Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1920)
- Article
- Königsberg [Nachricht]
- Date
- 1920-12-01
- Page
- 395 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BrreinstlllchrichtW 385 Vereinsnachrichte«. Die Ortsgruppe Königsberg veranstaltete LM 4. November eine öffentliche Versammlung unter Leiturkg des HauptvorstanLsmitgliedes Geheimrat Falkenheim. Die Zusammensetzung der Zuhörerschaft ans Mitgliedern aller Karteien brachte es mit sich, daß die Veranstaltung einen dramatischen Verlaus nahm. Der Syndikus des Central-Vereins, Dr. Holländer, sprach über das Thema „Zur Juden frage". Zn welchen Widersinnigkeiten die konsequente Durchführung dieser Idee führt, zeigen die l etzten Ereignisse der deutschnationalen VoLkspartei. Eine interessante Parallele bestehe zwischen den Anschuldigungen, die die Antisemiten gegen die Juden und denen, diedas Ausland gegen die Deutschen erhoben. Die Rassefrage erweise sich bei eingehender Untersuchung in der Fragestellung der Antisemiten altz unsinnig. Nationalgefübl und Nationalismus sind leider für viele identische Begriffe geworden. Verallgemeinerungen und offenbare Böswilligkeiten versuchten alles den Juden anzuhängen, was irgendwie vom Karteistandpunkt gegen sie aussuschlachten wäre. Gerade die Deutschnationalen sollten daran denken, daß der wissenschaftliche Begründer ihrer Weltanschauung ein Jude gewesen sei. Ebenso wie bei der Masurenabstimmung würden sie auch bei der noch bevorstehenden Abstimmung in Oberfchlefien ihren Mann stehen. In überlegener Weife zerpflückte der Redner das Märchen von den jüdischen Geheimgesehen, das Phantasiegefpinst der „Weisen von Zion" und Dinters - „Sünde wider das Blut", wobei er auf die kürzlich erschienene Strallsche Broschüre „Jüdische Geheimgesetze" Bezug nahm. Gerechtigkeit sollte Las einzige Moment Lei der Beurteilung der JuLenfrage fein. Als erster Diskussionsredner kam ein Alldeutscher zu Worte, Lessen Ausführungen, die grob entgleisten, einen Entrüstungssturm hervorriefen. Im weiteren Verlauf der Debatte kamen Vertreter der erschienenen Karteien zu. Worte. Das Schlußwort Dr. Holländers stellte Jrrtümer der Diskussionsredner richtig und zog das Resümee des Abends. DelegiertentLgKVL des Landesverbandes Ostpreußen am Sonntag, den 7. ÄiovemSer 1920 m Allenstern. Anläßlich der Anwesenheit des Herrn Dr. Holländer-Berlin im Be^ zir! des Landesverbandes Ostpreußen hielt der letztere in den Räumen des „Jüdischen Gemeindehauses" in Al lenste in eine von etwa 40 Delegierten beschickte Tagung ab. Die Versammlung stand unter der Leitung des 1. Vorsitzenden des Verbandes, Herrn Sanitätsrat Dr. Pollnow- Königsberg, der die zahlreich erschienenen Delegierten warm begrüßte. Die umfangreichen Beratungen bsschäftigten sich vornehmlich mit der Frage der Finanzierung des Landesverbandes, der Zusammenarbeit der Ortsgruppen mit demselben und ferner mit der Vorbereitung des für Ostpreußen bevorstehenden. Wahlkampfes. Nach einem Bericht über die Tätigkeit des Landesverbandes seit der letzten Delegiertentagung im Mai 1920, erstattet von dem Syndikus Referendar Rosenhain, hielt der erste Syndikus des Vereins, Herr Dr. Ludwig Holländer, das Hauptreferat, in dem er eine Uebersicht über die allgemeine politische Lage, unsere Stellung zu den politischen Parteien und einen Ueberblick über die Verhandlungen auf der Hauptvorstandssitzung des Central- Vereins in Berlin gab. Die rege Beteiligung des Landesverbandes, der nunmehr 11 Ortsgruppen und eine Bezirksgrnppe mit insgesamt etwa 60 Vertrauensleuten umfaßt, läßt erwarten, daß sich die Centralvereinsarbeit hier in Ostpreußen während der kommenden Mahlzeit fruchtbar gestalten wird. Um das Gelingen der Veranstaltung machte sich die Ortsgruppe Allenstern und insbesondere ihr erster Vorsitzender, Herr Dr. Wolffheim, verdient. Ort Datum Name %§emar Gründung, Wahlen, Mitgl.-Werbg. Vrreg 11. 9. Doz. Dr. Lewkowitz „Der Antisemitismus u. deff.Rb- : wehr." Neuwahl deS Vorstandes:; Vors. R.-A. Dr. Danziger, stell- : vertr. Vors. Herr Hülsen, Schriftführer Herr Stern, Beisitzer Herr Rrrppin, Herr Preiß, Frau Böhm und Frau Gadiel. Zwribrücken 4.10.! i; Rechtsanwalt Dr. Kehr- Kaiserslautern „Das Gebot der Stunde." Grün-! düng einer Ortsgruppe. (Vergl. i Äon.-Heft unserer Zeitschrift.) l i. Vors. Rechtsanwalt B. Kahn, i stellvertr. Bors. S. Löb, Schatz-! meister G. Weil, Schriftführer j S. Freundlich, Beisitzer die { Damen Blumenthal und Jean! sowie Kaufmann Oppenheimer.