Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 26 (1920)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1920)
- Article
- Bericht über die Hauptvorstandssitzung des Centralvereins am 14. Dezember 1919 in Berlin
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 32 (sequence 2)
- Language
- German
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S2 Im deutschen Reich von 1y2 Stunden unterbrochen wurde, ist ein großes Maß von Arbeit geleistet worden. Gleich zu Beginn der Sitzung wurde der Versammlung eine Mitteilung gemacht, die von dieser nur mit tiesster Erschütterung ausgenommen wurde. Herr Justizrat Brodnitz teilte mit, daß der Führer unserer Bewegung, GeheimratFuchs,ausGesundheitsrück sichtengezwungen sei, sein Amt als Vorsitzender des Vereins niederzulegen. An anderer Stelle wird die Persönlichkeit von Eugen Fuchs einer besonderen Würdigung unterzogen werden. Als Ehrenvorsitzender aber wird GeheimraL Fuchs auch weiter an führender Stelle unserer Bewegung die geistige Richtlinie geben. Die Empfindungen der Versammlung über die Mitteilung des Rücktritts fanden ihren Ausdruck in folgender Entschließung: „Der heute versammelte Vorstand nimmt mit tiefem Bedauern Kenntnis von dem Entschluß des verehrten Vorsitzenden, sein Amt niederzulegen. Er dankt ihm für die unendliche Arbeit, die er in. unserem Dienste verrichtete. Er sieht weiter in ihm, solange er Lebt und darüber hinaus, den geborenen Führer des Eentrawereins und wünscht dieser Anschauung darin Ausdruck Zu geben, daß er ihn zum Ehrenvorsitzenden ernennt." Neben der Erörterung der durch die antisemitische Agitation geschaffenen Arbeitslage stand die Aussprache über die innere Organisation des Vereins. Der außerordentliche Aufschwung unserer Bewegung macht es erforderlich, daß im Innern durchgreifende Aenderungen sich vollziehen. Es ist nicht mehr möglich, daß vie gesamte Arbeit ausschließlich von der Centrale in Berlin geleitet wird; es muß daneben dafür Sorge getragen werden, daß den Ortsgruppen und Landesverbänden eine erhöhte Arbeitsmöglichkeit gesichert wird. Ein wesentliches Mittel zur Dezentralisation der Arbeit erscheint die Anstellung von Verbandssyndici in den einzelnenLandesverbänden. Es ist selbstverständlich, daß in diesem Augenblick eine Führerversammlung des Central Vereins sich auch mit der Ostjudenfrage beschäftigen mußte. Wir wissen, daß unsere Gegner gerade das Problem der Oftjuden, die heute in großen Scharen das Land überfluten, zum Vorwand ihrer Angriffe gegen uns machen. Es wurde die Beteiligung des Centralvereins an dem Arbeiterfürsorge- Amt der jüdischen Organisationen beschlossen. Den Vertretern des Centralvereins wurden Richtlinien für ihre Tätigkeit in dieser Organisation gegeben. Ueber das positive Programm konnte/mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit nicht mehr eingehend genug gesprochen werden. Es soll mit eingehendem Referat des zuständigen Dezernenten den Ortsgruppen übersandt und dann an erster Stelle auf der nächsten Vorstandssitzung beraten werden. Gegenstand der Verhandlungen war dann schließlich noch die Zeitungsfrage. Die Notwendigkeit, in immer stärkerem Maße