Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1919)
- Article
- Herr S. Plocki
- Date
- 1919-10-01
- Page
- 447 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Vücherschau 447 Herr S. Plocki, der frühere langjährige Leiter des „Jüdischen Waisenhauses" in Hamburg, feierte am 14. September in vollster körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Er ist ein treues ^Mitglied der Ortsgruppe Hamburg des Centralvereins, das stets tatkräftig für dessen Ziele gewirkt hat. Von Interesse ist noch, daß Herr Plocki seinerzeit von dem streng konservativen Kultusminister Falk als erster jüdischer Lehrer an die Simultanschule in Flatow berufen wurde. Herr Samuel Neugartsn in Dortmund-Huckarde, hat Anfang September unter großen Ehrungen seitens der Stadt seinen 70. Geburtstag gefeiert. Eine Reihe auch christlicher Korporationen feierte Herrn Neugarten, den Vorsteher der dortigen jüdischen Gemeinde. BKcherfchsA. „Wisse, Was Du dem GottesleugNer ctäimzüßn fssHfi" Ein Büchlein Zur Bekämpfung des Materialismus von Hermann Co'hn-Kopenhagen. Der Verfasser «dMes kleinen Werkes ist Metaphysiken er ist Gegner der materialiisUchjen Weltanschauung-. iSein Glaube an den einen Schöpfer des Weltalls ist unwandelbar. Und so sind die Aufsätze und Vorträge von ihm zu einer Sammlung von Beweisen für das Dasein Gottes., und der Weltenfchöpftrng nach bMi'scher Ueberlieserung zusamMengefaßt worden. Sie sollen den Ungläikbi.gen vermittels der modernen Wissenschaft und Philosophie den Beweis liefern, daß die Offenbarungen der Natur und der Thora, sich decken. Rabbiner Samson Raphael Hirsch, eine Autorität in der heiligen Lehre, wie -in den profanen Wissenschaften, bemerktin feinem Buche:: „,•19 Briefe an Ben IT'fiel": Es gibt zwei Gottesoffenbarungen: die Rat ur und die T hotc. und was diesen Offenbarungen widerspricht, können wir unbesehen als falsch Mfdte legen!" Wenn moderne Gelehrte, z. B. Prof. Büchner oder Haeckel behaupten: .„Die Materie sei von -Ewigkeit her da", so mutz das auch falsch sein, selbst wenn wir noch keinen Gegenbeweis gefunden hätten, sagt der Verfasser. Sehr schwierig ist es für einen Laien, den Gegenbeweis der modernere Anschauung z. B-. Höckels. anzntreten. Hackels Abstammungslehre, früher stark befehdet, hat sich -eine große Gemeinde in der Welt erworben. Der soeben verstorbene Verfechter dieser Lehre hat sich -einen unvergänglichen Namen in der wissenschaftlichen Weckt erobert; und wenn der'^ Verfasser dieses Werkchens auch eist Antipode des Gelehrten und berühmtesten Naturforschers hm Geigen wart ist, so mlutz man feiner Beweisführung. die Zwar nicht unwiderlegbar, jedoch glaubhaft ers-chsint, die gute Absicht hierbei cmrechnan- Der Verfasser nennt Haeckel im Vorwort (pag. TV) als Philo'soph.en einen Fanatiker im schlim-rnsten Sinne des Wortes. Hierbei schüttet der Autor das Kind mit dem Bade ans. Bekanntlich ist die Philosophie eine Wissenschaft, mit der sich nichts beweisen läßt. Jeder neue Sucher auf diesem Pfade zerstört die Wege des Vorhergehenden, nennt sie ein Labyrinth . . . Adickes schreibt in seinem Wer'?: „Kant contra Haeckel", Berlin 1906: „Konfeguenz des Denkens ist eine Eigenschaft bite man vergeblich bei Haeckel chchr . . Fr. Paulsen erklärte: 'her habe mit brennender Scham die „Wtzlträthsel" gelesen, mit Scham über den Stand der Lllgsmisinen Bildung und der philosophischen Bildung unseres Volkes. Um sich eine Ansicht zu bilden — auf religiöser Basis — ist das Büchlein empfehlenswert. Die An schaffungs kosten sind gering. Der Erlös ist für die notleidenden russ. und poln. Glaubensgenossen bestimmt. F. N. Das Buch' ist zu beziehen nom „GLLriel-NiLtzer"-Ver!sg nnh BuchharrhLurrg G. m. b. H., Berlin §M. 68, Lmderrstratze 13»