Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1919)
- Article
- Nochmals: Juden und Kriegsgesellschaften
- Date
- 1919-12-01
- Page
- 526 (sequence 3)
- Language
- German
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hm Im deutschen Reich Die amtliche Nachrvsisung enthält insgesamt 2Z5 Angestellte Mit Wer LLW9 Mark Ginkorstmen. Hält Man dem die von der spüruasigsn „Kreuz- Zeitung" aufgeführtsn 27 „Jüdischen " Namen —- Mehr sind nämlich in der gesamten Liste nicht Verzeichnet gegenüber, so ergibt sich daraus, bei NNterstelluNg des Zuverlässigen RasseninstiNkts des aNtifemiLischen Gewährsmannes, für die Juden ein Prozentsatz von 11 v. H. der gesamten höheren AntzestelLLerr. Hätte die dZuLschnatrouale Korrespondenz sich der Mühe unter- Zogen, anstatt aus dieser, immerhin nur einen geringen Teil des irr den KriegsorgarnfaLiouen befindlichen Personals euthalisudLn Nüchweisuug an Hand des amtlichen VerZmchmsses der gesamten 253 KrieZsgesellschaften usw. nach dem Stand Dom L. Februar 1818 eine sorgfältige Statistik LNZustellen, so würde sie folgendes ermittslt haben: Von den 563 Personen in leitenden Stellungen (Kommissionär, Direktoren, Geschäftsführer usw.) sind 454 gleich 60,7 Prozent zWeifelsfret christlichen Glaubens und 54 gleich 9,6 Prozent jüdischer Abstammung- Nimmt mau dieses VerüLlLms auch für den Nest der 55 Konfessionsfraglichen, so ergibt sich daraus, daß die Gesamtzahl der jüdischen Midsrbeiter in führenden Stellen der KriLgsgefellschafLen insgesamt 65 gleich 11,5 Prozent ist, dasselbe Ergebnis also, wie in der eingangs erörtertsn Nachwsifrmg. Berücksichtigt man, daß diese Kri§gZgsssüschaften zum größten Teil , Persona! der Großstädte haben, daß also bei statistischen Berechnungen nicht der Prozentsatz der Juden im Reiche, sondern der weit höhere in den Großstädten, insbesondere in Berlin zugrunde zu legen ist, daß dis Zu Kriegsöegmn durchweg konfernativ-alldsAtsch-reakLiOuLren Reichsdehörden sicherlich nicht aus phiLsfemiLifchen, sondern aus Gründen des SLaatsinteresses auch den jüdischen ^Tüchtigen freie Bahn" gegeben Haber?, und bedenkt mau ferner ihre historisch Verständliche BsrufsschichLung, so wird diese Statistik geeignet sein, endlich einmal mit den Märchen non der Verjudurrg der KriZgsgLsellschLsten aufzuräumsn. Und wenn der „Mann der Wahrheit", Herr Bruhrr, m der Nationalversammlung sich sittlich darüber entrüstet, daß Herr Meyer ein Gehalt von 37000 Mark und Herr Or. Loeser er» solches von 3000O Mark bszieht, und hie ^Deutsche TageszeitMg" vom 29. Oktober 1919 sich m seiner flammenden Entrüstung ein anLissmitifches ParLeisüppchen kochte, so sei der Richtigkeit halber fsstgssteLt, daß diese Herren nicht mehr und rücht weniger Juden sind, wie etwa Herr, ErzLerger, von dem der .Münchener Beobachter" berichtet, daß er Zu? Verbergung seiner jüdischen Abkunft das Zuständige heimische PfarrarchiV gegen jede ksntrollierends Einsicht hat sperren lassen." ' AuffallenderweisL hat die ^Kreuzzeituüg" die HschbesoldeLerl Lei den Reichsöehörden in ihrer Statistik übergangen. Wahrfchemlich hat sie Loch Bedenken gehabt, die dort beschäftigten Herren, wie Baron v. SLoLhammer, v. Brentano I, v. Stein, v. GeLsatLeL, d.Jgel, v. Haas usw., als Juden aufzuführeu. Daß unsere RichngstellunF Len Kreisen der „VolksaufflLrer^ sehr peinlich war, zeigt die auffallend schwache Entgegnung der ^Wahrheit" vom 22. Nodsruber 1919, dis die Möglichkeit eines Irrtums in ihrer Judenzahlung zugibt. Wenn durchaus Tenderrzstatistik getrieben werden mutz, sollte die „Wahrheit" einmal mit einer Zählung der Adligen unter den Handarbeitern beginnen, anstatt erst einen Gegner zu beschimpfen und sich dann ein Hintertürchen offen zu Lassen. Las ist, Meinen wir, nicht deutsche Art!