Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1920)
- Article
- Verbot des Tragens von Hakenkreuzen in den höheren Schulen
- Date
- 1920-12-01
- Page
- 398 (sequence 2)
- Language
- German
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308 Im deutschen Reich U. II Nr. 1652. Berlin W 8, den 8. November 1920. Von einer großen Anzahl Schüler wird heute das Hakenkreuz als Abzeichen getragen. Leider mußte in vielen -Fällen sestgestellt werveu, daß durch das Tragen des Hakenkreuzes das gute Einvernehmen zwischen den Schülern empfindlich gestört wurde. Ich bestimme daher: Auch das Hakenkreuz ist als Abzeichen im Sinne der Ziffer 3 des Runderlasses vom 14. November 1919 — II. II Nr. 2323 — anzusehen. Die Provinzialschulkollegien und Regierungen wollen die Leiter und Leiterinnen der sämtlichen ihnen unterstellten Lehranstalten bzw. die Kreisschulräte hiernach mit Weisung versehen. Deutsch-völkischer Jugendbund. Verschiedene Ortsgruppen des „Deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbundes" gründen neuerdings Jugendgruppen, die sich als „Deutsch-völkischer Jugendbund" bezeichnen. So wird uns die Gründung eines solchen Jugendbundes aus Weimar gemeldet. Wir bitten unsere Ortsgruppen, uns Mitteilung zu machen, sobald in ihrem Bezirk gleiche Gründungen stattfinden. > Die Hausabank Schlesien. Nachdem in Berlin und Münchenantisemitische Bankgründungen vorgenommen wurden, ist eine gleiche Gründung in Breslau erfolgt. Die „Breslauer Zeitung" vom 12. Oktober Nr. 514 berichtet das Folgende dazu: „Die Hansabank Schlesien e. G.m. b. H. ist am Sonntag, der „Schles. Volkszeitung"' zufolge, von einer Anzahl einflußreicher christlicher Kaufleute und Intellektueller in der Matthiaskunst zu Breslau gegründet worden. Die Hansabanken, von denen schon etliche im Deutschen Reiche bestehen, sollen, dem erwähnten Blatt zufolge, Konzentrierung von Kapital zum Zweck einer produktiv-nutzbringenden Förderung des im Wirtschaftsleben auffallend benachteiligten christlichen Volksteils bezwecken, damit dieser in die Lage versetzt werde, möglichst viele finanziell gesunde mittelständische Existenzen zu erhalten und hervorzubringen." ' Antisemiten. Die Schürzen- und Wäschefabrik Carl Ludwigs in Ellrich am Harz schreibt an eine jüdische Firma auf eine Zahlungsaufforderung: *„Sie sind der erste, der mich mit Klage droht, und noch dazu ein Jude." h) Nachrichten ans dern Ziidrschen Leben. Lage in Palästina. Die „Mitteilungen: des Bundes der A s i e n k ä m p f e r" brachten in ihrer Nummer vom 11. November eine Darstellung über die Lage in Palästina, die mit den zionistischen Veröffentlichungen in Widerspruch stand. Durch ein Versehen eines Hilfsarbeiters ist diese Schilderung in das „Berliner Tageblatt" gelangt und dort in der Morgenausgabe vom 2o. November veröffentlicht worden, überdies in einer Form, als ob sie von uns ansginge. Die Abendausgabe des Blattes vom gleichen Tage brachte die von uns eingesandte Richtigstellung. Wir bedauern diesen Vorfall außerordentlich und nehmen gern Veranlassung, auch an dieser Stelle unserem Bedauern Ausdruck zu geben Die „Tägliche Rundschau" Nr. 465 schreibt: „Das Rothschildsche Welthaus, welches ursprünglich seinen Stammsitz in Frankfurt a. M. hatte und sich seit langen Zeiten durch Zweige der Familie in London, Paris und Wien betätigte, wird jetzt in Deutschland wieder aufleben und in Berlin Boden fassen. Die von der Baronin Willi von Rothschild abstammende Familie von G o l d s ch m i d t - R o t h s ch i l d wird einen Enkel der genannten Baronin nach Berlin entsenden, der in das hiesige, als überaus rührig bekannte Bankhaus A. F a l k e u b u r g e r als Teilhaber eiutritt. Alsdann wird dieses Bankhaus seine Firma in „v o n Goldschmidt- Rothschild" ändern." _