Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1920)
- Article
- Dortmund [Nachricht]
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 36 (sequence 2)
- Language
- German
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88 Im deutschen Reich lativ günstigen Verhältnisse betonte, die hier banl einer wachsamen rmd nachdrücklichen Tätigkeit der Ortsgruppe bis jetzt noch herrschten. Er betonte besonders die parteipolitische Neutralität des Centralvereins, während er andererseits von jeder Partei, die den Anspruch mache, für anständig zu gelten, die unbedingte Verurteilung des Antisemitismus in jeder Form verlangte. Den Hauptvortrag hielt der Syndikus des C e n t r a l v e r e L n s, D r. tz o l l ä n d e r , über „D i e N o t d er Zei L". In wirksamen Ausführungen, die auch dem Gegner gerecht wurden, legte er die in der Not der Zeit begründete Disposition zu antisemitischen Regungen dar, widerlegte dann aber um so schlagender die sachlichen Argumente. Nachdem er eine Reihe antisemitischer Schlagworte in ihrer Tätigkeit und Verkehrtheit beleuchtete und die politischen Wurzeln der ganzen Agitation ausgedeckt harte, wandte er sich den Aufgaben unseres Kmnpfes zu und schloß mit einem lebhaften Appell zur allgemeinen Mitarbeit. , Der Vorsitzende richtete in fernem Schlußwort an die zahlreichen hier im Westen angesammellen Glaubensgenossen, die aus den mit der Loslösung vom deutschen Vaterland bedrohten östlicher: Landesreilen stammen, 'die dringende Mahnung, sich unbedingt an den bevorstehenden Volksabstimmungen zu beteiligen und ihre Stimme für die Zugehörigkeit zum deutschen Volk und Vaterland in d i e W a g s ch a l e z u w e r s e tu ■ m In Mühlheim a. Ruhr fand am 24. November v. I. eine zahlreich besuchte Versammlung der Ortsgruppe des CentralDereins statt. In Vertretung von Br. Holländer-Berlin, b£r verhindert war, hielt Rechtsa n w a l t Abel-Essen ein Referat über die „N otter Zei t", in welchem er die brennenden Fragen der GÄzenwart einer eingehenden Behandlung unterzog. Seine Ausführungen wurden wirksam unterstützt durch einen anschließenden Vortrag von Rabbiner Dr. Neumark - Duisburg. Die Diskussion ergab mancherlei Anregung für die Kampfarbeit gegen den Antisemitismus, insbesondere wurde gerügt, daß manche Glaubensgenossen noch zu den ständigen Käufern der antisemitischen Schmutzliteratur zählen. Zum Schluß wurde beschlossen, an jedem zweiten Donnerstag im Monat eine allgemeine Versammlung abzuhalten. Eine größere Anzahl neuer Mitglieder trat der Ortsgruppe bei. Die Gemeindemitglieder in Krossen a. d. Oder vereinigten sich am 24. November v. I. zu einer Besprechung der augenblicklichen Lage, in der Schriftsteller Beer - BerIru das Referat über „D r e Gefahr der antisemitischen Hetze" übernommen hatte. Die von Herrn Sanitätsrat Dr. Köhler geleitete Versammlung nahm einem stimmungsvollen Verlauf. In Oberhauseu, NHeml., fand am 25. November unter dem Vorsitz von R. A. L ö w e n st e t n eine zahlreich besuchte Mitgliederversammlung statt. An das ausgezeichnete Referat von Dr. Münchhausen über oie am 20. November stattgefundene Delegiertenversammlung schloß sich eine angeregte Diskussion. Die Ortsgruppe Berlin-Mitte veranstaltete am Mittwoch, den 26. November 1919 in der Aula des Gymnasiums zum Grauen Ksioster eine Versammlung, in der Herr Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Blumenthal, Mitglied des Centralvorstandes, in einer Ansprache auf die antisemitische Hetze hinwies. Herr Dr. Wiener ging dann in einem längeren Vorträge auf die Einzelheiten dieser Hetze ein und zeigte an unzähligen Beispielen, welchen gefährlichen Grad sie schon erreicht hat. Besonders beleuchtete er das Verhältnis der polnischen Parteien zum Antisemitismus. Hiernach fand die Neuwahl des Vorstandes der Ortsgruppe statt, dessen Mitglieder nach der Konstituierung noch mitgeteilt werden/