Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Article
- Tagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Date
- 1919-07-01
- Page
- 333 (sequence 1)
- Language
- German
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Tagung des Verbandes der jüdischen Jugeudversine DsirLsthlandZ 333 TsKNKg des VerbLLdes der jüdische» ZNKSNdvLTLiNS DSNtschlLLds. Am. 15. und 16. Juni 1919 fand in den Räumen der Großlogs zu Berlin die Tagung des Verbandes der jüdischen JugenDvereins Deutschlands statt. Die außer ordentlich Zahlreich besuchte Versammlung stand am ersten Tage Vollkommen unter dem Eindruck der Bedeutung, die die von dem VerbandsvOrsitzcmdenHerrn Dr. Apfel vorgeschlagene StatuLen- Aendsrung haben wußte. Es handelte sich darum, daß in die Berbandssatzung eins Formel hineingsöracht wurde, dis das BskennLms der Mitglieder zur dsutfch-DLterläNdischen Gesinnung bedeutet. Seinen ursprünglichen AntraZ, Paragraph 1 der Verbandssatzung in diesem Sinne ttmzuanderr:, ließ Dr. Apfs! gleich zu Beginn der Sitzung fallen; dagegen schlug er Bor, den Paragraphen 1 in der alten Fassung zu belassen, aber'einem neuen Paragraphen 2 eiuzufügsn, der dis Ziele des Verbandes, darunter auch seine Stellung zum Deutschtum, erläutert. In einer Wirkungsvollen Sröffuuugsausprache begründete Dt. Apfel die Notwendigkeit einer StaLuten-Aenderung. Sie enthalte reine Verletzung der Neutralität, vielmehr könne auch jeder Zionist sie ruhigen Herzens unterschreiben. Der NLederbruch des Vaterlandes verlange aber von jedem Deutschen, und insbesondere von jedem jungen Deutschen, daß er offen das Bekenntnis zürn deutschen Vaterlands adlege und dadurch seine Verpflichtung zur Arbeit für sein Heimatland kundtue. An die Begründung des Antrages von Dr. Apfel schloß sich eins hochbedeutsame Bussprache, die sich über den ganzen ersten Verhandlrmgstag erstreckte. Von den Gegnern des Apfelscherr Vorschlages wurde betont, daß er trotz aller Versicherungen des Vorsitzenden eine Verletzung der Neutralität des Verbandes darsteüe. und daher abgelehnL werden müsse. Das Bekenntnis zum deutschen Vaterlands fei etwas so Selbstverständliches, daß es nicht in den VsrbandZstatuten ausdrücklich ausgesprochen werden müsse. Es könne dadurch nur Mißstimmung erzeugt, und di« Neutralität, dis sich in den 19 Jahren drs Bestehens des Verbandes so außerordentlich bewährt Habs, getrübt werden. In diesem Ginne sprachen sich dis Herren Meyer-Frankfurt a. Eft., Dr. Jsi Kahn-Berlin, Dr. Paasch-Berlin, Dr. Kaufs mann-Mannheim, und der Vertreter der Großloge, Kommerzienrat Stein aus. Dis Herren Dr. Mölsheim-GrfrrrL und Rechtsanwalt Zandsberg- Wiesbaden, glaubten, in dem Antrags eins Machenschaft des C. B. Zu sehen, dessen enge Beziehungen zum Fugendveröand mit Rücksicht auf seine ausgesprochene antiziornstische Tendenz aufs schärfste bekämpft werden müsse. Sie Verlangten Len Austritt des Herrn Dr. Apfel und Fr!. Dr. Berliner aus dem Vorstand des E. V. Die Anhänger des Apfelschen Antrages, Fräulein Dr. Berliner, die Herren Dr. Alexander, Krombach, Zichtenöerg und Stein- Duisburg stellten die Dorgeschlagene Vercherung als eine unbedingte Notwendigkeit hin» Das Positivs Programm des JugendverLaudes müsse, so wurde von ihnen betont, im Statut rnedergelegt werden. Dazu gehöre aber auch zweifellos das Bekenntnis zum brutschen Vaterlands. Wahrheit und Klarheit sei erforderlich. Beides könne nur durch eine klare Formulierung des Statuts in dem vorgefchlagenen Sinne erzeugt werden. Die Neutralität werde nicht verletzt. Es müsse aber das Arbeitsgebiet des Verbandst scharf umgrenzt Werden; denn nur so seien die Ziele zu erreichen. Am Schluß der Aussprache hatte sich die Sachlage derartig Zugespitzt, daß das Weiteröesteheu des Verbandes in Frage gestellt war. In zimvx schr bewegten Schlußworte gab Dr. Apfel m>d$ thsmai Me