Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1919)
- Article
- Die vornehmen Pogromhetzer
- Date
- 1919-10-01
- Page
- 442 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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442 Im deutschen Reich die „natürlich hauptsächlich Wiener Juden" seien. Sie teilt mit, daß die Landesregierung Abhilfe versprochen hat, schreibt jedoch trotzdem: Die Stimmung der Einheimischen ist aber-so, daß man bald zu rücksichtsloser Selbsthilfe greift. Und wenn dann ein paar aufreizend schlemmerische Schieber- und Kriegsgewinnlerhebräer totgeschlügen werden — so ist das ein „Pogrom'st und die Juifpresse m den öerjubeten Weltstädten wird uns ein mächtiges Bahöl über rohe Judenverfolgungen vorgreinen. Mit rmdereu Worten: Wenn, einmal Hebräer totgeschlügen werden, so ist das Lein Pogrom, und die Judenölätter (das deutsche Blatt verdeutscht dieses Wort in „Juifprestch") haben Lein Recht über rohe JuderwerfOlguNFLN zu greinen. "Wenn wir dem Schriftleiter der „Deutsche?! Wacht" als Antwort auf solche Aufreizungen ein paar ohrfeigen geben würden, so hätten nach derselben Loigik die antisemitischen Blätter kein Recht, über körperliche Mißhandluuaeu und jüdische Unver-schLmHeit zu jammern. Der öLutsch-UKtisMlS ^HLRMungsßLMsLNDLr^rnh nnb die Juden. In einer MonaLsversLMwlung hat die Jnsteröurger Ortsgruppe des dsutsch-nütionalen HLudluugZgehrlfenveröandes. den Antrag angenommen, dem Gautag in ALenstem die Forderung dorZulegerr, daß Angestellte jüdischen Glaubens von nun an als Mitglieder in "den Verband ausgenommen werden dürfen. Bevor jedoch auf dem Allensteiner Gautag in die Tagesordnung eingetreten wurde^ tagte, wie uns mitgeteilt wird, vorerst der „Bund der Getreuen" und verteilte Flugblätter, deren Inhalt empörend war und alles überöot, was bisher in Flugblättern an Anrempelungen der jüdischen Mröürger geleistet worden ist. Der Vorsitzende der Jnsteröurger Ortsgruppe, der" nun voraussah, daß sein Antrag keine Aussicht auf Erfolg "haben dürfte, Zog ihn zurück. Nicht ZMAß Phosphor. In aurisemi-rischeu Zeitungen wird neuerdings die Behauptung beftritteu, daß von antisemitischer Seite jemalsdirekt zu Poarorneu ausgessrdert worden sei. Der bekannte Antisemit Br. Heinrich Pudor, der Verleg-er und verantwortliche Redakteur der politischen Wschenschrist „Der deutsche VoEsrat'ft den wir wiederholt kstgermgelt haLerft fordert m einem in der genannten Zeitschrift am Sl August erschienenen Artikel „Kultur-Antisemitismus oder Pogromantisernitismus?" ohne jede Scheu zu Pogromen auf. Er schreibt: „Die Antisemiten stehen noch unter dem Banne der Kulturausklärung philosophischen Andenkens und der christlichen. Toleranz und der deutschen Sentimentalität und haben nicht genug Phosphor im Blut, um sich zu dem Standpunkt des germanischen Ebers im eigenen Selbftunterhaltuuasbelange aufzuraffen." Er 'bedauert Len ^pflaumenweichen" Antisemitismus des Hammer-Fritsch und fährt fori:' „Alledem gegenüber erklären wir ganz offen, daß uns jedes Mittel recht ist, von den Juden befreit zu werden, und daß wir gegen Pogrome, wenn sie ihren Zweck erfüllen, nichts einzwwendeu haben. . . . Wir sprchen das als „Pioniere" aus, gleichgültig, ob in der „Herde" viele noch beiseite blicken oder blöken." AuLisemiLismus Ist Heer. Ein in Berlin wohnhafter jüdis ch e r KrieKteilnehm-er hat nach mehrfachen Gesuchen, aus -diie er Leine Antwort erhielt, dem 2. Echrtz-BLtl. des Jnf.-Reg. 97 t«rt Bald O-G fo-lgLndes Schreiben gesandt: „Wann erhalte ich Ne vonmir einbeHaltenen Papiere? Durch' Jhpe VerzogerungspolMk Sie nicht, daß ich ans meine Ansprüche verzichte; die bleiben bestehen."