolle Wirkung dies Buch selbst in gebildeten christlichen Kreisen gehabt hat, wird Strack hierfür besonders dankbar sein. Dieses Machwerk, dessen Zweck „die Bekämpfung der Mischehen zwischen Deutschen und Juden und die Bekämpfung des übermächtigen Einflusses der Juden in Deutschland auf Presse, Handel und Volksleben" überhaupt ist, wird von Strack als eine Sünde gegen Kunst, Wissenschaft und Vaterland bezeichnet. Strack zeigt uns den Kunstwert des Buches, in dem der deutsche Held, der den „prositgierigen Judengott" schmäht (eine gotteslästerliche Aeußerung. die Strack als christlicher Theologe aufs schärfste rügt), sich nach der eigenen Schilderung Dinters als ein Schurke darstellt. Herrn „Dr." Dinter wird bescheinigt, daß er „sündhaft unwissend" sei (Seite 27), ein Mann, „der nicht einmal versteht, was er abschreibt" (S. 29).. Was aber wohl auch Strack üm schlimmsten erscheint, das ist die Sünde gegen das Vaterland. „Und ich erkläre den unchristlichen Haß, den A. Dinter verbreitet, auch hier als verderblich gegen unser Vaterland. Ich weiß, daß dieses Treiben das Ansehen Deutschlands im Auslande auch in solchen Kreisen, deren Denken und Fühlen für uns nicht gleichgültig sein kann, sehr geschädigt hat. Hunnen werden die Deutschen auch deshalb genannt, weil sie als Antisemiten gelten." Im engsten geistigen Zusammenhangs mit Dinter stehen „Die Weisen von Zion". . Es ist wohltuend, nach .den Phrafenwust der antisemitischen Presse in diesem Buche Stracks gründliche und sehr treffende Abfuhr zu sehen.