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Im deutschen Reich · 1920-06-01 · Heft 6 (Juni 1920) · p. 206

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 6 (Juni 1920)
Article
Bericht über die Hauptvorstandssitzung des Centralvereins am 2. Mai 1920
Date
1920-06-01
Page
206 (sequence 2)
Language
German
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206 Im deutschen Reich ner-Berlin, Rechtsanwalt Heinrich Stern-Berlin und Dr. Ludwig Holländer-Berlin. Die langjährigen treuen und unermüdlichen Mitarbeiter des Hauptvorstandes, die Herren Justizrat Loevinson, Professor Schneider und Geh. San.-Rat Wiesenthal, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Eine eingehende Erörterung beanspruchte dann die Finanzlage. Wenn auch durch die starke Öpferwilligkeit unserer Freunde im Augenblick ein zweckdienliches Arbeiten des Vereins gewährleistet ist, so darf doch nicht verkannt werden, daß in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse die Zukunft keineswegs sorgenfrei ist. Die immer stärker werdende 'antisemitische Agitation erfordert außerordentliche Arbeitsleistungen. Unseren Gegnern stehen unerhörte Geldmittel zur Verfügung. Ihnen fließen aus den Reihen ihrer Anhänger in einem unerschöpflichen Strome die Mitte! zu. Demgegenüber muß auch die Finanzkraft der einzigen jüdischen Organisation, die diesem Ansturm Trotz zu bieten hat, gestärkt werden. Als sicherste Grundlage erscheint eine wesentliche Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, die im Wege intensiver Werbearbeit erreicht werden soll. Des weiteren wurden Beschlüsse über die Frage der finanziellen Auseinandersetzung zwischen Ortsgruppen, Landesverbänden und Zentrale gefaßt. Im Anschluß daran begann die Erörterung des neuen Protark das Interesse an chnitten sind/ in der: chutz wurde die letzte gramms des Centralvereins, die zeigte, wie den Fragen, die in diesem Programm ange i Reihen unserer Mitarbeiter ist. Einem Aussc endgültige Durchberatung des Programmentwurfs überlassen. — Der Nachmittag ftanb im Zeichen der politischen Debatte. Sie wurde eingeleitet durch ein eingehendes Referat des Herrn Dr. Wiener über die politische Situation und über die Aufgaben und Absichten des Centralvereins in der kommenden Zeit im Kampfe gegen den Antisemitismus. Die Aussprache> zeitigte wertvolle Ergebnisse und/ Arbeitsanregungen. Nach einer kurzen Erörterung über die Frage der Aufnahme von Ausländern in den Verein folgte das Referat des Herrn Dr. Alexander über die Ostjudensrage. Sie gipfelte in dem Satz: Fürsorge den schutzwürdigen Elementen unter den Ostjuden, soweit die deutschen Interessen es gestatten. Auch an dieses Referat, das das im Mittelpunkt des Interesses stehende Problem behandelte, knüpfte sich eine eingehende und umfangreiche Aussprache, an deren Schluß in einer Resolution das bisherige Verhalten der Zentrale und des bayrischen Landesverbandes, der Gelegenheit hatte, besondere Maßnahmen zu treffen, gebilligt wurde und Richtlinien' für die zukünftige Erledigung aufgestellt wurden. In dieser für unsere Organisation so ereignisreichen Zeit darf das Ergebnis dieser Vorstandssitzung wiederum als überaus wertvoll bezeichnet werden. Sie schuf Klärung über mancherlei wichtige Fragen und gab Richtlinien, wie die Arbeit in den verantwortungsvollen Wahlwochen zu geschehen hat. Ein ausführlicher Bericht über die einzelnen Verhandlungspunkte wird in dieser Zeitschrift noch erscheinen.

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