Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 11 (November 1920)
- Article
- Deutschnationale Judenreinigung
- Date
- 1920-11-01
- Page
- 358 (sequence 2)
- Language
- German
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353 Im deutschen Reich wurde angenommen. Ebenso wurde in der Judenfrage ein schärferes Vorgehen, verlangt und beschlossen, daß kein Jude, Judenabkommling und mit Juden Verwandter ein Parteiamt bekleiden dürfe. Kandidatur Kunze in SchlesrmZ-Hslstem. Nach einer Mitteilung der „Kieler Neuesten Nachrichten" vom 10. September wurde an einem in Kiel stattgesundeuen Vortragsabend des Herrn Kunze einstimmig die.. Entschließung gefaßt, daß bei den kommenden Wahlen Herr Richard Kunze an aussichtsreicher Stelle zum Reichstag kandidieren soll, und zwar, falls eine Einigung mit einer anderen Partei nicht zustande kommt, auf eigener Liste. In der gleichen Versammlung wurde die Gründung eines deutschvolkschen Turnvereins in Kiel beschlossen. Die Emstem-Gegner. Die „Freiheit" vom 4. 9. 20 (Morgenausgabe) veröffentlichte den nachfolgend aögedruckteu Brief, den'Paul Weyland, der Regisseur der Einsteinhetze, am 23. Juli an einen hervorragenden Physiker gerichtet hat: „Sehr geehrter Herr Professor! Nachdem die ernsthafte exakte Wissenschaft nunmehr einhellig zur Ablehnung der Einsteinschen Forschung gelangte, wird geplant, auch der gebildeten Laienwelt gegenüber mit Gegengründen zu kommen, nachdem sie lange genug mit Einsteinschen Ideen bis zum Erbrechen gefüttert ist. Ich frage als Schristwart der Einstein- Gegner an, ob Sie gewillt sind, sich an den Vorträgen gegen Einstein zu beteiligen, und könnte ich Ihnen unter dieser Voraussetzung nach Erhalt Ihrer Zusage mit weiteren Details dienen. Ich erbitte der Eiligkeit halber Drahtantwort. Geschäftlich dürste bei der Sache ein Gewinn von 10 bis 15 000 Mark für Sie herauskommen. In ausgezeichneter Hoch-' achtung sehr ergebenst Weyland." — Kommentar erübrigt sich! Hakenkreuzerlaß. Die „Kreuzzeitung" veröffentlicht einen Erlaß des Provinzialschulkollegiums der Provinz Sachsen, der folgenden Wortlaut hat: ' - „Es i)i uns bekannt geworden, daß in der letzten Zeit das Hakenkreuz vielfach zu politischen antisemitischen Kundgebungen benutzt wird. Um den inneren Frieden in der Schule nicht zu gefährden, veranlassen wir Sie daher, unter Hinweis aus den Erlaß vom 14. 11. 1919 XL III/2323, den Schülern bzw. Schülerinnen der Ihnen unterstellten Anstalt das Tragen von Hakenkreuzen in der Schule und das Bemalen von Gegenständen mit diesem Abzeichen zu verbieten. Zuwiderhandlungen werden streng bestraft." gez. Waßner. Die Zeitschrist „Aus gut Deutsch", Herausgeber Dietrich Eckart, die sich. vornehmlich -antisemitisch betätigt, hatte in ihrer Nummer 44/45 vom 30. Dezember 1919 einen Artikel unter der Ueberfchrift „D a s Nest" gebracht. Dieser-Artikel enthielt neben den bis zum Ueberdruß widerlegten antisemitischer Verleumdungen angebliche Aeußetungen b e s Vorsitzenden unserer Ortsgruppe M ün Herr, Herrn Dr. Baron, di e dieser in einer Versammlung des C e n t r a l - V e r e i n s gemacht haben soll. Mit der gleichen AngelegenlM beschäftigte sich auch ein Artikel Berichtigungen" in Nr. 7 der Zeitschrift „Aus gut Deutsch". Die Pri'v-atcklage des Herrn vr. Fritz Baron, die vor dem Amtsgericht München verhandelt wurde, endigte mit einem Vergleich, b e n w i r auszugsweise hier wiedergeben: I. Herr Dietrich Eckart erklärt: Auf Grund der in der Hauptverhand- Lung gemachten Zeugenaussagen sehe ich'mich veranlaßt anzuerkennen,