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Im deutschen Reich · 1919-10-01 · Heft 10 (Oktober 1919) · p. 436

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 10 (Oktober 1919)
Article
[Ohne Titel] / B. S.
Date
1919-10-01
Page
436 (sequence 5)
Language
German
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438 Jrn deutschen Mich Kerbholz. Im Frühjahr ISIS, als es galt, die Stimmmrg in JLlüien möglichst bei guter Laune zu erhalten, wurde dem Leiter des Deutschen archäologischen Instituts in Florenz von deutschfreundlicher Seite nahegsleg't, eine Reihe von Borträgeu für ein erlesenes Publikum M verarrftalten und unter anderen Notabeln auch den OSerrrEner von Florenz und den Präsidenten der dortigen jüdischen Gemeinde einzulMen. Ersterer ist eine im gan> zen Lande hochgeachtete Persönlichkeit, mit dem König von Italien befreundet, der ihn oftmals besuchte; der Aweitaenannte ist Mitglied des Senats. Was antwortete der Leiter des Deutschen archäologischen Instituts, zu dessen Erhaltung, nebenbei gesagt, eine Anzahl von deutschen Juden namhafte Summen beiträgt? Er sagte: „Wenn ich diese beiden Herren ein lade, muß ich nachher den Saal des Instituts aus räuchern' lassen!'' . . . Das Wort wurde in ganz Italien kolportiert. Freunde hat es dem in Deutschland herrschender: Geiste nicht geworben. Das rvar ein „diplomatischer" Zug, welcher dem des Grafen Luxburg zur Seite gestellt werden kann. Es wäre höchste Zeit, daß dieser Geist aus der auswärtigen Politik .verschwände. Gambetta prägte das Wort: „l.'snticisrie.LiioiLS n’est aas un srtide d’exportatioa.“ Wenn das Auswärtige Amt dem Antisemitismus zu Leibe rücken will, so sagt es sich ohne Kveifel, daß der exportierte Antisemitismus im Anstande dem Deutschen Reich mehr schadet, -als LenJuden. ' B. S. BereLVsrmchrrchLerr. Die OrtsßrLype SchZrreöerg seranficrftete am Dienstag, den 16. September in der Aula des Werner-Siemens-Real-G^mnafluMs ihre erste Herdstvsrssmmlnng. Lebe? das Themar „Die antisemitische Hochflut" reserierts Dr. Wiener. Seinen klaren %mb fssielnden Ausführungen schloß sich eine leb Hüfte Aussprache an, Der äußere Erfolg des Abends war der Eintritt von etwa 70 neuen Mitgliedern und vielfache Beitragserhöh ungen. Die OrLSgrupps FrieöenkA— Steglitz hatte zum 16. September zu eins? Versammlung in das „HohLuZollern-NestLurant", Friedenaugeladen, die vom steLv. Vorsitzenden,^ Schriftsteller Beer, eröffnet wurde. Dipl.-Jng. 5)erz sprach über „Die Abwehr de? Pogromhetze". Der Vortrag löste reichen Beifall aus und entfeffeite eine lebhafte Aussprache. Eine Reihe neuer Mitglieder wurde ausgenommen. In Rsftsch Lübeck unb In Elmshorn sprach Schriftsteller Beer- B erlin vor gut besuchten Versammlungen über die gegenwärtige antisemitische Hetze. Das Bedürfnis nach einem regen Gedankenaustausch mit der Berliner Centrale kam überall zum Ausdruck, und hie Tätigkeit des Centralvereins, helfend und beratend den Mitgliedern in ihrem Wwehrkampfe gegen den Antisemitismus zur Seile zu stehen, wurde mit dankbarer Freude anerkannt. Dis jungs Ortsgruppe Kiel ist Znm ersten Male unter Leitung ihres Vorsitzenden Rechtsanwalt Gerson an. die OeffLntlichkeit getreten. In einer gut besuchten Versammlung sprach Rechtsanwalt vr. Stern- Berlin über das Thema: „Wohin Steuern wir?" Er schilderte in seinem Vortrag auch die Geschichte und Arbeit des Centralvereins und forderte zur Unterstützung in-dem schweren Kamps gegen die antisemitische Hetze

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