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Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 315

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1919-07-01
Page
315 (sequence 14)
Language
German
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iXmfd)cm Bio In der Umschau des vorigen Heftes habe ich ironisch prophezeit, daß die Zentrmnsbestrebunge» auf Loslösnng der Kheirrlaude und der Pfalz von den Antisemiten sehr bald als Judenwerk bezeichnst werden würden. Dis Prophezeiung hat sich rasch erfüllt. In der Dresdener „Deutschen Wacht" vom 7. Juni lesen wir: „Das Berliner Judentum hat die rheinischen Absonderungsbestrsbungen auf dem Gewissen. Die Römlingspolitik nutzte die deutsch-chrrstliche Abneigung gegen das Berliner Judentum aus, um zugleich den preußischen Protestantismus zu treffen." Ich wage weiter zu prophezeien: Nächstens wird die Anklage erhoben werden, daß die Berliner Juden danach streben, Berlin von Preußen abzusprengen. Das „Bayrische Echo" in München vom 14. Juni geht einen langen Schritt weiter als die „Deutsche Wacht". Die spricht nur von einer indirekten Schuld der Juden. Das Münchener Blatt behauptet direkt, daß dis Juden dis Rheinpfalz dem Feinde ausliefern wollten. „Wer waren denn", so fragt das „Bayrische Echo", „in den letzten Tagen die Landesverräter, welche mit französischem Gelbe die Rheinpfalz in die Hände des Feindes spielen wollten? Der Chemiker Haas, der Rechtsanwalt Feibelmann, der Juwelier Oesterreicher, der Weinhändler Weil, alles Juden!" Daß der Weinhändler Michel Weil Jude ist, bezweifeln wir, daß der Chemiker Haas Christ ist, wurde bereits festgestellt, aber wir können dem „Bayrischen Echo" verraten, daß ein anderer Jude noch zu dm laudesverräterischen Elemente» gehört, der Kaufmann H. Levy. Wir können ihm aber auch verraten (was es übrigens sicher selber weiß), daß neben diesen vier Juden eine große Reihe von Christen die Pfalz dem Feinde in die Hönde spielen wollte. Wir laffen hier die Namen folgen, nicht um das antisemitische Blatt zur Wahrheit zu rufen, sondern um unseren Freunden eine Abwehrwaffe gegenüber dieser Beschuldigung in die Hand z« drücken. Außer den 4 Juden waren an^den pfälzischen Umtrieben beteiligt: Der Fabrikant Jxser irr Zweibrücker: und der Brauereibesther Menz in Homburg, der Weiuhäudler Albert Marc, der Direktor Josef Hierl, der Fabrikant August Mayer, der Lederhändler Josef Schäfer, der Kaufmann Ferdinand Lieber: ch, der Fabrikant I. Eichhorn, der Zahnarzt Rall, der Architekt Johann Müller, der Holzh'ändlsr Ferdinand Schenk, der Bankdirektor H. lturuh, der Rechtsanwalt vr. Weil, der Gastwirt Siehl, der Bahnhofsrestaurateur Ludy,sämtlich in Landau. Ferner der Brauereibesttzer Busch in Burrweiler, der Holzhändler Bachmann in Rimrthal, die Weinhändler Rebholz und Diehl in Siebeldingen, der Holzhändler Buchert und ein Herr Bachmann in Hardenburg, der Holzhändler Schenk aus Hintrrweidenthal, Dr. Schaaf in Rinnthal. Diese Liste stammt ans einem Blatt, das auch das „Bayrische Echo" in dieser Frage als einwandfrei anerkennen und nicht

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