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Im deutschen Reich · 1920-11-01 · Heft 11 (November 1920) · p. 357

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 11 (November 1920)
Article
Antisemitische Heerschau
Date
1920-11-01
Page
357 (sequence 2)
Language
German
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Vermischtes 357 Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes, General von Liebert, Or. Tempel-Darmstadt, Wolzogen-Bahreuth, Verlagsbuchhändler Lüdtke-Berlin, Pros. Gebhardt-Friedberg und Schmidt-Giebichenfels. Bei der Beratung der Satzungen wurde bestimmt, daß Mitglied nur „jeder Deutsche echter Prägung" werden könne und daß der jeweilige Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes im Vorstand 'Sitz und Stimme haben müsse. Aus einen Zuruf „Judenmeute" erklärt Prof. Schemann, daß bis jetzt nur einige Juden seine Mitarbeiter seien, denen er aber nicht das geringste nachsagen könne und die er sehr hochschätze; die übrigen Juden würden sich ohnehinder Vereinigung f^rnhalten. Die verhältnismäßig hohe Beitragssorderung, 10, 20, 50, 100 M., wurde als unbedenklich angesehen, weil die Vereinigung die „aristokratische Form des Schutz- und Trutzbunbes darstelle". Es befielst demnach nicht der leiseste Zweifel, daß in der neuesten Goöineau-Vereinigung ein Ableger des Alldeutschen Verbandes und damit eine Institution des feinsten Antisemitismus zu erblicken ist. Eine neue geistige Kampforganisation ist damit auf den Plan getreten. Der „Deutsche Tag" (1. Delegiertentagung des DeuLschvölkischen Schutz- und Trutzbundes) fand vom 1. bis 3. Oktober in Weimar statt. Profess orWerner - Butzbach (früher. Gießen) sprach über „d e n deutschvölkischen Gedanken und die politischen Parteien". Er führte aus, daß der deutschvölkische Gedanke mit früherem Antisemitismus wenig gemein habe, da er von der Verneinung des Judentums ausgehe. Nur der deutschvölkische Schutz- und Trutzbund könne im politischen Kampf der Zukunft der.Führer sein, aber er wolle nur mit den Waffen -der Wissenschaft und der Reinheit kämpfen. Das Anwachsen der völkischen Bewegung lasse für die Zukunft das beste hoffen. — Professor Adolf Bartels beklagte sich inseinem Referat über „deutsches 'S ch r i f t t u nt", über den verderblichen Einfluß der Juden in Kunst, und Literatur. Die jüdische Presse müsse als solche gekennzeichnet werden. ■*— A m t s g e r i ch t s r a t Wagemann-Bochum vertrat in seinem Referat „Deutsches Rech t" die Ansicht, daß der orientalische Geist aus unserer Gesetzgebung durch den germanischen ersetzt werden müsse. Theodor Fritsch-Leipzig behandelte das Z e i t u n g s w e f e n in Deutschland, das voll kornmen verjudet sei. Nur die Gründung einer großen nationalen Zeitung könne den verderblichen Einfluß dieser Presse untergraben. — Professor Krüger-Düftseldors verstieg sich zu der Behauptung, „es gibt nur einen Feind in Europa, das ist die Raffe, gegen die Deutschland den Krieg verloren hat". Ueber „Selbsthilfe im Dienste der antisemitischen Bewegung" sprach Landrat a. D. von Herzberg. Der wesentliche Inhalt seiner Ausführungen war: Boykott alles Jüdischen. —g Aus dem DeuLschvölkischen Schutz- und Trutzbund. Die Ortsgruppe Bremen des DeuLschvölkischen Schutz- und Trutzbundes erhielt binnen einem Jahre 1400 Mitglieder. Mehrere andere Ortsgruppen, darunter Oldenburg, Osnabrück, wurden von Bremen aus errichtet, und weitere Neugründungen stehen bevor/ In Bremen befindet sich die Gaugeschäftsstelle des Bundes für Nordwestdeutschland, dessen Gauleiter Al. Bythien ist. Deutschnationale Jrrderrreimgung. Auf dem D e u t s ch n a t i o n a - len Parteitag für tzinterpommern forderte nach einem Bericht des „Vorwärts" vom 15. 9. (Nr. 458) der deutschnationale Reichstagsabgeordneke W alle die einheitliche Zusammenarbeit zwischen Deutschnationalen und Deutschvölkischen. Ein Antrag in diesem Sinne

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