Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Article
- Zionismus und Antisemitismus
- Date
- 1919-07-01
- Page
- 341 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes m „Zu einer Ablehnung des Judentums nötigt uns vor allen aber der Umstand, daß die Hebräer - nach ihren eigenen Eingeständnissen — sich bis auf den heutigen Tag als eine besondere Nation fühlen, die jede Verschmelzung mit anderen Völkern ablehnt und ihren eigenen nationalen Sitten und Gesetzen untersteht. Sie bilden auf solche Weise wie Molrke schon seststellte — einen „Staat im Staate". Und so wenig, wie wir den Engländern, Franzosen und Japanern zugestehen können, das deutsche Volk zu regieren, dürfen wir auch der fremden Nation der Hebräer nicht die Leitung unserer Geschicke anvertrauen." Bedarf es noch eines besseren Beweises, daß die zionistische Agitation den Antisemiten, die heute in allen ihren Flugblättern dazu aufsordern, die Juden zu Vernichten, Wasser aus die Mühle liefern? Ein alldeutscher Held. Durch die Presie ging Mitte Juni di? Nachricht, daß es in -er Nacht zum Pfingstsonntag der Regensburger Polizei gelang, den Oberstleutnant a. D. Birzer abzufassen, als er in den Straßen zur besonderen Pflege des Pfingstdienstes der Wahrheit und Liebe Plakate wüstesten antisemitischen Inhalts anklebte. Als die Polizei erschien, zahlte der Oberstleutnant schleunigst Fersengeld. Er wurde eine große Strecke verfolgt und erst durch Schutzleute des Restes seiner PfingsthetzMeratur beraubt. Die „Neue D o n a u p o st" in R-sgensburA spottet in ihrer Nummer vom 12. Juni über den schneidigen Offizier folgendermaßen: „Wir müssen die staunenswerte Leistungsfähigkeit des Oberstleutnants Birzer als Frühaufsteher, der im ersten Morgengrauen seiner feinen Arbeit nachgeht. nicht weniger bewundern wie feine anläßlich der Flucht entdeckte außerordentliche Fähigkeit i m D a u e r l a n f. Schade, daß man die letzte Eigenschaft des Herrn nicht schon früher herausgefunden hat; man hätte ihm dann in 4% Jahren Kriegszeit, in denen er als begeisterter Heimkrieger so tapfer zu Hause gesessen ist und für seinen aufreibenden Dienst nicht unerhebliche Bezüge einstrich. reichlich Gelegenheit geben können, die Gewandtheit seiner Beine im Sturmschritt gegen feindliche Bataillone zu erproben. Bewundern müssen wir schließlich auch das seltene Anpassungsvermögen des alldeutschen Säbelraßlers Birzer an die neue Zeit, das ihn nach dem Sturz von seiner militärischen Höhe dazu gebracht hat,' das so bescheiden hinter der Front geschwungene Schwert höchsteigenhändig mit dem Klei st er topf und Pinsel eines Plakat:erers zu vertauschen. Der Fall ist äußerst lehrreich. Sr zeigt wiederum in unzweideutiger Weise, aus weichen Bevölkerungsschrchten sich die BerHetzer friedlich untereinander wohnender. Bürger und Arbeiter rekrutieren, in welchen Kreisen ausschließlich der volksvergistende Antisemitismus seine Pflegestätte hat. Es sind dieselben alldeutschen Kreise, die in unersättlicher Eroöerungsgier zu Hause jahrelang das Volk ihren imperialistischen Plänen gefügig zu machen suchten, und die allein die Verantwortung dafür trifft, daß das deutsche Volk an den Bettelstab gebracht wurde. ’ Herr Birzer, ein ganz besonderer Vertreter dieser Clique und Günstling der Zentrumspartei. der ebenfalls noch bis zum Zusammenbruch des deutschen Heeres nicht genug erobern konnte, und in zahllosen „heimischen" Versammlungen mit Feuereifer gegen Engländer und Franzosen wetterte, findet nun mit einem Wale, daß „nicht der Engländer und Franzose unser Feind sei, sondern der Jude"»