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Im deutschen Reich · 1920-02-01 · Heft 2 (Februar 1920) · p. 91

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 2 (Februar 1920)
Article
Der Zentrumsparteitag gegen den Antisemitismus
Date
1920-02-01
Page
91 (sequence 2)
Language
German
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Vermischtes 91 bent gläubigen Judentum und der Estnischen Zentrum spartei stets freundliche Beziehungen ergeben. Ich verweise nur auf hie ausgezeichnete Rede des Rabbiners OrRSchestelowitz in einer großen Zentrumsversammlung dieses Winters, in der die Katholiken und gläubigen Israeliten gleichzeitig sich gegen jene Vergewaltigung wandten, dir ihnen vom Ministerium Adolf''Hoffmann drohte- Auch deshalb müssen wir den Antisemitismus bekämpfen, weil er sich politisch als unfruchtbar erwiesen hat. Die großen Judenhetzen,' die in den 9Oer Jahren und später in der deutschen Parteigeschichte einsetzten, haben sich als politisch geradezu Zerrüttend herauZgestellt. Wir haben trotz allen Lärmens. praktisch keine AuZnahrnegesetze gegen die Juden Zustande gebracht. Dieses Gesetz wäre im übrigen auch intolerant und unparteiisch gewesen. Es-wäre, rein juristisch gesprochen, auch praktisch unmöglich gewesen, es auZZusührcn, weil es tatsächlich nicht angängig ist, zwischen gläubigen Juden und Reformjuden Zu unterscheiden, ebenso zwischen Israeliten, die Zum Christentum übergetreteu sind, und zwischen Rasssiudsn. Die antisemitische Bewegung hat .in der deutschen Sozialreformpartei und in der deutschen Reformpartei Gebilde geschaffen, die nicht leben und nicht sterben konnten. Ich fasse zusammen: Die antisemitische Bewegung ist im Grunds genommen christentumsfeindlich.' Sie ist politisch unfruchtbar und überaus gefährlich. Deshalb ist von unserer Presse, die es mit dem Christentum und mit der Zentrumspolitik ernst nimmt. Zu erwarten, daß sie sich nicht in dem Bahnen "des Antisemitismus verliert. Wir haben in dieser Hinsicht in letzter Zeit vereinzelt Erscheinungen zu beklagen, die zum Glück nicht die Regel sind, die aber doch allen einzelnen Erscheinungen bedauerlich sich anpassen. Es gilt für diese Blätter eine Nachprüfung ihres Standpunktes im Sinne des Zentrumsgrundsotzes, der die Wahrheit betont und dabei christliche Wahrheiten nicht erschüttert wissen will, im Sinne jener Freiheit, die sich'gegen Ausnahmegesetze wendet, im Sinne des Rechts, das auch das Recht der MinoriLätskonfessiON schützt. Wer Antisemit ist, besorgt die Geschäfts der Dputschnationalen, und daß Anhänger der Zentrumspartei die'Geschäfte' eines politischen Gegners besorgen, das darf nie und nimmer geschehen!" Lebhafter Beifall folgte diesen Ausführungen. b) NacheiHLerr bem .MdrschyA Leben. Rücktritt des Herrn Geh. Kat Eugen Fuchs. In der jüdischen Presse ist anläßlich des Betanntwerdens des Rücktritts des Herrn Geh. Rat Fuchs vielfach die Ansicht vertreten worden, daß dieser Rücktritt aus prinzipiellen Gründen erfolgt sei. Sv schreibt der in Bonn erscheinende „Jüdische Bote vom Rhein", daß Herr Geh. Rat Fuchs deshalb den Vorsitz niedergelegt habe, weil er sich mit der extremen Richtung, die der Verein in letzter Zeit eingeschlagen habe,, nicht mehr decken könne. Daraufhin wurde von uns, gleichzeitig auf ausdrücklichen Wunsch des Herrn Geheimrat Fuchs, an die Redaktion des „Jüdischen Boten vom Rhein" der nachstehende Brief gesandt, dessen Inhalt hoffentlich alle derartigen Gerüchte Niederschlagen wird: „In Nummer 25 der Zeitschrift -Der Jüdische Bote vom Rhein" ist das Gerücht verzeichnet, Herr Geh. Rat Di*. Engen Fuchs habe sein Amt als Vorsitzender des Centralvereins niedergelegt, weil er

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