Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 9 (September 1919)
- Article
- Jugend und Abwehrkampf
- Date
- 1919-09-01
- Page
- 383 (sequence 2)
- Language
- German
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Jugend und Abwehrtamps 583 wird, vermag sie die größtmögliche Wirkung zu erzielen. Zweierlei ist hierzu vor allem notwendig: -die richtige Organisation der Jugend und ihre vollwertige geistige Ausrüstung. Schon vor dem Kriege halben alle Führer der Jugend, nicht zum wenigsten freilich auch an sich selbst, die bittere Erfahrung machen muffen, daß ihnen und der reiferen Jugend infolge des traurigen JndifferenLismus in allen jüdischen Dingen, dem das deutsche Judentum des letzten Menschenalters sich hingegeben hatte, eigentlich alles geistige Rüstzeug für den Abwehrkampf abhanden gekommen war, daß manchmal die Gegner des Judentums besser in jüdischer Geschichte und Lehre Bescheid wußten als sie selbst. Durch die langen Kriegsjahre ist der Jugend tstelfadi noch mehr der lebendige Zusammenhang mit den geistigen Quellen des Judentums verlorengegangen. So muß hier fast überall wieder ganz von neuem angefangen werden. In Kursen und Emzelvorträgen, vor allem aber durch ständigen Hinweis auf die Notwendigkeit dauernder Beschäftigung mit jüdischer Literatur und Geschichte, mit der jüdischen Tagespresse und überhaupt auf den Kampf, den wir führen und der gegen uns geführt wird, muß die geistige Rüstung der Jugend bewirbt werden. Es ist Aufgabe der Ortsgruppen, dafür zu sorgen, daß instruktive Broschüren jedem jüdischen jungen Mann und jeder Jüdin, sobald sie das 14. Jahr überschritten haben, zugänglich gemacht werden, damit sie sobald als möglich den furchtbaren Existenzkampf des Judentums keimen lernen und damit auch sich für ihn rüsten. Unsere Zeitschrift „Im deutschen Reich" kann nicht früh genug ständige Lektüre auch für die heranreifende Jugend werden, so wenig erfreulich auch manches in der Zeitschrift für einen jungen, froh in die Zukunft blickenden Menschen sein mag. Aber nur unbedingte Wahrheit, wenn sie auch noch so bitter ist, darf heute der Jugend gereicht werden. Es muß Ziel unserer Führung sein, auch in die kleinen Gemeinden hin und wieder bedeutendere Redner zu schicken, die die Jugend mit der vollen Begeisterung für unsere 'Sache erfüllen. Tenn große Borbilder sind stets die besten Mittel der Jugenderziehung gewesen, Bor allem aber muffen überall durch die LHrer unablässig Vortrags- und auch Rsdeübimgsa'bende veranstaltet werden, um die Jugend einerseits politisch p schulen, andrerseits ihr in möglichst vollkommener Weise jüdisches Wissen und jüdische Geschichte zu vermitteln. Jugendheime, in denen der Jugend die gesamte jüdische Presse und die wesentliche voWsche Tagespresse zugänglich gemacht werden, sind überall zu fördern, bzw. ins Leben zu rufen. Vielfach wird diese Arbeit in engster Anlehnung an die in säst allen größeren Gerneinden schon bestehenden Jugendvereine geleistet werden können. Die Ortsgruppen des Centralvereins muffen nach dieser Richtung hin das Aröeitsprogramm der Jugendvereine ständig zu beeinflussen suchen. Es muß Aufgabe der Ortsgruppenvorstände sein, in Wort' und Schrift die "Vorstände der Jugendvereine für die Aufgaben des ALwchrkampses zu interessieren und für geeignete Redner, die den Fugendvereinen kosten-