Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1920)
- Article
- Alfred Löwenberg [Nachricht]
- Date
- 1920-06-01
- Page
- 213 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Personalia — Bücherschau 213 PersonaNa. Am 1. Mai starb das Ehrenmitglied unseres Vereins Herr Kommerzrenrat Alfred L ö w e n b e r g, Berlin. Ein eifriger Anhänger und Mitarbeiter unserer Idee, hat ihm in den letzten Jahren sein Leiden die Möglichkeit genommen, sich so rege zu betätigen, wie es ftüher seine Gewohnheit war. Aber sein Interesse für uns ist wach geblieben. Stets werden wir der großen und wertvollen Dienste, die er uns gewidmet hat, gedenken. _ BLcherscharr. Anton Ferrdrich, „Der Judenhaß und der Sozialismus"» Ernst Günther Verlag, Frelöurg i. B. 1920. 24 S., 1,25 M. Eine Broschüre, die weit über ihren, eine gewisse Einschränkung bedeutenden Titel hinausaeht. Der Verfasser wünscht wohl in erster Reihe zu seinen politischen Gesinnungsgenossen, den Angehörigen der sozialdemokratischen Partei, zu sprechen. So weift er insbesondere auf die Schicksalsgemeinschaft zwischen Sozialdemokraten und Juden hin, die beide der Äasse der Geächteten und Verfolgten angehört hätten. So setzt er sich mit dem ebenso kaltherzigen wie verkehrten Urteil von Karl Marx über die Juden auseinander. Aber darüber hinaus behandelt er in einer für alle verständlichen und für alle berechneten Weise von hoher Warte aus den gegenwärtigen Stand 'der Judenfrage. Er erörtert die Vorwürfe, die während des Krieges und nach seinem Ende gegen die Juden gerichtet wurden, betont die Schädlichkeit, Unwahrhaftigkeit und Böswilligkeit ihrer Verallgemeinerung und bringt manche Widerlegung, die selbst dem Kampsgewohnten neu ist. So bringt er eine recht .eindrucksvolle Statistik über die Intensität, mit der der Grundbesitz im Kriege seinen Ablieferungspflichten nachkam. Da zeigt sich dann, daß die Verbände mit dem größten Grundbesitz relativ am wenigsten ab lieferten, b. h. am m elfter, d i e Erzeugnisse ihres Bodens zu eigenem Nutzen statt zu dem des Vaterlandes verwandten. Der den Juden v o r g ew o r f e n e Schachergeist b bü h t e' also gerade in den Schichten, die sich als die heftigsten Judengegner aufspielen. Der Verfasser sieht das Mittel zur Ueberwindung der antisemitischen Welle in der Wiesdererweröung des dein deutschen Volke verlorengegangenen Glaubens an die Kraft des Geistes, der Duldung, des Friedens, der hohen Menschlichkeit. Ungewöhnlich für einen Sozialdemokraten mutet es an, daß er diesen Glauben in Anlehnung an Religion predigt, mag sich diese auch nicht an bestimmte Formen binden. Für uns Juden wird jedenfalls dieses Argument-höchstens ein weiteres Anziehungsmitte! sein, uns mit dieser Broschüre vertraut zu machen und ihre Kenntnis in den Kreisen unserer christlichen Volksgenossen zu verbreiten. Rechtsanw. Foerder -Breslau. Zu beziehen durch Philo Verlag und Buchhandlung _G. rnj. b. H., Berlin SW 68, Lindenftraße 13._ ___ Schluß der Redaktion 25. Mai 1920. __ Verantwortlich f. Redaktion, Verlag u. Inserate: vr. Kurt A l ex ander, Berlin SW 68. ' Rotationsdruck: Möller L Borel Berlin SW SS.