Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 9 (September 1920)
- Article
- Binzer Schlagsahne
- Date
- 1920-09-01
- Page
- 289 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Personalia 289 Unsere Erklärung brauchte jedoch nicht zu erscheinen, ba ein Greifswalder 'Student ein „Eingesandt" an das „Greifsw. Tagebl." richtete, das sich in geschicktem Weise gegen Prof. R.'s Aufruf wandte und dieselben selbstverstündlichen Argumente verwandte, die wir Vorbringen wollten. Eine Mitteilung des Binz er Kurdirektors in der „Greiifsw. Ztg." vom 26. Juli entzog den Vorwürfen des Herrn Professors die Unterlage ihrer sachliche?! Richtigkeit. So fiel ein noch folgendes Rückzugsgefecht Prof. Römers ziemlich schwach aus. „Organisation zur Bekämpfung innerer Verhetzung." Eine Organisation dieses Namens betreibt in Berlin in umfangreichem Maße eine Geldsammlung und verweist dabei aus eine von ihr herausgegebene Broschüre: „Der Antisemitismus — Deutschlands Verhängnis". Nach unseren Informationen handelt es sich Lei dieser Organisation um ein reines Geschäftsunternehmen. Eine neue antisemitische Zeitung. In Frankfurt a. M. erscheint seit einigen Monaten im Verlag der deutschen Buchhandlung G. m. b. H., Biebergasse 9, eine neue antisemitische Zeitung, die sich „Deutscher Bücherbote", Zeitschrift zur „Stärkung des Deutschgedankens im Schrifttum" betitelt. Die Zeitschrift unterscheidet sich in ihrem Inhalte kaum von dem Inhalte der anderen antisemitischen Organe. Spitzel und Schwindler. Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit veranlassen uns, vor Spitzeln oder Schwindlern zu warnen, die angeöen, irgendwelche Pogromvvrbereitungen zu kennen, und sich bereit erklären, gegen Abführung hoher Beträge dagegen vorzugehen. Oftmals erklären sie auch wichtiges NächrichtenmaLerial zu besitzen, das sie ebenfalls gegen Geldmittel zur Verfügung stellen wollen. Die Erfahrungen haben gelehrt, daß es sich fast durchweg um Schwindler handelt, die die antisemitische Konjunktur in ihrem Sinne ausbeutem Wir 'warnen daher dringend, sich irgendwie mit solchen Elementen, die — wie festgestellt — oft auch noch Spitzel sind, einzulassen. In allen Fällen bitten wir, die Zentrale sofort zu benachrichtigen. Antisemiten. Die Lyzeumsdirektorin, Frl. Luise Boretms, Berlin, Nürnberger Straße 7, nimmt jüdische Schülerinnen Mi ihrer Schule nicht auf. Uns wird mitgeteilt,, daß Herr Loesebrink jun., Sohn des Inhabers der Firma Loesebrink und Tweer in Lüdenscheid, sich als eifriger Agitator des dortigen deutsch-völkischen Schutz- 'und T r n tz b u n d e s betätigt. Die Rohr- und Holzmöbelfabrik Gustav Neutsch, Coburg, versendet mit ihren Drucksachen und Briefen Aufrufe des Deutschen Schutz- und Trutzbundes. Auf von jüdischer Seite erhobene Vorstellungen hat der Inhaber der Firma erwidert, daß er fiir eine ausgiebige Verbreitung seines Namens und seiner Gesinnung recht dankbar wäre. Der dringende Wunsch dieses Herrn wird hiermit erfüllt. Kamps gegen den Antisemitismus auf deu Universitäten. Eine in einer Universitätsstadt bestehende Ortsgruppe des Centralvereins teilt uns mit, daß sie je 2—3 Exemplare unserer Broschüren und Schriften, darunter auch „Um Deutschtum und Judentum" von Fuchs, dem akademischen Leseinstitut der Universität zwecks Aufstellung übersandte, nachdem sie festgestellt hatte, daß dort die Dinterschen Werke ausgestellt sind. Wir halten diese Maßnahme für empfehlenswert und bitten die in Universitätsstädten ansässigen Ortsgruppen, in gleicher Weise zu verfahren.