Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 4 (April 1920)
- Article
- Freie jüdische Volkshochschule Berlin [Nachricht]
- Date
- 1920-04-01
- Page
- 143 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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143 Veranstaltungen — Vermischtes Veranstaltungen. Freie jüdische Volkshochschule Berlin. In dem in der Woche nach den Feiertagen beginnenden dritten Vorlesungs-Tertial der Freien jüdischen Volkshochschule wird der Lehrstuhl des Central -Vereins wieder von D r. Kurt Alexander eingenommen werden, der über das Thema liestr „Die Emanzipation der Juden in den Kultur st aate n." Außerdem finden noch folgende Vorlesungen statt: M. Abraham, „Hebräischer Sprachkursus". Julius Bab, „Das jüdische Problem im neuen Drama (Brod, Eme Königin Eicher; Beer-Hosmann, Jakobs Traum; Arnold Zweig, Semaels Sendung- Stephan Zweig, Jeremias). Dr. Bernseld, „Geschichte der jüdischen Literatur, III. Teil'. Rabbiner Dr. Bleichrode, „Talmudlektüre" (Fortsetzung). Pros. Elbogen, „Die ältesten Niederlassungen der Juden in Europas Dr. B er n h a r d Kahn, „Die jüdischeu Wanderungen". Dr. Kellermann, „Die Ethik des Judentums". Rabbiner Dr. Emil Levy, „Israel und Aegypten". Prof. Heinrich L o e w e, „Geschichte des Nationalgedankens im Judentum". Rabbiner Dr. Löwenthal, „Der Schulchan Aruch". I) r. Obermann, „Einführung in die vergleichende Religionswissenschaft". Dr. Sannen Daum, „Das jüdische Theater". Dr. To rczyner, „Kohelet" (Fortsetzung), „Das Hohelied" (Vorlesung in hebräischer Sprache). Rabbiner Or. Warschauer, „Einführung in die Bibel". Zeit und Ort der Vorlesungen werden noch beLanntgegeben. Arbeitsgemeinschaft jüdischerJugendorganisationen von Groß-Berlin. Montag, den 19. April, abends 8 Uhr, im Logenhaus, Kleiststraße 10, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Gold mann-Leipzig: „Neue Strömungen im jüdischen N a t i o n a l i s m u s." VerMifchtss. Arrtismurtischee Veschlrrtz der StAderrLerweefEmlrrrrg dee Dresdener Techrrrscherr Hochschule. Wenn auch der Antisemitismus in den Hochschulen bisher die üppigsten Blüten getragen hat, so ist der nachstehend veröffentlichte Beschluß der Dresdener Studentenschaft doch der Gipfelpunkt ungeheuerliche antisemitischer Anmaßung der Studentenschaft. Es ist zu hoffen, daß sich der Lehrkörper der Universität mit aller Macht dagegen aussprechen wird. Zu der Angelegenheit selbst wird uns noch witgeteilt, daß die Behandlung der Judenfrage nicht auf der Tagesordnung der Studentenversammlung stand. Die Annahme einer derartigen Resolution, die an die Prozentnorm Rußlands erinnert, war mithin eine Ueberrumpelung der jüdischen Studenten deutscher Staatsangehörigkeit. Der Beschluß selbst lautet: „1. Deutschstämmige Angehörige fremder Staaten sind wie deutsche Staatsangehörige zu behandeln. Sie haben jedoch vor der Immatrikulation, schriftlich auf Ehrenwort zu erklären, daß ihre Muttersprache die deutsche ist und daß sie von Vater- und Mutterseite bis zu" den Großeltern einschließlich kein jüdisches Blut haben. Letzteres ist auf Verlangen nachzuweisen. 2. Die Studentenschaft vertritt den Grundsatz des Selbstbeftimmungsrechts der Völker und kann es nicht billigen, daß staatliche Minoritäten in Deutschland Rechte beanspruchen, die ihnen ihrer Zahl nach nicht zuftehen. Sie verlangt daher, daß Juden