Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1919)
- Article
- In Bayreuth [Nachricht]
- Date
- 1919-06-01
- Page
- 282 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Im deutschen Reich einer Versammlung eingeladen, in der Rabbiner Dr. Salomon einen Ueöerblick über die antisemitische Wühlarbeit der Gegenwart gab. An das Referat schloß sich eine angeregte Aussprache. Der Aufforderung, dem Centralverein als der gegebenen Wwehrorganisation -beizutreten, folgte eine Reihe von Gemeindeangehörigen, während die alten Mitglieder ihre Beiträge namhaft erhöhten. Es konnte nunmehr eine Ortsgruppe gegründet werden, die Rabbiner Dr. Salomon zum Vorsitzenden, Jakob Kaufmann zum Kassierer und die Herren Max Luber, Rechtsanwalt Klein, Dr. Herzstem, ferner Josef Hirschmann in den Ausschuß wählte. In Ludrmgsburg fand am 19. April eine Gemeindeversammlung statt, in der Dr. med. G. Feldmann einen Vortrag über unsere Aufgaben in der Zukunft hielt. Die Versammlung brachte dem Centralverein so viel neue Mitglieder, daß zu der Gründung einer Ortsgruppe?eschritten werden konnte. Der bisherige Vertrauensmann, Josef Ottene i m e r, wurde zum Vorsitzenden gewählt. Schriftführer und Kassierer Wurde Ludwig Sterns zu Beisitzern wurden gewählt Frau Kussel und Herr Kirchhausen. Veranstaltungen. Eine Schütergruppe des Jüdischen Jugendverems (Jugendaruppe des Centralvereins) besteht feit einigen Monaten in Königsberg i. P. Sie bezweckt, „ihre Mitglieder zu selbstbewußten deutschen Juden zu erziehen und ihnen Wissen vom Judentum zu vermitteln". Diesem Zweck dienen wöchentliche Diskussionen mit einleitenden Vorträgen und Kurse im kleineren Kreise (Bibel u. a.). Daneben wird Wandern und Geselligkeit gepflegt. Besonderen Wert legt die Leitung der Schülergruppe, die gleichfalls aus Schülern besteht, auf die Heranziehung möglichst vieler MitMeder zu selbständiger Arbeit. So wurden von Schülern und Schülerinnen u. a. folgende Vorträge gehalten: „Die Religion als erhaltendes Moment im Judentum", „Die Entstehung des Christentums", „Chassidismus" und ein fortlaufender Geschichtszyklus. Das schnelle Anwachsen der Mitgliederzah! auf fast 70 ältere Mitglieder (14 bis 18 Jahre), und beinahe ebensoviel jüngere (10 bis 14 Jahre; diese bilden eine besondere Gruppef) zeigt, wie notwendig die Gründung der Schülergruppe war. Zuschriften sind zu richten an dre „Jüdische Schülergruppe", Königsberg i. P., Steindamm 11. OrgMfflWorr jüdischer Handwerksgesellen. Im Anschluß am den Zentralverband selbständiger jüdischer Handwerker Deutschlands und seine in Berlin, Breslau, Kassel, Köln, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover und Kattowitz bestehenden Ortsvereine ist die Schaffung einer Organisation jüdischer Handwerksgesellen geplant, die die jüdischen Gesellen zu'sammensassen und ihre Spezialinteressen wahrnehmen soll. Jüdische Gesellen, die gewillt sind, sich der Organisation anzuschließen, wollen sich baldmöglichst bei Herrn Tapezierermeister Louis Wolfs, Berlin dl0., Große Frankfurter Straße 81, melden. Die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden (Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens), die an der Gründung einer solchen Gesellenorganisation besonderes Interesse nimmt, bittet die Leser dieser Zeitschrift, jüdische Handwerksgesellen auf diese Mitteilung hinzuweisen und sie zum Anschlutzj an die Organisation zu veranlassen.