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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 342

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Ein alldeutscher Held
Date
1919-07-01
Page
342 (sequence 2)
Language
German
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843 Im deutschen Reich Wieder also wn hetzender Antisemit, der ein begeisterter Heimkrieger und, um den Ausdruck der Antisemiten anzuwenden, ein Drückeberger war. Der Geiselmord in München ist von mehreren Blattern in schamloser Art zur Hetze gegen die Juden ausgenutzt worden. Dis „Kayrische Landeszeitung" in München, die „Süddeutsche Zeitung" in Stuttgart, das „Westfälische Bolksblatt" in Paderborn, die „Hallefche Zeitung" in Halle a. S. erzählten ihren Lesern fast übereinstimmend, daß sieben von den zehn erschossenen Geiseln der Thule- Ges e l lisch a s t angehörten und lediglich auf die Denunziation, daß sie Antisemiten seien, von den Juden Lev ine, Sontheimer, Toller, Landauer usw. umgebracht wurden. Die „Hallesche Zeitung" (Nr. 263) versah ihren Artikel sogar mit der aufreizenden Ueberschrifi: „Münchener Deutschenmord" durch Inden." — Der Centralverein hat an diese Blätter Berichtigungen geschickt. Er hat ausge« führt, daß sich unter den ermordeten Geiseln auch ein Jude befand, der Professor und Kunstmaler Berger, daß der Jude Toller, wie festgestellt worden i sh, sich leidenschaftlich bemüht hat, den Geiselmord zu verhindern, der von dem Stadtkommandanten Egelhose r und einem gewissen Seidel, also von Christen, angeordnet worden war. Die Erschießung der Mitglieder der Thule- Gesellschaft ist erfolgt, weil sie in München eine gegen die Note Garde gerichtete Bürgerwehr organisierten und mit der von der roten Republik nicht anerkannten Regierung Hosftnann in Verbindung standen, was von den Spartakisten als gegenrevolutionäre Handlung betrachtet wurde. Im übrigen verweisen wir noch auf den Aufsatz in dieser Nummer: „Ein neues Antisemitenblatt und sein Herausgeber." Die Feme der Daleg. In Leipzig durste an die Litfaßsäulen ein aufreizendes Plakat angeklebt werden, das die deutsche Reichsregierung und den Reichspräsidenten anfforderte, angesichts des von der Entente überreichten Friedensvertrages eine Heeresmacht am Rhein a u s z u st eilen. Dann hieß es wörtlich: Wird die Reichsregierung alle Vaterl-audsgetreuxu aufrusen, wieder zu den Waffen zu greisen, und die deutsche Wildheit entflammen? Sie fmra es, wenn sie die Bürgschaft übernimmt, daß die Kämpf« nicht aberrnals schnöde und gemein ausgebeutet werden. Den jüdischen Schleichhändlern und L e b cn sm it't el sch i e b e r n, Ledersabrikanten, Zeitungsinhabern, Unrversrtätsprof e s s o r e n , Anwälten, A e r z t e n usw. muß das s chi m p s l l ch e Handwe-rk gelegt, sie müssen unschädlich gemacht und die Verwaltung aller Angelegenhekien deutschen Händen anvertrauk werden. Abschüttelung der Knechtschaft der äußeren Feinde! NiederzwinWwg der Fremdherrschaft im Innern! Auch diese antisemitischen Berfasier und Verbreiter des Hetzblattes diskreditieren den Ruhm deutscher Tapferkeit: sie liegen, maskiert und feige, im Hinterhalt. Unterzeichnet ist bas Plakat „Die Feme der Daleg, Mai 1919", nebst dem bekannten Hakenkreuz. Das Wochenblatt, die „Leipziger Rund s ch a u", bemerkt in ihrer Nummer vom 12. Juni zu dein Plakat: Es,d«UBvn genommen werde:?, datz der Staatsanwalt gegen das Treiben d'K „Feme Daleg" bereits vongegangen ist. (Gegen wen? D. Red.) Handhaben bietet das Strafgesetz zuv Genüge. Für „Fem-

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