Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1919-07-01
- Page
- 309 (sequence 8)
- Language
- German
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Nrnfchss SOS recht über das, was außerhalb seiner Räume geschehe. Der Verfasser dieser Verteidigung wußte jedenfalls nicht, daß der Verkauf nicht auf der Straße, sondern unter dem Dache des Philharmoniegebäudes erfolgte; er wußte wohl auch nicht, daß nicht ein beliebiger Händler, der im Vertrauen auf die Duldung der Deutschnationalen ein gutes Geschäft mache» wollte, der Schuldige ist. Die Reklame für diese Gummiknüppel geht vom Verlag des Deutschen Wochenblattes aus, der sich mit anerkenuenswertew Mut offen dazu bekennt. Auf den Anxreisungszettelu wird ausdrücklich darauf hingewirfen, daß Besteüungen an den Verlag des Deutschen Wochenblattes zu richten sind, und daß diese Knüppel nur an — Nationalgesinvte abgegeben werden. Unserem Gewährsmann ist der Reklamezettel mit der bezeichnenden Mahnung in die Hand gedrückt worden: „Der ist gut für die großen JudenversamMlungeu, Da können sie uns nicht mehr rausiverfe». Druff auf die Juden!" In dieser Atmosphäre atmet, lebt und wirkt der blauäugige und blondhaarige Richard Kunze, Generalsekretär der konservative» Partei. Da Herr Kunze mit seinem Wochenblatt sich selber freiwillig m Verbindung mit dem Heda-Knüppel bringt, brauchen wir es nicht zu tun. Auch die Gegner der Prügelstrafe werden kaum den Gedanke« mrterdrücken köuueu, daß die beiden zusammengehören. # Kurze Zeit nach dem Deutschnationalen Parteitag hielt in demselben Raum, im dichtgedrängten großen Saal der Philharmonie, die Dentschr demokratische Partei vom 19. bis 22, Juli ihren Parteitag ab. Auf ihm wurde vom Abg. Nuschke als Variante des Wortes: „Wenn man den Raffen kratzt, kommt der Tatar zum Vorschein" das nette Wort geprägt: „Wenn man den Kulturfirnis der Deutschnationalen ritzt, kommt der alte konservative Sünder zum Vorschein". Die Deutschnationalen und reine« Antisemiten sage» der demokratischen Partei aus naheliegende» Wählerfang-Zwecksn »ach, sie sei eine Jndenpartei. Auf der andern Seite sind hier und da in unseren Kreissn Beschwerden erhoben worden über Antisemitismus bei Demokraten. Die demokratische Partei als solche ist nicht judenfeindlich, kann und darf nicht judenfsindlich sein. Es würde ihrem Grundsatz vsn der Gleichstellung und Gleichberechtigung aller Menschen widersprechen. Wo sich in ihren Reihen antisemitische Anwandlungen zeigen, werden sie von der Parteileitung verurteilt. Aber das genügt nicht. Sie müsse« von uns ohne Rücksicht gekennzeichnet, verurteilt, gebrandmarkt werden. Wir würden hierbei nicht nur auf de« Boden des allgemeine» Rechtes und der Gerechtigkeit stehe», sondern auch auf dem Boden der