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Im deutschen Reich · 1919-05-01 · Heft 5 (Mai 1919) · p. 235

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 5 (Mai 1919)
Article
Die Oberin des städtischen Krankenhauses in Spandau
Date
1919-05-01
Page
235 (sequence 2)
Language
German
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Vermischtes 285. MN das Bekenntnis der AufZAnehmenden nicht erwähnt sei. 'Man darf also erwarten, daß sich ein derartiger, beschämender Vorgang nicht wiederholen wird. : ■ Girr würdiger Nachfolger. Auf ein Inserat in der „Frankfurter Zeitung" hat Herr Friedrich A. Heubach in Sonneberg in zwei Briefen sein Kurz-, Galanterie- und Spielwarengeschäft zum Verkauf angeboten und dabei die Bedingung gestellt, daß der Käufer kein Jude sei, sondern ein würdiger Nachfolger, der in seine Fußtapfen trete. Der Antisemitismus des Herrn Heuöach muß sehr groß sein, wenn er es sogar ablehnt, sein Geschäft einem Juden zu — verkaufen. Vielleicht hat er inzwischen einen Christen gefunden, der in feine Fußtapfen tritt. Wie dem auch sei, durch die beiden Briete ist der antisemitische Charakter der Firma Heubach mit aller Deutlichkeit festgestellt worden. ' Wahrend des Wahlkampfes in Sorau (Niederlausitz) hat sich, wie uns berichtet wird, der dortige Leinensabrikant I. G- Frenzel in einer Weise antisemitisch Betätigt, die allgemeines Mißfallen erregte. Auch seine Frau hat antisemitisch gewirkt. Sie ist in Sorauer christliche Geschäfte gegangen und hat dort gesagt: „Sie werden doch national wählen! Demi wenn Sie demokratisch wählen, unterstützen Sie das Judenpack, und in zehn Jahren steht auf Ihrem Firmenschild: ,Cohn & Seiöelwhrck." Im einer ^öffentlichen Versammlung hat sie erklärt: „Ich ruhe nicht eher, als bis ich diese Judenregierung gestürzt weiß". Lieber dve „Ehre Preußens" schreibt Herr F. tz u s s o n a in Nr. 76 der .Mecklenburger Nachrichten". Ministerpräsident Hirsch hat sich in der preußischen Landesversammlung gegen die Zerstückelung Preußens und für die. Erhaltung preußischer Kulturleistungen eingesetzt. Dennoch fühlt sich Herr Hussong bemüßigt, über ihn als Juden hämische Glossen zu machen. Ein...preislich Hirsch", ein ..weiser Hirsch", „dieser Jude und Sozialdemokrat", das sind so die Stilbluten des geschmackvollen Herrn. Wer Herrn Hussong naher kennt, wird solchen Angriffen gegenüber keine tragische Miene aufsetzen. Er hat jahrelang für die antisemitische „Tägliche Rundschau" „Stimmungsbilder" aus den Parlamenten geliefert, die man der Belustigung wegen ganz gern las. so rüde auch häufig die Ausfälle und Einfälle des persönlich sehr liebenswürdigen .Herrn waren. Ernst wurden ne. schwerlich genommen. Seit kurzem ist er — der ausfallende Kampfer! -- zur sittigen „Gartenlaube" übergeschwenkt. Aber wie man sieht, schreibt er immer noch seine tendenziös und antisemitisch gespickten Aufsätze, nur daß er sie jetzt der Provinzpresse zuschickt. Zionistische OfsenheiiLn. die angesichts sonstiger agitatorischer Verheißungen wegen ihrer Ehrlichkeit wohltuend berühren, auch wenn sie durch den Zwang inzwischen eingetretener Mißstände veranlaßt worden sind, finden wir in dem Pesiach-Aufsatz der „Jüdischen Rundschau" (Nr. 27, 11. April). Wir lesen dort: „Es mutz mit aller Deutlichkeit, mit der Ehrlichkeit, die in der Sache unseres Volkes unsere Pflicht ist, gesagt werden, daß der Augenblick d e s A u f b r u ch s n o ch n i ch t g e k o m m e n i st. Es ist jetzt unmöglich, nach Palästina einzuwandern. Diejenigen, die trotz aller unserer Warnungen schon aufgebrochen sind, mutzten auf irgendeiner Station des Weges umkehren, "und die meisten von ihnen sind nach unsäglichen, für unsere Sache, zwecklosen Opfern und Entbehrungen nach Hause zurückgekehrt. Vom neuem ergeht darum heute der Ruf an unsere Freunde zur Besonnen-

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