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Im deutschen Reich · 1919-10-01 · Heft 10 (Oktober 1919) · p. 446

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 10 (Oktober 1919)
Article
Der Rabbinerverband in Deutschland
Date
1919-10-01
Page
446 (sequence 1)
Language
German
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446 Im deutschen Reich Der Rabbirrerverband irr Deutschland hat an alle Gemeinden, welche Rabbiner anstellen, folgendes Rundschreiben gerichtet: „Durch die traurige Wendung, die in den Geschicken unseres deutschen Vaterlandes eingetreten ist, ist auch die Stellung zahlreicher Rabbiner in den LandeZteilen, die nach den Friedensbedingungen von Deutschland losgelöst werden sollen, ernstlich bedroht. Eine nicht geringe Anzahl der in diesen Landesteilen gelegenen Gemeinden wird durch den Fortzug der steuerkräftigsten Mitglieder überhaupt nicht mehr in der Lage sein, einen Rabbiner halten zu können, andere werden in ihrer Stenerkraft so geschwächt werden, daß sie ihren Rabbiner nicht in der bisherigen Weise werden besolden können. Manchen Rabbinern wird auch das Verbleiben in ihrem Amte unmöglich gemacht werden, weil sie durch ihre deutschpatriotische Haltung wahrend der Kriegszeit ihre Stellung der neuen Regierung gegenüber gefährdet haben. Wir richten deshalb an die verehrlichen Vorstände der Synagogengemeinden in Deutschland die dringende Bitte, bei der Wiederbesetzung der in ihnen zur Erledigung gelangenden Raböinerstellen diese ohne ihre Schuld in ihrer Existenz bedrohten Rabbiner in erster Reihe berücksichtigen zu wollen. Wir betrachten das als eine Ehrenpflicht der Gemeinden, der sie sich, wie wir zuversichtlich hoffen, nicht entziehen werden. Der geschäftssührende Vorstand des Rabbinerverbandes in Deutschland. G u t t m a n n - Breslau, Nobel- Frankfurt a. M., Seligmann- Franlsurt a. M., Blnmenthal-Berlin, Rosenthal-Eöln, Kopfstein-Beuthen i. O.-S." PersonaNa. Mit dem in diesen Tagen dahingeschiedenen Breslauer Rabbiner, Professor GuLtmarm, ist eine der hervorragendsten Persönlichkeiten des deutschen Judentums dahingeschieden. Weit über die Grenzen seines Amtskreises hinaus, hat sich Professor Guttmann durch seine wissenschaftlichen Arbeiten und in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rabbinerverbandes einen bleibenden Namen erworben. Ein Geistlicher, wie er in Wahrheit sein soll: ein treuer Freund seiner Gemeinde, ein starker Verfechter seiner Lehre. Die Organisation, deren Führung er inne hatte, ist besonders schmerzlich durch diesen Verlust betroffen;, aber mit ihr empfinden alle anderen großen jüdischen Organisationen sein Dahinscheiden aus das schmerzlichste. Auch der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wird stets dieses hervorragenden Mannes, dieses wahrhaften deutschen Juden gedenken. StrMenmt ßr* Moritz GÄldschmM in Kattowitz ist im Alter von 56 Jahren plötzlich gestorben. Prof. Or. Goldschmidt, der viele Fahre lang Vorsitzender unserer Kattowitzer Ortsgruppe war, war eine vornehme, liebenswürdige Persönlichkeit, ausgezeichnet durch besondere Pflichttreue. <Seitt Interesse für die Angelegenheiten des Judentums war so groß, daß er sich trotz seinem nicht gefährlichen Leiden der Sache des Centralvereins bis zum letzten Augenblick gewidmet, hat. Unsere Kattowitzer Ortsgruppe hat dem Entschlafenen folgenden Nachruf gewidmet: .„Am 29. Juli starb plötzlich der langjährige Vorsitzende unserer Ortsgruppe. Herr Studienrat Or. Moritz Goldschmidt. Mit Äer Arbeitssreudigkeit und Hingabe, die seine ganze Persönlichkeit auszeichnete, hat er auch der Sache des Centralvereins gedient und die Geschäfte unserer Ortsgruppe geführt. In tiefer Trauer beklagen wir den allzu frühen Heimgang des ausgezeichneten Mannes und treuen Mitarbeiters." — Wir werden dem zu früh Entschlafenen ein freundliches Andenken bewahren. Me Leitung der Kattowitzer Ortsgruppe hat inzwischen der bisherige 2. Vorsitzende. Sanitätsrat Dr. Ehrenfried, übernommen.

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