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Im deutschen Reich · 1920-11-01 · Heft 11 (November 1920) · p. 361

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 11 (November 1920)
Article
In Bamberg [Nachricht]
Date
1920-11-01
Page
361 (sequence 1)
Language
German
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Veranstaltungen — Bücherschau 361 Irr Bamberg wurden am Versöhnungstage zur dauernden Erinnerung an die im Weltkriege gefallenen Bamberger Juden zwei eherne Gedenktafeln, die am Eingang der Synagoge angebracht waren, eingeweiht. . Rabbiner Dr. Eckstein hielt eine zu Herzen gehende Ansprache, Chorgesang und Gebet beendeten den feierlichen Akt. In Rheydt wurde nach einer Meldung der „Rheydter Zeitung" vom 11. Oktober auf dem i s r a e l i t i s ch e n F r i e d h o f ein Kriegerd e n k m a l für die Gefallenen der Rheydter israelitischen Gemeinde einaeweiht. Als Vertreter der Stadtverwaltung war Ür. Pagenstatter anwesend. Rabbiner vr. Klein aus Düsseldorf hielt die Weiherede. Veranstaltungen. Der „Deutsch-Israelitische Gemeindebrmd" bittet um Aufnahme folgender Notiz: „Seitens der Großgemeinden ist der Wunsch geäußert worden, vor dem Zusammentritt des Gemeindetages mit dem Ausschüsse des D.J.G.B. über die einzelnen Fragen der Gesamtorganisation noch einmal zu verhandeln. Da der Ausschuß den größten Wert, darauf legt, alle möglichen Differenzpunkte vorher zu klären und insbesondere mit den Großgemeinden zu einer -restlosen Verständigung zu gelangen, hat er der Anregung Folge gegeben und beschlossen, den auf den 17. November d. I. anberamnten Gemeindetag zu vertagen. Als neuer Termin des Gemeindetages' ist der 23. und evtl. 24. Januar in Aussicht genommen." Bncherschan. Hermann Popert: Tagebuch eines Sehenden. — Verlag Janfsen, Hamburg. Preis etwa 12 Mark. Hermann Popert, der bekannte Verfasser von „HelmuLh Harringa" und langjährige Herausgeber des „Vortrupp", in dem er während der Kriegsjahre unter dem Decknamen „Fidelis" einige interessante politische Aufsätze veröffentlichte, die, wie es im alten Deutschland nicht anders sein konnte, zum Verbot dieses Blattes führten, hat nunmehr seine Tagebuch-Aufzeichnungen von 1914/18 als „Tagebuch eines Sehenden" veröffentlicht. Tagebuch-Aufzeichnungen, Kriegserinnerungen, Revolutionserinneruugen, Kriegsbriefe u. a. m. werden in letzter Zeit trotz Papiernot und hoher Druckkosten etwas reichlich der OeffentlichkeiL übergeben. Um Hermann PoperLs Buch im Vergleich mit anderen bewerten zu können, müßte man alle Neuerscheinungen auf diesem Gebiete kennen, wozu die Kraft und Zeit des einzelnen kaum ausreichen dürsten. Es sei daher Hermann PoperLs Buch von sich aus betrachtet und zunächst einmal festgestellt, daß es anderen Neuerscheinungen gegenüber zweifellos das voraus hat, daß es eine lückenlose Veröffentlichung seines Tagebuches ohne Zusätze und Streichungen darstellt. Wir haben keinen Grund, an dieser Versicherung PoperLs zu zweifeln. Hierin liegt der unbestreitbare Wert des Buches. Wir sehen Popert das unglaubliche Verhalten der Alldeutschen geißeln, die alles, was nicht nationalistisch und annexionistisch ist, als „alljüdisch" bezeichnen, und hören im Anschluß daran seine bekannte Behauptung, daß in logischer Folge dieser alldeutschen Ideen „alljüdisch" ein Ehrenname sein müsse, was ihm so viele Angriffe und Verdächtigungen eingetragen hat. Im Rahmen dieser Besprechung kann nicht alles angedeutet werden, was uns Popert in seinem Büchlein an Anregungen gibt. Lesenswert ist das Buch für den Aelteren zum Vergleiche mit eigener Ansicht während der Kriegsjahre, für den Jüngeren als inter-

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