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Im deutschen Reich · 1919-06-01 · Heft 6 (Juni 1919) · p. 283

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 6 (Juni 1919)
Article
Die deutsche Volkspartei
Date
1919-06-01
Page
283 (sequence 1)
Language
German
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Vermischtes Vermischtes. Dke DeuLMe Bolkspartei hat auf -eine Anfrage des Central-^ Vereins folgende — Weimar, den 3. April 1919, datierte — Antwort gegeben: Anläßlich Ihres an ein Mitglied unseres Vorstandes gerichteten Schreibens vom 21. v. M. nehme ich Veranlassung, Ihnen mitzuteilen, daß die Deutsche Volkspartei den Antisemitismus in jeder Form ablehnt und bekämpft und jede Verallgemeinerung etwa in Emzelfällen berechtigter Vorwürfe gegen deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens als unsachlich und ungerecht verwirft. Mit vorzüglicher Hochachtung Der Vorsitzende der Fraktion der Deutschen Volkspartei in der Nationalversammlung, gez. Heinze. Nochmals die arische Abstammung Karl Liebknechts. Da die Antisemiten nicht aufhören, trotz allen Dementis Karl Liebknecht als Juden zu bezeichnen, um den Zorn über die Handlungen der Spartakisten aus die Juden abzulenken. haben wir im Februarheft zwei Dokumente veröffentlicht: den Geburts- und Taufschein des inzwischen gestorbenen Liebknecht und den Auszug aus dem Geburts- und Taufprotokollbuch der vereinigten evangelischen Zivilgemeinde in Darmstadt, aus dem hervorgeht, daß auch Liebknechts Mutter, Natalie Reh, 1835 die Taufe erhalten hat. Uns wird nun auch ein Auszug aus dem Geburts- und Taufprowkoll der evangelisch-lutherischen Gemeinde Darmstadt aus dem Jahre 1801 zur Verfügung gestellt. Danach ist auch die Großmutter Liebknechts mütterlicherseits am 9. November 1801 gelaust worden. Christenpflicht — nicht Menschenpflicht? Das Deutsche Hilfswerk für Kriegs -und Zivilgefangene versendet Aufrufe an christliche und jüdische Prediger mit der Aufforderung, in Predigten und im Religionsunterricht der Kriegsgefangenen zu gedenken. Es wird dort u. a. gesagt: „Sich an der Sammlung für diese Armen zu beteiligen, ist nicht allein Pflicht jedes guten Deutschen, sondern es ist auch Christenpflicht". Prediger Lion Wolff, der seit 50 Jahren in der pommerschen Gemeinde Tempelburg als Lehrer und Prediger wirkt, hat das Deutsche Hilfswerk in einem Schreiben auf das Unzulässige einer solchen Ausdrucksweise hingewiesen, in Fällen, in denen man an a l l e Deutschen appelliert, „Wollten wir", so schreibt er, „einen solchen Appell sophistisch behandeln, so müßten wir sagen: ist es Christenpflicht, wie Sie behaupten, geschieht es im Geiste dessen, -der die Mühseligen und Beladenen zu sich gerufen*. was kümmert esuns Juden? Unsere Glaubensgenossen, besonders in den Provinzen, wo die verruchten Polen herrschen, leiden die bitterste Not; hier zu Helsen, ist I v d e n p f I i ch t! Ich darf versichern, daß eine derartige Auffassung in unseren Kreisen nirgends vorhanden, im Gegenteil, es werden oft große Summen für spezielle christliche Institutionen von Juden gespendet. Wenn doch die Leiter derartiger Sammlungen, die einen hohen ethischen Zweck haben, die gerügte Bemerkung unterlassen würden, wenn sie doch nur an eine vaterländische oder noch besser an die allgemeine Menschenpflicht appellieren

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