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Im deutschen Reich · 1919-12-01 · Heft 12 (Dezember 1919) · p. 529

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 12 (Dezember 1919)
Article
Eine Aussprache zwischen Christen und Juden!
Date
1919-12-01
Page
529 (sequence 2)
Language
German
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VerÄnsnüchrichLerr 529 wiB dagLgen auf die Entwicklung im Kr löge und während der Revolution An, die deutlich beweise, wie alle Kreise des Volkes von dem Gifte des Wammonismus zersetzt würden. " Von jüdischer Seite legten Dr. Paul Nathan und Professor Ludwig Stein Verwahrung gegen die üblichen Verallgemeinerungen des AntissMitismus ein. Sie wiesen insbesonders. au dem Beispiel der Presse nach, wie unhaltbar es sei, für Verhältnisse, die durch die gesamte moderne Entwicklung bedingt seien, die Juden veranLworÜich zu machen. Rabbiner Dr. B rre d und Br. Jsmar Freund legren dar, wie das Judentum allen Verfolgungen zum Trotz die Jahrtausende überdauert habe. Dies sei nur durch den gewaltigen Idealismus seiner Bekenner möglich gewesen. Dr. Cora Berliner wandte sich mit aller Schärfe dagegen, daß die Verschiedenheiten der Rasse, die gewiß beständen, die Juden verhindere, Deutsche zu sein. Die 'Zugehörigkeit zur deutschen Volksgemeinschaft werde erworben durch gemeinsame Geschichte und Kultur, vor . allen Dingen aber durch den Willen züm Deutschtum. Sie erneuerte das an anderer Stelle abgelegte Gelöbnis der jüdischen Jugend, durch eine unermüdliche Arbeit an sich selbst und durch eine restlose Hingabe an die vaterländischen Aufgaben ihren Teil zur geistigen und sittlichen Erneuerung Deutschlands heizutragen. Studiosus Le'chler als Vertreter einer Jugendorganisation, die den Juden ablehnend gegenüöersteht, bat im Anschluß daran, die Aussprache im Kreise der jugendlichen Mitglieder deutscher JugendveröLnde fortzusetzen. Diesem Wunsche wird der Jugendverband zweifellos Rechnung tragen. Möge immer der gleiche Geist der Aufrichtigkeit, des Berantwortlichkeitsgefühls und der heißen Vaterlandsliebe walten, der an diesem Abend alle Zuhörer so tief ergriffen hat. Das Stenogramm der Versammlung ist gegen Einsendung eines Betrages von 1,60 M. vom Bureau des Vorstandes der jüdischen Jugendvereiue Deutschlands, Berlin 0. 2, Burgstraße 26, p beziehen. VZreiRsrmchrtchtLN. In FmRZenLerg i. Hessen hat sich vor kurzem eine Ortsgruppe des Centralvereins gebildet. Zum ersten Vorsitzenden^ wurde Br. Oppenheimer, zum zweiten Vorsitzendem und Schriftführer Lehrer. S t e rn, zum dritten Vorsitzenden und "Kassenführer Moritz K a tz e n st e i n gewählt. SWMkMLKöL. Die antisemitische Hetze, die in den Badeorten rn diesem Sommer ganz besonders in die Erscheinung trat, veranlaßte die Swinemimder Gemsindemitgtieder Anfang Oktober zur Einberufung einer Versammlung. Der Einberufer, Zahnarzt Ernst M a r g o n im s k y, hielt ein ausgezeichnetes Referat über die allgemeine politische Lage.und die anLisemitischen Strömungen im deutschen Vaterlands: zum Schluß ging er eingehend auf die örtlichen Verhältnisse ein. In der sehr lobhaften Äus^ spräche, machte sich allgemein der Wunsch geltend, eins eigene Ortsgruppe des Central Vereins zu gründen. Demzufolge fand die Gründung sofort statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Zahnarzt Ernst Margoninsky, zum zweiten Vorsitzenden K a ix f m a n n 8. Lifschitz und zum Kassierer Bankier Georg Jäcoöy.gewählt. Die Ortsgruppe Bad Mergentheim hielt am 23. Oktober eine Versammlung ab, in der Br. Wiener-Berlin einen Vortrag über das aktuelle Thema „Antisemitismus" hielt. Die gut besuchte und erfolgreich Verlaufens BersammlunZ wurde von Herrn Heidelberger gäeitet.

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