Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1920)
- Article
- Der Vortrupp
- Date
- 1920-10-01
- Page
- 323 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes 323 aufmerksam machen wollen. Uebrigens ist in der letzten Zeit mehrfach darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Benutzung des Hakenkreuzes von seiten sogenannter „deutschvölkischer" Kreise durchaus ein Mißbrauch ist, und daß der Ursprung des Hakenkreuzes mit den Darlegungen, die zuweilen in antisemitischen Zeitschriften gegeben werden, nichts zu tun hat. Im übrigen waren Herr vr. Popert und mir Ihre Darlegungen insofern sehr bedeutsam, als sie uns sagten, daß man auch in äußeren Dingen Erwägungen nicht unbeachtet lasten soll, ob sie nicht in dem von Ihnen angedeuteten Sinne zu wirken imstande sind. Franziskus Hähnel, Geschäftsführer des Vortrupp-Verlages Alfred Janssen." Hakentreuzerlatz. Das Provinzialschulkollegium der Provinz Sachsen hat folgenden Erlaß herausgegeben: „Es ist uns bekanntgeworden, daß in der' letzten Zeit das Hakenkreuz vielfach zu politischen antisemitischen Kundgebungen benutzt wird. Um den inneren Frieden in der Schule nicht zu gefährden, veranlassen wir Sie daher, unter Hinweis auf den Erlaß vom 14. November 1919. U III/2323, den Schülern bzw. Schülerinnen der Ihnen unterstellten Anstalt das Tragen von Hakenkreuzen in der Schule und das Bemalen von Gegenständen mit diesem Abzeichen zu verbieten. Zuwiderhandlungen werden streng bestraft, gez. Waßner." Dies er Erlaß bietet eine wirks ame Ergänzung zu dem allgemeinen Erlaß des Unterrichtsministers porn November 1919, in dem dieser den Schülern höherer Lehranstalten das Tragen aller politischen Abzeichen verbietet. Deutschvölkische Bank. In Berlin W 57, Zietenstr. 5, ist einedeutschvölkische Bank gegründet worden. Das Unternehmen bezweckt die „restlose Zusammenfassung des christlichen Kapitals zur Bekämpfung des jüdischen Großkapitalismus". Es ist eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Die Juden sind die Weltherrscher. Unter obiger Ueberschrift brachte die „K r e u z z e i t u n g" vom 27. Juli eine Notiz, nach der „der Rabbi von Jerusalem von einer Informationsreise, die ihn nach Holland und England geführt hat, nach Jerusalem zurückgekehrt und von der Judenschaft . . . . . . mit königlichen Ehren empfangen worden sei. Auch das jüdische Bataillon soll als Ehrenwache ausgerückt sein. Beim Festbankett soll Rabbiner Kuck erklärt haben, an eine Verwirklichung des Königreiches Zion sei leider noch nicht zu denken, dafür gehe der Jude aWc als Weltherrscher hervor. Reiche wie Rußland, Deutschland und Oesterreich würden schon offen von Juden regiert. Unsere Informationen ergeben die völlige Unrichtigkeit dieser Darstellung. K. ist bereits vor einem Jahre nach Palästina zurückgekehrt, und zwar aus England, wo er sich während der letzten Kriegsjahre aufgehalten hat. Von einem Empfang mit königlichen Ehren ist nichts bekannt. Ebenso kann das nicht existierende jüdische Bataillon nicht als Ehrenwache aufgestellt sein. Auch von einer Rede des angegebenen Inhalts ist nichts bekannt. Antisemiten. Die „Wilmersdorser Zeitung" vom 14. September 1920 veröffentlicht ein Inserat, in dem ein Herr Braumüller-Wilmersdörf, Konstanzer Str. 9, für sein 6jähriges Töchterchen einen Schulzirkel sucht, an dem „nur Kinder aus nationalgesinnten Kreisen, keine Juden" teilnehmen. Herr Braumüller ist Mitinhaber der Drogengroßhandlung I. G. Braumüller & Sohn, Berlin, Zimmerstr. 35. Der Inhaber der Fa.. Kreutzer & Böhringer-Lindenfels im Odenwald und- Vensheim (Hessen) betätigt sich, wie uns mitgeteilt wird, stark antisemitisch. Viele jüdische Grabsteinhandlungen sind Kunden dieser Firma.