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Im deutschen Reich · 1920-09-01 · Heft 9 (September 1920) · p. 284

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 9 (September 1920)
Article
Nürnberg [Nachricht]
Date
1920-09-01
Page
284 (sequence 2)
Language
German
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284 Im deutschen Reich ferner als Mitglieder des Hauptvorstandes: Frau Justizrat Else Dormitzer-Nürn- Serg, Justizrat Emil Jofephthal-Nürnberg, Eugen NeustäLLer-Müncyen. Der Landesverband Ostpreußen veranstaltete am 10. Mai d. Js. in Königsberg in den Räumen des jüdischen Jugendheims eine Vorstandssitzung sowie seinen diesjährigen Delegiertentag. Beide Veranstaltungen hatten sich eines außerordentlich r-egen Zuspruchs zu erfreuen, nahmen einen allgemein befriedigenden. Verlaus und gaben der erfolgreichen Verbreitung der Centralvereins-Jdeen in Ostpreußen das beste Zeugnis» Während Sei der Wiederaufnahme der Arbeit des Landesverbandes im Herbst 1919 nach der langen unfreiwilligen Pause der Kriegsjahre nur 3 Ortsgruppen bestanden, sind im Lause des letzten Jahres 7 neue Ortsgruppen hinzugelommen, fast in sämtlichen Orten der Provinz sind Vertrauensmänner bestellt, so daß nunmehr mit 10 Ortsgruppen eine erfolgreiche Tätigkeit im Abwehrkamps und in der Belebung der jüdischen Interessen eingesetzt hat. Die Vorstandssitzung, bei der Vertreter sämtlicher Ortsgruppen mit Ausnahme von Elbing zugegen -waren, erledigte in der Hauptsache organifatorifchs Arbeiten, legte die Statuten für den Landesverband sowie die Bezirkseinteilung der Ortsgruppen fest, regelte die Finanzierung des Landesverbandes, die Verteilung der Abwehrspenden und faßte allgemeine Beschlüsse über die Abwehrtätigkeit in dem zu erwartenden Wahlkampf. Auf der Delegiertenverfammlung, die ebenso wie die Bor^tandssitzung unter der Leitung des Vorsitzenden des Landesverbandes, Herrn Sanrtätsrat Dr. Pollnow- Königsberg, stand, waren Vertreter von mehr als 30 ostpreutzischen Städten erschienen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden erstattete der Syndikus des Landesverbandes, Herr Dr. Grumach - Königsberg, Bericht über die Arbeit des Landesverbandes, über seine Organisation, und über die bisher erzielten Erfolge. Darauf hielt Dr. Kurt Alexander- Berlin ein eingehendes Referat über die politische Lage, über die Stellung der politischen Parteien zu der sogenannten Judensrage, über die antisemitische Gefahr und über die Möglichkeit und die Technik ihrer erfolgreichen Abwehr. ' Herr Rechtsanwalt Dr. Ehrlich* Tilsit oeleuchtete in seinem Referat über die Wahlen besonders die ostpreutzischen Verhältnisse, die außerordentlichen Schwierigkeiten, mit denen die ostpreutzischen Juden zu kämpfen hätten, und die Matzregeln, die mit Rücksicht hierauf für Ostpreußen angebracht wären. Nach einem kurzen Bericht des Herrn Raphaelfohn- Allenstein über die Lage der Juden in den ostpreutzischen Abstimmungsgebieten setzte eine. äußerst angeregte und interessante Diskusssion ein. Landesverband Rheinland. Stärkung der Kampfkraft durch Ausbau der Organisation in Form großzügiger Dezentralisation. Das war wohl der Hauptgesichtspunkt, der zur Gründung eines rheinischen Landesverbandes mit den: Sitz des Landesausschuffes in Köln führte. Die konstituierende Versammlung fand am 1. Februar d. I.- im Saal der Rheinlandloge zu Köln statt. Der Verband umfaßt heute die Provinz Rheinland einschließlich Birkenseld mit Ausnahme des rechtsrheinischen Teils des. Regierungsbezirks Düsseldorf und wird geleitet durch den Vorsitzenden Herrn Bernhard Feilchenfeld-Köln, der zugleich Mitglied des Berliner Zentralvorstandes ist. Zum Vorstand gehören d.es weiteren die Herren: Dr. Alfred Alsberg-Köln, Schriftführer, Jos. Schlüchterer-Köln, Schatzmeister. Rechtsanwalt Dr. Heinrich Frank-Köln, Rechtsanwalt Dr. Oscar Eliel-Köln, Rechtsanwalt Dr. Reis-Crefeld, Joseph Herzmann- Crefeld, Rechtsanwalt Dr. Herrmanns-Bonn, Rechtsanwalt Karl Löwenstein II- Aachen, Hermann Ledh-Hennef a. d. Sieg, Gustav Jonas-M.-Gladbach. Die Geschäftsführung liegt in den Händen des Herrn E. Jacoüi-Köln. Die Verbandsleitung hat nunmehr eine Organisation ins Auge gefaßt, die in ihrer Form großzügig ist, in ihrer Durchführung sich aber auf der Kleinarbeit aufbaut. Am 22. Febr. d. I. wurden in einer stark besuchten Versammlung zu Siegburg unter dem Vorsitz des Herrn Herrn. Levh-Hennef die Orte: Oberdollendorf, Ruppichteroth, Obercassel, Mondorf, Hennef, Eitorf, Honnef und Siegburg zu dem Kreisverband „Sieg" Zusammengefchlofsen. Redner des Tages waren die Herren B. Feilchenfeld- Köln und Rechtsanwalt Dr. Herrmanns-Bonn. In Andernach war Herr Dr. Veis rührig für die Gründung einer Ortsgruppe tätig. In Neuwied fand am 14. März unter dem Vorsitz des Herrn Lehrer Ran senberg eine Versammlung statt, in der Herr E. Jacobi-Köln über das Thema „Angriff und Abwehr" sprach, und die zur Bildung einer starken, lebensfähigen Ortsgruppe führte. Außerdem wurden neu organisiert: Am 12. April die Ortsgruppe Wittlich, Vorsitzender Herr S. Ermann-Bach: am 13. April die Gruppe Dusemond, Vertrauensmann Herr Herm. Meyer,' am 14. April die Gruppe Schweich a. d. Mosel, Vertrauensmann Herr Lehrer Neuhaus: am 15. April die Gruppe Saarwellingen, Vorsitzender Herr Louis Lazar: am 21. April die Gruppe Düren, Vorsitzender Herr Herm. Löwenstein: am 2. Mai die Gruppe Frechen, Vorsitzender Herr Beruh. Svhnen. In allen diesen Gründungsversammlungen brachte Herr E. Jacobi-KLln die jüdischen Gegenwartsfragen in eine zeitgemäße Beleuchtung. Am 16. April gründete Herr Lehrer Ransenberg- Neuwied nach einem einleitenden Vortrag die Gruppe Oberbiber, Vorsitzender Herr Isidor Levh, die an Neuwied angeschlossen wurde. Am 4. Mai wurde in einer akademischen Versammlung in Bonn, auf der sowohl der Landesverband als auch die Bonner Ortsgruppe vertreten war, eine studentische Ortsgruppe gebildet, die in engster Verbindung mit der Gruppe. Bonn steht und geleitet wird von Herrn eanä. zur. Höxter. Außer dieser Organisationsarbeit, die naturgemäß vorerst die Haupttätigkeit bilden mutz, hatte der Vsrband bereits genugsam Gelegenheit, kräftig in die Abwehr zu treten.

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