Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1920)
- Article
- Kameraden und die jüdische Sportplatzgesellschaft Berlin
- Date
- 1920-10-01
- Page
- 318 (sequence 2)
- Language
- German
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318 Im deutschen Reich mnntüch eine national-jüdische Vereinigung 'ist*) Auch - die Auswahl der Lichtbilder und der Verfasser des Textes der Broschüre laßt den inneren Zusammenhang mit den zionistischen Vereinigungen klar erkennen. Daß Nationaljuden, die sonst jede Zusammenarbeit mit „Assimilanten" verabscheuen, in diesem Falle ihr Prinzip verleugnen, hat gute Gründe.' Einmal hofft man auf diese Weise einen dankbaren Agitationsbodeu für nationaljüdische Zwecke zu finden und zweitens variiert der Nationaljude gern Goethes Wort für seinen Hausgebrauch in: Ein echter Nationaljude mag keinen Assimilanten leiden, doch seine Gelder nimmt er gern. Es können daher diejenigen, die zionistischen Bestrebungen ablehnend gegenüberstehen, nur dringend davor gewarnt werden, die Jüdische Sportplatzgesellschaft E. V-, Berlin, durch Beiträge oder Mitarbeit zu unterstützen. ___ Vereinsrrachrichten. Die Ortsgruppe Dießen des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Waudens veranstaltete am 1. Juni eine große öffentliche Versammlung, in der Rabbiner Or-.Jacob-Dortmund über das Thema „Judentum und Revolution" sprach. Seine Rede, die trotz der Mahlzeit in keiner Weise Partei nahm, sollte lediglich dazu beitragernden Wahlkampf durch Ausscheidung gewisser Schlagworte zu entgiften. Erreferierte zunächst über das von den Antisemiten so vielfach verwandte falsche Zitat „Die Revolution ist der Stern Judas", ging auf die Beteiligung von Juden an revolutionären Bestrebungen ein, beschäftigte sich mit der Beteiligung der Juden am Kriege und entkräftete ferner die sattsam bekannten antisemitischen Verleumdungen über die Beteiligung der Juden an Kriegsgesellschaften, Beteiligung der Juden an der Regierurm usw. Dr. Jakob fand bei der überwiegenden Mehrheit der Versammlung stärksten Beifall, trotzdem eine Schar völkischer Studenten, unreifer Burschen und Schüler dauernd versuchte, die Versammlung zu stören. Es gelang Or. Jakob, trotz der erregten Stimmung, die Versammlung zu einem guten Abschluß zu bringen. Der jüdische Jugend verein zu Königsberg und seine Schülergruppe versenden einen Bericht über ihre Tätigkeit im ersten Halbjahr 1920, aus dem hervorgeht. daß beide Vereinigungen erne aufsteigende günstige Entwicklung genommen haben. Belehrende und aufklärende Borträge in größerer Zahl wechselten mit geselligen Veranstaltungen. Besonders bemerkenswert sind Aussprachen mit ' christlichen Jugendvereinen, die, obgleich stürmisch verlaufen, entschieden positive Aufklärungsarbeit in unserem Sinne geleistet haben. — Die Schülergruype hat sich dem Kameradenverbande angefchlossen, seitdem der Verband alle jüdischen Jugendvereinigungen, nicht nur Wander- und Sportvereine, umfaßt. 'Ort Datum Name Thema, Gründung, Wahlen, Mitgl.-Werbg. Wesel 11. 6. Dr. Kalisch-Effen (Syndikus des Landesausschusses für Rhetzrland und Westfalen) „Die Aufgaben des Central- Vereins", „Die Gefahren der . Gegenwart" und „Die Mittel zur Abwehr". Größere Anzahl von Beitrittserklärungen. Remscheid 11. 5. Amtsrichter Wilh. Gähn „Gegenwärtige Lage der. Abwehrmaßregeln." Bocholt 12. 5. Or. Kalisch-Esfen (Syndikus des Landesausfchusfes für Rheinland und Westfalen) „Die Aufgaben deS Central- Vereins", „Die Gefahren der Gegenwart" und „Die Mittel zur Abwehr." Beitritt von 35 Mitgliedern. Tarnowitz 12. o. vr. Braunschweiger- Oppeln „Die Juden im Wirtschaftsleben der Völker und der wirtschaftliche Antisemitismus." Harburg/Slbe 12. o. vr. Nrias-Hamburg „Vor der Entscheidung." > *) Nach einer soeben von Herrn Or. Theilhaber, dem ersten Vorsitzenden der Jüdischen Sportplatzgesellschaft, im „Hamburger Israelitischen Familienblatt" Nr. 39 veröffentlichten Erwiderung auf die gleichen Ausführungen in diesem Blatt sind von den fraglichen Vereinen nur zwei nicht zionistisch orientiert. (Der Vers.)