Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. 290

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Article
Die Pogromhetze
Date
1919-07-01
Page
290 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2316602-2316888-2316895-2356024--30071-2356132
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

290 Im deutschen Reich L Die Wheber her Hetze. Die Brutstätte der giftigsten Flugblätter ist -der „Ausschuß f ü t 33 o IA § a n f f1 & r u n g" irr BerUn W. 9, Kothener Straße 4L, der seinerzeit mit dem bekannten roten Flugblatt „Nieder mit dem Militarismus — Anfang der Judenherrschaft" auf den Plan trat, seitdem über 20 der verschied ersten Flugblätter in die Welt gesetzte hat und außerdem in häufigen, auf den wüstesten Ton gestimmten Bersammlungen, zu denen „Juden keinen Zutritt haben'', seine Anhänger „auftlärtü Wackere Helfer find ihm der Deutschvöltische Bund in Hamburg 6, die Deutsche Erneuer u n g s g e m e i n d e in £ e i p $ t g , zu beiten sich der Reichshammerbund, Hamburg 3-6, und als neuere Gründung und mit am rührigsten der Deutsche Schutz - und Trutzbund, jetzt auch in Hamburg, gesellt, dessen Geschäftsführer, der frühere Hauptmann Alfred Roth, aus dem Kreise der westfälischen Schwerindustrie kommt. Diese Bünde haben sich, zusammen mit einigen anderen, zu einer Arbeitsgemeinschaft — an der Spitze steht Alfred Roth — zusammengeschlossen. Bon diesen wird Deutschland mit Flugblättern, Flugschriften, Handzetteln, Klebemarken maßlos überschwemmt. Antisemitische Flugblätter übelsten Charakters haben ferner der „Forstdirektor" Max B e h e r, Berlin-Wilmersdorß Güntzelstraße 36, der Kaufmann Fellechner, Berlin-Wilmersdorf, Paretzer Straße 10, der Bauer Friedrich Sährimg aus Saug arten (Mark Brandenburg) sowie der Handelsrichter a. D. Robert C h r i ft herausgegeben. Außer den Bünden sorgen eine Anzahl Tageszeitungen redlich dafür, daß die antisemitische Saat ausgestr^llt wird und gut aufgeht. Wer berufsmäßig deswegen die Tageszeitung verfolgt, hat den festen Eindruck: Hier ist von einer Stelle aus die Parole ausgegeben, kräftig gegen die Juden zu hetzen. Allen voran schreitet die „Deutsche Z e i t u n gch die immer schon mit dem Antisemitismus — wer kennt nicht Friedrich Lange? — auf Duzfuß gestanden hat. und die jetzt über und unter dem Strich gegen die Inden pogromschürend hemmungslos und unflätig wettert. Auf ihren zweifelhaften Spuren wandelt die „D e xi ts che T a ge s ze i t u n g", des Bundes der Landwirte würdiges Organ, deren Redaktion in enger Beziehung zum Reichshammerbund steht. In ihr würgen der -grimme, mit einer Französin verheiratete Alldeutsche Graf Reventlow im politischen, unsere „alten Freunde" Richard Nordhausen und Philipv Stauff im feuilletoniftischen Teil emsiger denn je die Juden ab. Die „T ä g - l i ch e Rundschau" darf hier nicht vergessen werden und ProvinMitungen. wie z. B. die „Hallesche Zeitung" und die Stuttgarter „S ü d d e u t s che Ze 11 u n g", bürgen dafür, daß auch das Reich in allen Teilen der „antisemitischen Aufklärung" nicht entgeht. In Berlin aber har ein neues antisemitisches Wochenblatt, das „Deutsche Wochenblatt", dach trübe Licht dieser armseligen Welt erblickt, Herausgeber ist Richard Kunze, der frühere Generalsekretär der Konservativen Partei, der in den Versamm-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.