Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1920)
- Article
- An die deutschen Juden!
- Date
- 1920-06-01
- Page
- 178 (sequence 2)
- Language
- German
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178 Im deutschen Reich jeder begreifen wird, umfassender Mittel. Die vorhandenen Gelder reichen nicht im entferntesten aus, um mit genügender Stoßkraft vorzugehen. Pflicht jedes deutschen Juden ist es, uns finanziell zu stärken, foweitesin feinerKraft steht. Es geht dieses Mal in Wahrheit um unser ganzes Sein. Zahlungen für den Wahlfonds erfolgen auf das Konto des Centralvereins: Dresdner Bank, Wechselstube G, Berlin SW 68, Lindenstraße 7, oder Postscheckkonto Berlin 30 472. Berlin, den 29. März 1920. Der Vorstand des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Im Aufträge: Justizrat Or. Brodnitz- Reichstagswahle» und Centralverein. Von Dr. Paul Nathan. Der Ceutralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens identifiziert sich mit keiner einzelnen Partei des deutschen politischen Lebens. Die im Ceutralverein zufammengeschlossenen deutschen Juden gehören den verschiedensten politischen Parteien an, und der Centralverein hat niemals den Versuch gemacht und wird niemals den Versuch unternehmen, seine Angehörigen aus ein bestimmtes, einseitiges. politisches Programm zu verpflichten. Nicht die Frage, ob Republik oder Monarchie, nicht die Frage, ob Obrigkeitsstaat oder Selbstverwaltung, nicht die Frage, ob Sozialismus oder Individualismus, ob Freihandel oder Schutzzoll, ob Interessenvertretung oder allgemeine Volksvertretung und wie die Fragen von großer Bedeutung für das Staatsleben alle heißen mögen, binden die Anhänger des Centralvereins zu gemeinsamer Tätigkeit zusanrmen. Der Centralverein hat nur eine einzige politische Aufgabe zu erfüllen: die staatsbürgerlichen Rechte in ihrer Gesamtheit der deutschen Juden zu verteidigen; wo sie verletzt sind, für Wiederherstellung des Rechts zu wirken, und endlich dafür Sorge zu tragen, daß die staatsbürgerliche Gleichheit, die die Verfassung gewährleistet, nicht ein toter Buchstabe bleibt, sondern eine lebendige Wirklichkeit in vollstem Ausmaße darstellt.