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Im deutschen Reich · 1920-02-01 · Heft 2 (Februar 1920) · p. 88

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
26 (1920)
Issue
Heft 2 (Februar 1920)
Article
Versammlung [Nachricht]
Date
1920-02-01
Page
88 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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88 Im deutschen Reich Br. Jacob - DorLmun.d einen Vortrag über das Thema? „Judentum und RevoluLion" hielt. — Die von Herrn FriedlLnder geleitete, stark besuchte Versammlung folgte den geistvollen Ausführungen des bekannten ausgezeichneten Kanzelredners mit größtem Interesse und dankte mit großem Beifall dem Referenten. Der zweite Vorsitzende des Centralvereins, Herr Justizrat Br. Brodnitz, gab im Anschluß an diesen Vortrag, in packender Form eine Schilderung der augenblicklichen antisemitischen Bewegung und forderte unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden zum engeren Zusammenschluß aller Juden auf. — In der Diskussion erfolgte in sattsam bekannter Art ein zionistischer Vorstoß gegen den Centralverein, der aber von Herrn Br. Wiener und im Schlußwort von Justizrat Dr.Brodnitz glatt und überzeugend abgewiesen werden konnte. Ueber den Vortrag von Rabbiner Dr. Jacob werden wir in der nächsten Nummer noch berichten. Veranftattrwge». Arbeitsgemeinschaft jüdischer Jugendorganisationen von Groß-Berlin. Bureau: SW 68, Lindenstraße 13, I. Geschäftsführerin: KätheArndt. Sonnabend, den 21. Februar, gbends 3U8 Uhr, im Muschelsaal des ,,Rheingold", Potsdamer Straße 3:^ Vortrag des Herrn ean d. jur, Franz Ludwig Fuchs über „Entwicklung des Abwehrgedanken s". Anschließend Diskussion. Vermischtes. a) Zrrdenfeindliches nnd Irrderrfrerrndttches. Ein antisemitischer Oberkirchenrat. Die „Badische Presse" in Karlsruhe hat auf die Bitte unserer Ortsgruppe Karlsruhe folgendes veröffentlicht: „Am 22. Oktober richtete der Centralverein an den Landtagsabgeordneten Geh. Oberkirchenrat Mayer das folgende Schreiben: Sehr geehrter Herr Oberkirchenrat! Als Vorsitzender der Ortsgruppe Karlsruhe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens muß ich mich in folgender Angelegenheit an Euer Ehrwürden wenden. Nach dem ,Bericht des „Karlsruher Tageblattes" über den Parteitag der deutschnationalen Volkspartei haben Sie in Ihrer Rede erklärt: „Vor dem Radau- und Pogromantisemitismus muffe man sich hüten, da Anzeichen dafür vorhanden seien, daß diese Bewegung von Fuden a u s g e h e." Nach dem Bericht der „Badischen Presie" haben Sie erklärt, „daß Pogrome häufig von der anderen Seite selbst angezettelt werden". Ich darf Sie hiermit bitten, diejenigen tatsächlichen Vorgänge mir bekarmtzugeben, welche Ihre Behauptung rechtfertigen sollen. Hochachtungsvoll und ergebenst gez. Dr. Marx, Vorsitzender. Der Centralverein erhielt darauf folgende Antwort vom 11. November: An den Centralverband deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Karlsruhe, z. H. Herrn Dr. I. Marx! Sehr geehrter Herr Doktor! Auf Ihre Zuschrift vom 22. v. M. erwidere ich, daß die darin in Anspruch genommene, in meiner Rede auf dem Parteitag der Deutschnatio-

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