Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1919)
- Article
- Antisemitische Blätter über eine Versammlung des Centralvereins
- Date
- 1919-10-01
- Page
- 440 (sequence 2)
- Language
- German
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440 Im deutschsn Reich verein deutscher Staatsbürger jüdischen GlaubsnZ hält feine Versammlungen in öreitester OeffemlichkeiL ab und stellt unter Ablehnung der Einmischung in religiöse und politische ParLeifragen nur die eine Forderung an seine Mitglieder: „Bekenntnis Zum Judentum und zum deutschen Vaterlands". Wenn gleichwohl die eingarrZZgenannte Presse glauben machen will, daß in unserem Verein Propaganda für den Gintritt in dis Kommunistische Partei getrieben werde, so gehört dies zu hm gsist- und geschmacklosen Verdächtigungen, denen wir bei Antisemiten eben nicht fette« begegnen. AnüsemÄisch? GiftW^en. Der „R e i ch § b o t e", das evangslifche Pastoreub-lLtt, das leider seit dem Tode Engels mrmer tiefer hinabgeglitten ist, tischte am 28. August irr einem Aussatz „Dss Judentum — Deutschlands Verderb", seinen Lesern folgerches auf: „Kurz vor dem Weltkrieg tagte in L e tr b e t g, der öerüchtigten Hochburg des uns so gefährlichen OstjudeuLmns, der internationale I it b e n! o it g r e %, auf dem folgende Entschließung feftaelegt wurde: „Brüder, wir wohnen einem gewaltigen Schauspiel bei; -das Judentum wird von Tag Zn Tag mächtiger, das Gold ist fast vollständig in den Händen der Juden, das Gold aber ist die Zukunft. Wenn also die großen Besitztümer in die Hände der Juden übergehen, werden die Christen, namentlich die christlichen Arbeiter, den Juden ungeheure Einnahmen verschaffen. Diese Geldmittel und die natürliche Gewandtheit des Judentums werden uns die käuflichen Größen willfährig machen. Sie werden uns in den Besitz der Presse und hiermit, der öffentlichen Meinung bringen. So werden wir das P r o 111 a x i a t 3 u Revolutionen u n d Umstürzen drängen. Jede solche oder ähnliche Katastrophe wird uns Schritt um Schritt dem einzigen Ziele des Judentums näherbringen, nämlich auf Erden zu herrschen, wie es unserem Vater Abraham verheißen ward." SMstvsrstanLlich stellt der „R-eichKöste" fest, Latz diese Pläne zum größten Teil Wirklichkeit geworden sind. Es ist nur merkwürdig, daß die Juden den Plänen der Lernberger Tagung gefolgt sind. Obgleich sie sie nicht kannten, denn der internationale Jräenkomgreß in Lemberg, von dem das Matt redet, hat nie stattgefunden. Mit mnem MMN UrtnÄnwr^Mrchm möchte das „Deutsche Wochenblatt" des KnLppÄ-KunK zu Berfslgnngen der Juden aufreizen. Am 24. September, gerade zu den jüdischen Feiertagen, hat das Watt tendenziöse Andeutungen gemacht, als ob in Hamburg ein Kitualmord verüb: worden sei. Es erzählte, daß in Hamburg an drei verschiedenen Stellen Leichenteile gefunden sind, die zusünrmengehörLn. Dazu schrieb das Blatt unter der Ueöerschrift: „Wieder ein se L Lsam er BluLmord": „Sämtliche Seitenteile find völlig blutleer! Wer wird da nicht an eine Reihe von meist unaufgetLärL gebliebenen Morden, Mordversuchen und MuLabzerpftrngen erinnert? HamöLTg 1914, Kiew 1811, Ernst Winter in Könitz 1800, Polna 1899, Tauten 1881, Skurz 1884 und viele derartige Morde." Das ^Deutsche WocherZlatt" will damit glauben machen, daß es sich bei den Hamburger Leichenfunderr um einen Ritualmord bandelt. Irgendeinen Beweis für seine Lndeutungen bringt es nicht. Eugen Richter fügte am 9. Februar 1861 im preußischen AbgeordneterchauA: ßMmx ich AM Ritualmmd und derMichen