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Im deutschen Reich · 1919-10-01 · Heft 10 (Oktober 1919) · p. 444

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 10 (Oktober 1919)
Article
Sozialdemokratie und Antisemitismus
Date
1919-10-01
Page
444 (sequence 2)
Language
German
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444 Im deutschen. Reich LandZLsrg fartbte der J3hätu dts* kurze Erwiderung. Dis Redaktion teilte ihm mit, daß sie dis Diskussion als abgeschlossen betrachten möchte, worauf L. seine Grroidsrrrng dem ^Vorwärts" schickte. L. führte u. a. aus: ■ „Herr Wmnia weiß sich Bon jeder sntifsmitifchen Regung frei". Und hat doch in Nr. Iß der „Glücks" unseren Osnoffen jüdischer Abstammung Zugernutst, „sie sollten darauf Verzichter?, dem deutschen Volks da ihren Rat Zu erteilen, wo ihnen, durch ihre volkZfreuids Abstammung der Weg Zum Verständnis für das Fühlen des Volkes versperrt vt*. Kurz gesagt: jeder deutsche Jude soll sich als Deutscher, und wenn er Sozialdemokrat ist. als Parteigenosse zwsiten Ranges fühlen und verhalten, Mit anderen Worten stehr das auch in jedem antisemitischen Programm. Die Trans (m den ^Eisernen Blättern") und Bruhn (in der' „Wahrheit^) schon, warum sis Wirmig als Retter begrüßt haben. Winnig tut mir die Ehre an, mich als Typus der ihm unsympathischen Inden zu 'behandeln. Sr irrt. Ich hm ein kleiner Vorstadtarzt in eine? zLrückgeLLisbenen Grsßstodt, Habs nkmanh hinter mir, msmand mn mich. Aber ich glaube wie Tausende anderer deutscher Juden nach bestem Ermessen schweißend meine Pflicht als Deutscher getan zu haben. Und deshalb ' lehne ich mich gegen einen Angreifer 'auf, der mir diese SelöstBerständlichkeiL abspricht. Meint er nicht schließlich auch, daß §Z in der hoch differenzierten Volksgemeinschaft von heute nur einen Standpunkt gibt,' der eines vorurteilslosen Menschen würdig ist-, jeden einzelnen nach seiner Leistung und nach feinet Haltung zu bewerten? Dasnämlich scheint mir des Pudels Kern Zu sein. Die deutsche Reaktion braucht volkstümliche oder demügogischL Mittel, um die Massen hinter' sich zu bringen. Das wirksamste derartige Mittel ist der ÄntisemitiZmus. Ist es Sachs eines sozialdemokratischen Führers, vielleicht gestützt auf vorschnell verallgemeinerte ftrhjektive Eindrücke, der Realtisn dabei in die Steigbügel zu helfen ¥* Der Remmumst Wadler. Der „NegenLöurgsr Anzeiger" und nach ihm mehrere andere Blätter, unter ihnen auch düs Kunzesche „Deutsche Wochenblatt", haben behauptet, daß Wähler lein Altöayer^ sondern ein ausländischer, aus Galizien stammender Jude sei. Wadler habe ursprünglich Wolf Adler geheißen, und aus dem W. Adler sei durch Zusammenziehung der christlich klirrende Name Wadler geworden. Wie uns mitgereilt wird, ist diese Angabe erfunden. Der Vater des Kommunisten, ttmfmarm Bernhard Wadler, ist schon seit Jahrzehnten unter diesem Namen in München ansässig. Demokratische Kundgebung gegen bm AniissmiLismus. Ein Parteitag der Deutschen demokratischen Partei für den Wahlkreis Berlin Hai am 18. September ohne Aussprache folgender vom Vorstand vorgeschlagener Entschließung zügestimmt: „Die zügellose LntisemiLische Hetze, welche gegenwärtig mit gewaltigen finanziellen Mitteln vor? reaktionärer Seite zur Vernichtung der Republik und Demokratie betrieben wird, ist entschieden zu bekämpfen. Sie verhindert, indem sie die verschiedenen Bevölkerungskreise geaeneinanderhetzL, den ungestörten Wiedercnffbau des niedergebrochenen Vaterlandes; sie Lntsrgräöt, indem sie Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten fördert, die staatliche Ordnung; sie vernichtet den Grundgedanken jeder demokratischen Entwicklung, die Tüchtigkeit des einzelnen unabhängig von seiner Abstammung und seinem Bekenntnis zu werten. Die Organisationen der Partei werden ersticht, der Hetze auf das entschiedendsie entgegenzn treten." ArrZ6.be des GlaubsNZbekenutRiffrs. In einer Notiz im ,,Meininger Tageblatt" (Nr. W) und im die vom FeldjägLr-KsM-

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