Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 3 (März 1920)
- Article
- Nürnberg [Nachricht]
- Date
- 1920-03-01
- Page
- 122 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Im deutschen Reich Am 15. Januar fand in Nürnberg die Geueralversümmlung der Ortsgruppe statt. Dr. Gallinger erstattete einen sehr ausführlichen Jahresbericht. Er berichtete nicht nur von der Tätigkeit der hiesigen Ortsgruppe, sondern auch von der großen Arbeit, die die Zentrale in Berlin leistet. Die Ausführungen zeigten, in welcher Rührigkeit die Ortsgruppe arbeitet. Die Versammlung nahm einen durchaus harmonischen Verlaus. Frau Justizrat Ollendorf-Breslau sprach Ende Januar in Rybmch BeuLherl/ Hindenbrrrg und KaLLowitz über die tz o ch f L.u t des Antisemitismus. Die ausgezeichneten Ausführungen der beliebten Rednerin fanden in den ausnahmslos stark besuchten Versammlungen ungeteilten Beifall. Am Samstag den 10. Januar, hielt die studentische Ortsgruppe des CenLraLverems in Freiburg i. Br. eine Versammlung im überfüllten Saale der Brauerei Sutter ab. Rechtsanwalt Hanauer (Mosbach) hielt einen Vortrag über „D a s d e u L s ch e Judentum und seine Gegner". Der Redner zeichnete mit treffenden Worten die heutige Lage der Juden in Deutschland. In der Diskussion ergriffen u a. auch Redner der nationalen Studenten Partei das Wort, die zwar vom Radauantisemitismus abrückten, im übrigen aber von ihrer Stellungnahme gegen das Judentum nicht abließen. Die Versammlung, zu der in ansehnlicher Zahl nicht nur christliche Studenten, sondern auch christliche Bürger erschienen waren, zeigte, daß durch gegenseitige Aussprache eine Verständigung mit Andersdenkenden wohl möglich ist. Die studentische, Ortsgruppe des CentraLvereius, Berlin, hielt am 12. Februar 1920 im Horsaal 122 der Universität mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen zum Studentenausschuß eine große öffentliche Versammlung ab. Das weite Auditorium war dicht gefüllt. Das Hauptreferat hielt unser bewährter Freund Dr. Weil, früher in Straßburg, jetzt in Berlin, der in durchaus sachlicher, äußerst' interessanter Weise die historische Entwicklung der Beziehung der Juden zur Studentenschaft darstellte. Mit besonderem Nachdruck schilderte er die Dinge bei der Burschenschaft und wies nach, daß^zu einer Zeit, da die politischen Leidenschaften noch nicht durch den Haß gegen die Juden gesteigert gewesen seien, die Juden als treue Mitglieder der Burschenschaft gern gesehen und hochgeachtet gewesen seien. Mit kräftigen Worten wies er ' den Antisemitismus in der heutigen Studentenschaft zurück, den er als der Jugendunwürdig und der ernsten Zeit unwert bezeichnete. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag setzte eine zweistündige Diskussion ein, die teilweise sehr erregte Formen annahm. Zahlreiche Gegner des Judentums machten in ihren Ausführungen aus ihrem Haß gegen die Juden kein Hehl. Ihnen wurde von jüdischer Seite mit Nachdruck und mit flammender Begeisterung entgegnet. Ein zionistischer Redner vertrat gleichfalls seine Anschauung. Im Schlußwort, das die Versammlung trotz der vorhergehenden Erregung mit ernstestem Interesse anhörte, beschäftigte sich der Referent nochmals kurz mit den Ausführungen der antisemitischen Gegner, die er in geschickter Weise widerlegte. Die akademische Ortsgruppe Berlin darf diesen Abend jedenfalls nach der Richtung als einen vollen Erfolg buchen, daß er eine machtvolle Kundgebung der von ihr vertretenen Idee war und als solche auch den Gegnern in die Erscheinung treten mußte. __ Verarrstaltrmgerr. ArbsrtsgeMeirrschast jüdischer Jugendorganisationen von Grotz-Verlim Bureau: Berlin 8^ 68. Lindenstraße 13, I. Geschäftsführerin: Käthe Arndt. Mittwoch, den 24. März d.>J., abends 8 Uhr, pünktlich im