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Im deutschen Reich · 1919-06-01 · Heft 6 (Juni 1919) · p. 284

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 6 (Juni 1919)
Article
Christenpflicht - nicht Menschenpflicht?
Date
1919-06-01
Page
284 (sequence 2)
Language
German
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Im VeMHen RekH würden, 8cmn würden Ke Juden ohne Miere NeLengesLhle «och bereit« williger sich beteiligen. Unsere vaterländische Not teilen heute Christen und Juden, und wo wir helfen können, geschieht es nach der Lehre der Heiligen Schrift: Liebe deinen Nebenmensche« wie dich s eid st'." Hierauf hat Prediger Wolfs folgende zufriedenstellende! Aut« w 9 r t empfangen: Sehr geehrter Herr Prediger! Ihr freundliches Schreiben VoÄ 14. Mai cr. haben wir erhalten und danken Ihnen recht herzlich füt den versöhnlichen Geist, mit dem Sie Ihre Ausstellung machen. Sie haben vollständig recht, und wir selbst hatten die feste Absicht, den Gefühlen unsere? jüdischen Mitbürger in jeder Weife Rechnung Zu tragen, und deshalb hatten wir den Ihnen zu gegangenen Aufruf, der nur für die geistlichen und die religiösen Vereine bestimmt war, für die Israeliten mit einem Spruch aus dem Talmud: „Tätige Hilfe ist besser, als Almosen geben" versehen lassen wollen. Leider ist es dann unterblieben, und als wir es ändern wollten, war der Druck bereits geschehen. Also Sie sehen, daß wir die feste Absicht hatten, die nur durch einen unglücklichen Zufall vereitelt wurde. Wir kennen die Opferwilligkeik unserer jüdischen Mitbürger und wissen aus eigener Erfahrung, datz sie jedem Appell an ihre Hilfsbereitschaft gern und freudig entsprechen. --- Mit vorzüglicher Hochachtung sehr ergebenst Deutsches Hilsswerk für die Kriegs- und Z ivil gefan ge nett. Wir freuen uns über diese Antwort und bitten unsere Leser, bei der Sammlung, die das Deutsche Hilfswerk für die Kriegs- und Zivilgefangenen in ganz Deutschland zum Besten unserer armen unglücklichen Gefangenen durchführt, mitzuwirken und zu ihr nach Kräften beizusteuern. Die Mittel sollen dazu dienen, das schwere Los der Gefangenen im Auslande zu erleichtern, ihnen bei. der RürKchr einen würdigen Empfang zu bereiten und beim Wiederaufbau ihrer Existenz nach Möglichkeit zu helfen. Die „Osnabrücker Zeitung" hat im Wahlkampf den Anschein erweckt, als sei sie antisemitischen EinslHssen nicht unzugänglich. Ern Osnabrücker Mitglied unseres Centralvereins, das zur Mitarbeit an dem Blatte aufgefordert worden war, machte in einem Schreiben auf diesen Umstand aufmerksam, der ihn verhindere, das Blatt in irgendwelcher Weise zu fördern. Er erhielt eine Antwort, in der versichert wurde, daß die „Osnabrücker Zeitung" zwar alle Auswüchse und Schädlinge, die einem wohlverstandenen Deutschtum entgegenaröeiten. bekämpfe, daß sie aber keinen Antisemitismus, nicht direkt und nicht indirekt, Pflege. Das Blatt hat sich im weiteren Verlauf auch bereit erklärt, seine Spalten Wwehrartikeln gegen den Antisemitismus zu öffnen. Bevorzugung von Juden im Weingeschast durch die Heeresverwaltung wurde von antisemitischen Blättern behauptet. Es wird dabei 'verschwiegen, daß der gesamte Auftrag zunächst der christlichen Firma Asb ach L Co. in Rüdesheim erteilt wurde und diese einen Teilauftrag hiervon jüdischen Firmen in Unterakkord vergeben hat. Gemütsmenschen sind die Mitglieder der pommerschen Gemeinde C u m m e r o w. Sie haben einen schriftlichen Protest gegen die Abtretung des linken Rheinufers und zugleich ge gen d i e j üdi sche Reg ie ru rrg veröffentlicht mit der Unterschrift fast aller Erwachsener. Der Kreisanzeiger von Gartz meldet im Anschluß an die Veröffentlichung dieses Protestes, daß die Gemeinde gebeten wurde, Großstadtkinder für Jim

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