Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1919-07-01
- Page
- 312 (sequence 11)
- Language
- German
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812 Im deutschen Reich echt jüdisch. Es Haber? ja gar keine Pogrome im Osten stattgesurrden! Die Polen bestreiten es, und die Polen lügen nicht? nicht wahr, ihr Antisemiten? Die Polen sind «irre ritterliche Nation; sie sind, kehren sie sich mit PöbelgrausaMkeit und Pöbeleigenschaften gegen die Juden, in den Augen unserer Raffeautisemite», dem Germanenstamme geradezu ebenbürtig. Sie lügen nicht, genau so, wir Ihr nicht lügt. Sie verleumden nicht, wenn sie die Deutschen bei der Entente verklagen, daß sie den Waffenstillstand nicht halten und die Polen Überfällen, während der deutsche Grenzschutz behauptet, daß die Polen verleumden, daß sie es sind, die die Deutschen fortgesetzt übersaLru und offene preußische Orte mit ihrer Artillerie beschießen. Die Polen lügen nicht, und wenn sie erklären, daß keine Pogrome stattgefunden haben, so zeugt der Trauerfasttag und die Sammlung für die Pogromopser, zeugen die großen Denronstrationskundgebungen und Proteste in neutralen Ländern und in Amerika gegen die polnischen Judenermordungen lediglich von der Gerissenheit, Durchtriebenheit und Falschheit der Semiten. Die Juden sind, auch wenn sie im Krieg mehr gelitten haben als die antisemitischen Heimkrieger, dis Nutznießer des Weltkrieges; die Antisemiten jage» e$, mrd tm Antisemit lugt so wenig wie ein Pole. Würde man nicht die tief ringefreffene Unmoral kennen, die fast mit NaturnoüverLigkeit denjenigen befällt, der sich der antisemitischen Hetze zur Verfügung stell! «ab aktiv bei diesem anrüchigen Gewerbe mitwirkt, so wäre man oft versucht, die judenverfolgenden Redner und Schreiber als unfreiwillige Komiker, als Leute mit einer defekten Gehirnschraube «nzusehen und ihnen, mit menschlichem Bedauern, mildernde Umstände zuzubilligen. Im „Hammer" des Theodor Fritsch, dem zuverlässigsten Kronzeugen des Studienrats Langemann (dessen hetzerische Schrift im Maiheft unserer Zeitschrift beleuchtet wurde), veröffentlicht ein Herr Walther Kramer (Nr. 408 vom 15. Juni) einen zweiten Artikel über „Me Revolution als Raffenkampf". Er zieht einen verrückten Erlaß der Freien Vereinigung der Anarchisten der russischen Stadt Saratow heran, um die Juden vollends zu vernichten. Man erinnert sich an jenen Erlaß, der in der gesamten Preffe Deutschlands teils verurteilt, teils verhöhnt wurde. Danach sollte der Kommunismus aufdieFrauen (als Objekt) ausgedehnt werden. Die Frau wird gemeinsames Staatsgut und steht unter gewissen formalen Voraussetzungen den Männern zur Verfügung. Aber nicht allen Männern. § 10 lautet: „Jeder Mann, welcher wünscht, eine Frau des gemeinsamen Staatsgutes zu benutzen,?nuß sine Be-