Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1920)
- Article
- Gedenkfeier des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten [Nachricht]
- Date
- 1920-10-01
- Page
- 325 (sequence 2)
- Language
- German
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Personals 325 fdjen Heimatlandes in den Tod gingen, gedächten sie alle. Ein ungeheures Weinen lag über der Versammlung, als die Erinnerung an die furchtbare Zeit wieder in ihr wachgerufen wurde. Die Feier war ein Gelöbnis ewigen Gedenkens an die- Toten, aber auch ein Gelöbnis - zum Kampfe gegen die, die uns trotz der Toten, Heimat und Ehre streitig machen wollen. 38. Mitgliederversammlung des israel» Lehreroereins für Bayern. Unter dem Vorsitze von Hauptleyrer Dingfelder-München versammelten sich am 23. und 24. August in Würzbnrg üver 150 jüdische Lehrer. Aus den vortrefflichen Referaten sei das von Oppenheimer-Landenbach über den Verband der Israelitischen Gemeinden und seine Verfassung, sowie das von Ehrenreich-Forchheim über Neligionsschule und Religipnslehrer besonders hervorgehoben. Oppenheimer zeigte den festen Willen zur Einheit des Judentums, bereitet durch eine neugeschaffene Organisation, er warnte vor Zersplitterung aus religiösen Rücksichten, da er selbst als Anhänger der Orthodoxie sicherlich für die Wahrung der konservativen Richtung bedacht sei. Ehrenrerch beleuchtete die Notlage der Lehrerschaft, besonders des Neligionslehrerstandes, und zeigte die Wege zur Erhaltung des Judentums und damit der Religionslehrer. Als Vertreter des C.V. war Herr Arnold Stein- Berlin anwesend, der im Aufträge des Hauptvorstandes der Lehrerschaft tatkräftige Unterstützung von seiten des C. V. versprach. Nicht um anderen Organisationen Aufgaben wegzunehmen, sondern aus politischen Rücksichten hat der C. V. sich besonders der Angelegenheiten der jüdischen Lehrer angenommen. Durch ein gegenseitiges Zusammenarbeiten hofft der C. V. dem Judentum nützlichste Dienste zu erweisen. In Eharlottenburg hat sich vor kurzem im Einvernehmen mit der Zentral-Wohlfahrtssteüe der deutschen Juden eine Organisation „Jüdische Hilfe" gebildet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, der außerordentlichen Not unter der jüdischen Bevölkerung nach Möglichkeit zu steuern. Ganz besonders werden.Maßnahmen zur Kräftigung der notleidenden jüdischen Jugend getroffen. Die Vereinigung (1. Vorsitzende S. Wronsky, 2. Vors. Henriette Map) hat bereits Erfolge zu verzeichnen und bittet neuerdings um ideelle und materielle Unterstützung. Persoualia. Am 9. September 1920 verunglückte tödlich im Riesengebirge Br. iur. et. rer. pol. Arthur Wolfgang Cohn, Assistent an der Universität Frankfurt a. Main. Am 7.1.1894 zu Breslau geboren, bezog er nach AbsolvierurA des Johannisgymnasiums 1911 die Universität, um Rechtswissenschaft und Musik zu studieren. Im Sommer 1914 machte er sein Referendar- und Doktorexamen. Am Kriege nahm er als Kriegsfreiwilliger teil. Nach Beendigung desselben studierte er Nationalökonomie und wußte sich in Kürze eine derartige Stellung zu erringen, daß ihm sein Lehrer, Professor Dr. Adolf Weber, bei seinem Weggange' aus Breslau bat, Herbst 1919, ihn als Assistent nach Frankfurt a. Main zu begleiten. Br. Cohn stand jetzt kurz vor seiner Habilitation. Schon diese kurzen biographischen Notizen zeigen, welch' hoffnungsvollem Leben ein jäher Tod ein allzuftühes Ende gesetzt hat. Es kann hier nicht der Ort sein, auf seine wissenschaftliche Bedeutung einzugehen. Hier kann nur versucht werden, feiner Bedeutung als deutscher Jude gerecht zu werden. In einem Hause, wo jüdisches Wissen und Familienleben, der bekannte Philosorscher Professor