Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 11 (November 1920)
- Article
- Kriegsgedenkbuch [Rezension]
- Date
- 1920-11-01
- Page
- 363 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Bücherschau 368 zuMUten, sondern ich glaube, daß ich das aus Gründen der Selbstachtukg, Eurer Achtung und mit Rücksicht auf das Judentum nicht tun darf." Sein Verhältnis zur Mannschaft schildert Richard Friedmann am 8. Februar 1916: „Aber wenn ich von meinen Leuten spreche, wird mir's anders um Herz.ich fühle mich aufs engste mit ihnen verwachsen und bin stolz, sie vor dem Feinde zu führen. Was die Frage nach dem Respekt der Mannschaften vor den jungen Leutnants anlangt, so bemerke sch: es gibt auch alte Esel und Feiglinge. ..... Auch ich habe vor 3 Monaten nicht ohne Zagen meinen Posten angetreten, zumal die Leute damals aus dem Hexenkessel von Tahure zurückkamen. Heute ist mir nicht mehr bange. — Ich weiß, daß ich mir das volle Vertrauen meiner Mannschaften errungen habe. Seiner Mutter schreibt Fritz Oppenheimer am 10. Dezember 1914: „Und sieh' doch, liebes Mutter!, für was ich mein Leben aufs Spie! setze! Nicht nur ich, noch viele, viele andere junge Leute! Nicht nur, daß wir Misere geliebte Heimat, den Frieden für unsere Lieben, des Vaterlandes Ehre schützen, nein, ich und alle Juden im Heere haben« eine größere Aufgabe. Wir müssen die Ehre des Judentums bewahren, müffen den andern, zeigen, daß auch wir einen Begriff von Ehre und Ehrgeiz haben, müffen ihnen zeigen, daß wir Juden auch Männer sind und keine Feiglinge. . , Ich denke nur an drei Sachen, wenn ich nächtelang wachend im Schützengraben liege: an Dich und an die Lieben zu Haufe, an die stille, glückliche Häuslichkeit, die ich schon im fernen Auslande immer entbehrte und zu der mich der Himmel zurückführen wird, an die Jahre des Friedens, die ich in oberflächlichem Glück verbrachte, an meine herrlichen Reisen, an all die schönen Zeiten, die glücklichen Stunden, die ich schon erlebt." Mit einem Ausblick, den ein Brief Justin Bonnes, vom Mai 1918 an seinen Vater gerichtet, enthält, sei diese Besprechung abgeschlossen: Nachdem er von den schweren antisemitischen Ausschreitungen in Galizien, Beßarabien und Rußland gesprochen, schließt er: „In ganz Rußland leitet man anscheinend die Volkswut gerne mit den Mitteln des alten Regime ab, und in Deutschland .... geschieht vieles hinter den Kulissen. So böte sich uns ein Bild mit wenig erfreulichem Ausblick, wenn nicht allseitig Judentum und Judenheit allen Angriffen zum Trotz erstarken würden. Solange die moderne Kultur- Welt sich noch brudermorderisch zerfleischt, deucht mich, sie hätte noch allerhand von jüdischer Anschauung und jüdischem Sittengesetz zu lernen. . . Bei der Redaktion eingegangen: &&§ Paradies des Urmenschen, von Dr. O. Hauser. Mit 18 Bildertaseln. Hoffrrrarm und Campe Verlag. Hamburg-Berlin. Menschheitswerte und Völkerbund. Fünf Preisarbeiten von Reinhold Schmidt, Felix Halle. August Messer, L. Barthel, Emil Cohn. Herausgegeben von der Moritz- Mannheimer-Siistung der Großloge für Deutschland. Verlag Friedrich Andreas Perthes A.-G.. Gotha 1920. G-xnndrrß der GesamtUMenschaft des Judentums. Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und in der Neuzeit, von Georg Caro. Band II. Leipzig, Buchhandlung Gustav Fock, ,G. m. b. H. 1919. Dss Geheimnis der Sprache. Aus Hohem und. Tiefen der Ausdrucksformen, von Alexander MoszlowslL. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg-Berlin 1929. Borfteherrve Bürger find m beziehen durch Philo Verlag und Buchhandlung G. m. b. H., Berlin SW 68, LinÄerrstrahe 18. Dieser Nummer liegt ein Katalog der Wirk- und Strickwareuklinik »Angelieus" bei. ' _Schluß der Redaktion 29. Oktober 1920._ Verantwortlich f. Redaktion, Verlag u. Inserate: Dr. Kurt Alexander, Berlin SW 68. Rotationsdruck: Möller LBorel Berlin SW 68.