Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 25 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1919)
- Article
- Zum Ehrenbürger der Stadt Jastrow [Nachricht]
- Date
- 1919-06-01
- Page
- 279 (sequence 2)
- Language
- German
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Verew-snächrichLen 279 Beisitzer unseres^ LandesDeröandes .für WesLpreußen. Bei Ueberreichüng der Urkunde im festlich geschmückten Rathaussaal erklärte, wie wir einem ausführlichen Bericht der „Jastrower Zeitung" entnehmen, der Bürgermeister: „Die städtischen Behörden beschlossen einstimmig, Ihnen einen Teil der Dankesschuld, welche .das edelmütige und selbstlose Einsetzen Ihrer wertvollen Kraft für das Wohl unseres städtischen. Gemeinwesens uns auferlegt hat, durch Verleihung des Ehrenbürgevrechts abzutragen, und dokumentieren damit, daß ihnen die höchste der Gaben, welche zu vergeben in ihrer Macht liegt, zu diesem Zwecke gerade gut genug war." In dem Dokument selbst heißt es: . . Da Herr Beigeordneter Simon während der schweren Kriegszeit in einem Zeitraum von fast 53 Monaten die AmLsgeschäfte der Stadt als stellvertretender Bürgermeister in seLbstloser Weise, vaterländischer Gesinnung und treuester Pflichterfüllung geleitet hat. Seine Tatkraft, seine FreundlichLeit und Güte gegen jedermann machen seine Dienste, welche er seiner Vaterstadt gewidmet hat, »für ewige Zeiten unvergessen." v ■ Die Ortsgruppe Cassel hielt am 11. Mai iw großen Saal der Landesbikliothek unter außerordentlich starker Beteiligung ihre Generalversammlung ab. Aus dem Bericht des ersten Vorsitzenden, Emil Rubensohn, ging hervor, daß der Verein auch im verflossenen Jahre seiner Aufgabe, die staatsbürgerlichen Rechte der deutschen Juden zu wahren, voll Nachgekommen ist. Gemeinderabbiner vr. Lange- Essen hielt einen gedankenreichen Vortrag über jüdische Tagessragen, in dem er sich vorzugsweise mit dem schon im Kriege, trotz des berühmten „Burgfriedens", wieder erstarkten und neuerdings besonders eifrig geschürten Antisemitismus auseinandersetzte. Er wies nach, daß der Antisemitismus heute die schlimmste Reaktion in politischem Sirene sei, und er führte den Beweis, d'atz, entgegen allen antisemitischen Hetzlügen, Judentum und Bolschewismus unvereinbare Gegensätze seien; nur der einzelne könne für seine politischen Handlungen verantwortlich gemacht werden. Unter großem Beifall der Versammlung bekämpfte der Vortragende ferner alle Bestrebungen, die den deutschen Juden in eine Zwitterstellung zu seinem Vaterlande, mit dem er sich unlösbar verbunden fühle, bringen wollen. Die Gründung eines bayerischen Sandesverbandes, längst beabsichtigt, doch durch die Ungunst der Verhältnisse immer wieder verschoben, ist jüngst inNürnberg endlich erfolgt. Die Satzungen wurden von den 24, aus den verschiedensten bayerischen Städten erschienenen Delegierten einstimmig angenommen. Die Versammlung, die von Herrn Eugen Neustätter-München umsichtig vorbereitet wap, stand unter dem Vorsitz von Justizrat Josephthal- Nürnberg. Die Wahlen für den Vorstand des neugegründeLen Landesverbandes hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Br. Baron- München; 2. Vorsitzender: Dr. Gallinger-Nürnberg; Schriftführer: Wich. Leving-er und Dr. Frei-München; Beisitzer: Lehrer Dmgselder-Mnnchen, Frau vr. Dormitzer-Nürnberg, Justizrat Epstein-Augsburg, Prof. Feilchenfeld-Fürth, Justizrat Josephchal-Nürnberg, Jakob Kohnstamm-Nürnberg, Eugen Neustätter- München, Hermann Reiß-Würzburg, Rabbiner vr. Salomon- Bayrerrttz, vr. Eugen Strauß-Augsburg, Jakob Tremnann-Bamberg^ Julius Wassermann-Bamberg., S. Weinberg-Marktbreit, Rabbiner vr. Wohlgemuth-Kitziugen. Nach den Wahlen erstattete Syndikus Or. Holländer -Berlin vertraulichen Bericht über die Tätigkeit des Centralvereins, an den sich eine eingehende Aussprache schloß.