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Im deutschen Reich · 1920-09-01 · Heft 9 (September 1920) · p. 287

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 9 (September 1920)
Article
Theorie und Praxis
Date
1920-09-01
Page
287 (sequence 1)
Language
German
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Vermischtes ■ 287 VerMifchtes. a) Judenfeindliches und Indenfrenndliches. Theorie und Praxis. In dem Wahlaufruf der Deutschnationalen Volkspartei, Frankfurt, staird der Passus: „D i e D e u t j cf) n a t i o ti a I e V o l t s p artei bekämpft jeden zersetzenden, u u d e u t - scheu Geist, mag er v o n j üd i s chen oder a rt b e r e n Kr eise n a u s g e h e n. Sie wendet sich gegen die seit der Revolution immer verhängnisvoller hervortretende Vor- Herrschaft des I u d e u t u m 3 in der Regierung und .O e s f e n t l i ch k e i t. Sie verlangt, daß der Zustrom Fremdstämmiger über unsere Grenzen, unterbunden wird." Unter den Unterzeichnern dieses Ausrufes befand sich neben bekannten Antisemiten, Wie dem Besitzer des Kölner hoss, Herrn. Laaß, dem Rechtsanwalt Br. Kocks, dem 2. Vorsitzenden des deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbundes, u. a. auch Herr Geh. San.-Rat Br. Ed. Lampe, der Besitzer der bekannten und in der übergroßen Mehrzahl von jüdischen Patienten'besuchten Privatkliuik für Zuckerkranke und diätische Kuren. Herr Br. Lampe, der den Einfluß des „Judentums" zu bekämpfen neuerdings als seine Ausgabe anzusehen scheint, hat bislang den Einfluß des jüdischen Geldes in seinem Beutel niemals beanstandet, er denkt wohl: non ölet. Das Ergebnis der ReichstagsWahlen 1920. Es wird für unsere Freunde von Wert sein, ein genaues Bild der Stimmen der Reichstags- Wahlen sowie -der Mandate zu erhalten. Die „Frankfurter Zeiturig" vom 20. Juni veröffentlicht die nachfolgende, das jetzige Ergebnis mit den Wahlen zur Nationalversammlung vergleichende Zusammenstellung: Gewinn- Abgegebene Stimmen Abgeordnete oder Sozialdemokraten . . . . . .5 614 452 (10 288 211) 112 (163) Verlust — 51 Demokraten.. . . . 2 220 384 ( 4 903 533) 45 ( 75) — 30 Zentrum ......... . . 3 540 830 ( 5 241 493) 68 ( 89) — 21 Bayerische Volkspartei . . . 1 171 722 — 21 — 4-21 Deutschnationale. «6 ( 42) 4-24 Deutsche Volkspartei . . . . 3 606 316 ( 1 343 140) 0? ( 28) 4-39 Unabhängige . ...... , 4 894 817 ( 218 341) 81 (22) '*f59 Welfen ......... 319 100 ( 280 304) 5 ( 3) a_ 9 Bayerischer. Bauernbund . . 218 884 ( 275 791) 4 ( 4) — Kommunisten . . 441995 — 2 _ 4“ 2 Christl. Volkspartei . . . 65 219 — 0 — — Schließlich sei zur Orientierung noch folgendes mitgeteilt: Außer der Deutschnationalen Volkspartei, deren Wahlagitation fast ganz unter antisemitischer Flagge stattfand, traten bei den Reichstagswahlen noch ausgesprochene antisemitische Parteien auf, über deren Erfolge nunmehr Zahlen vorhanden sind. Die Nationaldemokratische Partei, deren Tochter die Deutsche (großdeutsche) Freiheitspartei auf die Ausstellung eigener Kandidaten verzichtet hatte, hat im ganzen Reiche 3989 Stimmen aufgebracht (in Berlin 331, in Potsdam I 965, in Potsdam II 447, in Magdeburg 1410, in Hamburg 206 und in Süd-Hannover-Braunschweig 639). Die Deutsch-soziale Partei hat im ganzen (in 5 Wahlkreisen) 7216 Stimmen aufgebracht. Der BluLberveis. Die Oberärztin!der Hessischen Hebammmen-lehranstalt, Frl. Br. Gabriele Lindemann, veröffentlichte in Nr. 11 der „Münchener medizinischen Wochenschrift" Beobachtungen bei Bluttrans-

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