Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1920)
- Article
- Rednerkurse [Nachricht]
- Date
- 1920-07-01
- Page
- 251 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VenmjchreS ri5i Rednerkurse. Vom 10. bis 13. Mai fanden in Frankfurt a. M.. vom 14. bis 17. Mar in Stuttgart, dom 18. vis 20. Mai und am 5. Juni in Berlin Rednerkurse statt. Die Kurse führten die Teilnehmer (in Frankfurt 24 Herren in Stuttgart 22 Herren und 6 Damen, in Berlin ca» 40 Teilnehmer) fn die Grundfrage der Rhetorik ein, machten sie vertraut mit den Ursachen der ont'sern7t!schen Beroegung und unserer ALwehrmaßnabmen. Die gegnerischen Behauptungen wurden von allen Seiten beleuchtet und widerleat. In Frankfurt a. M. und^ Berlin fanden Zum Schluß des Kursus DisiussionsüLu»ngen statt. Sämtliche Kurse nahmen einen äußerst befriedigenden Verlaus. 2lm 18. Mai veranstaltete die Ortsgruppe Dortmund eine große öffentliche Volksversammlung. Wie in der Stadt vorher bekanntgeworden, sollte sie von ^Antisemiten und antisemitisch gesinnter Reichswehr gesprengt werden. Daraus ist schon deswegen nichts geworden, weil der Kommandeur des dortigen Bataillons.^ Herr Major Meißner, ohne Anregung unsererseits energische Vorkehrungen dagegen getroffen hatte, die er sogar persönlich überwachte. Wir halten uns verpflichtet, dies öffentlich festzustellen und anzuerkennen.' Uebrigens wäre den zahlreich erschienenen Antisemiten ihr Plan ohnedies nicht cclurtafvn Die Versammlung^ die.außerordentlich stark besucht war, hauptsächlich von Christen, folgte den Ausführungen des Redners. Rabbiner Dr. Jacob, der über „Judentum und Revolution" sprach, mit gespanntem Interesse und seiner-schlagfertigen Erwiderung gegnerischer Zurufe mit -großem Vergnügen. In der lebhaften Diskussion blamierte sich,und seine Partei der Sprecher der Deutschnationalen, Herr Professor Piorllkowski unsterblich, besonders auch, nachdem der Referent die Enthüllung gemacht hatte, daß der „Professor", der auf S. 28 der soeben - im 'Philo Verlag erscheinenden neuen, durch Nachträge vermehrten Ausgabe seiner Rede „Krieg, Revolution und Judentum" erwähnt wird, eben Herr VionLkowski sei. Sogar seine eigenen Leute riesenihm wütend zu: „Es ist eine Sünde und eine Schande, daß Sie in unserem Vorstand sind!!" Die glänzend verlaufene Versammlung bat wie ein reinigendes Gewitter gewirkt und schlagend bewiesen, daß solche großen öffentlichen Volks-Versammlungen die wirksamste Methode der.Aufklärung sind. Dem am 19.-Mai von der Ortsgruppe Mannheim veranstalteten Aufllärungsvortrag des Herrn Dr. Holländer entnehmen wir dem „Mannheimer Generalanzeiger" den nachstehenden Bericht: Im überfüllten Kasinosaale sprach der Syndikus des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Herr Dr. Holländer aus Berlin, über „Wir Juden im neuen Deutschen Reich". Es galt vor allem, den Kampf gegen den zersetzenden Einfluß der Antisemiten mit Macht zu führen. Glänzendwiderlegte der Redner die Anschuldigungen und Verleumdungen, die von Organisationen, wie dem Schutz- und Trutzbund, gegen die v Juden immer wieder erhoben werden. Wir Juden dünken uns nicht, ein auserwühltes Volk zu sein, um die Welt zu beherrschen und zu knechten, sondern zur Erfüllung besonders hoher sittlicher Zweae innerhalb des Judentums berufen zu sein. Was den Vorwurf der Jnternationalitat betrifft, so hat sich wahrend des Krieges deutlich gezeigt, daß die Juden her einzelnen Länder sich im Sinne der einzelnen Staaten durchaus national betätigt haben. Nach den angeführten Beispielen kann kein, rechtlich Denkender diesen Vorwurf aufrechterhalten. Daß mehrere Juden Führer des internationalen Bolschewismus in^ Rußland sind, erklärt sich genügend aus der Geschichte der russischen UnterdrüLungs- und Knechtungspolitik. Die Fremdheit der Juden in Deutschland wurde u. a. durch eine Reihe stichhaltiger Argumente ad absurdum geführt. Wissenschaftlich und statrstrsch wurden weiterhin die Theorie der reinen Germanenrasse und die Schlagworts des täglichen Lebens — Drückebergerei, jüdische Gesellschaften, jüdisches Wuchertum uiw. — widerlegt. Die deutschen Juden wollen, so schloß Dr. Holländer, mithelsen ber dem Wiederaufbau des Reiches, und Mitwirken bei der Entgiftung der Volksseele. Sie wollen mit allen Kräften helfen, ein neues einiges Reich zu fchaffen. Alle Aufklärungsarbeit soll ein Stein ^sein bei der Errichtung des neuen Reichsgebäudes. Verwischtes. a) Zrtderrferrrdliches rrrrd Znderrfreurrdliches. Eine Niederlage Dinters. Am Freitag, dem 21. Mai. am Vorabend des Pfingstfestes, sprach in Kassel Di-. Arthur Dinier, um auf eine vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens am 17. Februar einberufene Versammtung. in der Herr Df. Bruno Lange, Esten, mit großem Erfolge gesprochen hatte, zu antworten. Herr Di. Lange hatte damals, da um II Uhr Polizeistunde in Kassel ist,.bis 10 Uhr gesprochen, so daß noch eine volle Stunde zur Aussprache, die selbstverständlich in vollstem Maße auch der Gegenpartei zugute kam, zur Verfügung gestanden hatte. Df Arthur Dinier, der aus den Vortrag Langes, obgleich er ihn gar nicht gehört