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Im deutschen Reich · 1919-05-01 · Heft 5 (Mai 1919) · p. 234

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 5 (Mai 1919)
Article
Vom allgemeinen deutschen Sprachverein
Date
1919-05-01
Page
234 (sequence 2)
Language
German
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234 Im deutschen Reich sttzendsu des SOIjjemetnett deutschen SpraHvENs^ Br. D. 'Sarrazin^ wlgeudes Schreiben gerichtet: - „Schr ^geehrter Herr Doktor: Uns ist ein Ausruf des Allgemeinen deutschen Sprachvereins, Len dieser Zu Weihnachten 1918 herausgebracht hat, Zu Gesicht gelomMen. In diesem Aufruf wird mit Recht die Fremdtümelei der Deutschen gerügt. Wörtlich heißt es an einer Stelle des Aufrufs: Und die kräftigste Unterstützung fand diese traurigs Auslandsvergötterlmg von jeher in einer „weltLürgerUchen", an Iah! Zwar -geringen, aber weitverbreiteten, einflußreichen „deutschen Presse"' ~ „derselben, die auch bei dem Tanz' um das Goldene Kalb stets den Reigen führte Diese Stelle des Aufrufs, insbesondere die in Gänsefüßchen steZendeu Worte sind geeignet, Leu Verdacht einer antiftmitischen Gesinnung der Leitung des SprachvereiuZ Zu erregen, La es sich hierbei um Redewendung gen handelt, die aus dem Sprachschatz versteckter AnüftmiLen endromMeu sind. Deshalb möchten wir um $efC Aeußerung Bitten, ob bet Sprachverein. von betn wir bisher geglaubt haben, daß er ein neutraler Verein ist, beften Ziele unterstützt werden müssen, von seinem bisherigen Pro- , gramm LZzuZLhen geneigt ist. Falls Lies nicht der Fall sein sollte, so möchten wir snheimge'öerr, in Len wMeren Ausrufen derartige Tusfüh- 'rurrgen zu oermeidech' die auch Lar sachlichen Grundlage entbehren. "Wer unser deutsches Schrifttum kennt oder auch nur einen Blick in Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen" getan hat, vor allem ihn hat sprechen hören, wird kopfschüttelnd jene Stelle des Aufrufs ' Was'würde er wohl sagen, wenn man das. was im wesentlichen'der .derschiag unserer Gymua-fia!- und UnidersiLLtsbilLung ist, aus eine Bor-. li-Löe für den Tanz um das Goldeue Kalb Zurückfuhren wollte?" Darauf hat Dr. Sarrazin unter dem 28- Februar folgendes ge* autwortet: „Auf Ihr gefll Schreiben vom 32. b. M. erwidere ich ergebenst, Latz die Satzungen des Allgemeinen deutschen Sprachvereins unter ^bestimmen:' Bei der Verfolgung der VereinsZwecke ist jedes Verfahren ausgeschlossen, das irgendwie mit staaLchen, kirchlichen .oder gessNschaftLrchen ParLeiLe- Krebunaen zusammenhangt. Der Allgemeine deutsche. Sprachverein ist in diesen Beziehungen unbedingt parteilos. Diese Bestimmung ist noch wie vor für den Verein wie wr die Vereinsleitung Gesetz." gmn SsnsisprüMsnLen am Kümmerst e r i ch t z u B e r! t tt ist der OberlandesgerichtsraL Max Stern aus Düsseldorf ernannt worden. So meldete kürzlich das Justizministerialblatt. Max Stern ist setzt 59 Jahre alt. war früher Landrichter in München-Gladbach, dann in. Düsseldorf, wo er seit 1907 als OtzerkmdesgerichtZrat tätig war. Mit ihm ist der e t st t u ng e t a u f t e Sena t s p r a sident in Preußen ern-arrut worden. Ein Erfolg der Revolution. Die Oberin des stWschM KmnkLnhmrfts Skt Stzrmömr hat einem jüdischen Mädchen, das bereits als Pflegerin tätig gewesen war. die Aufnahme als Gchwester-Schülerin verweigert, obwohl alle VorbedirrgunFLN zutrafen nur weil sie jüdischer Konse-ffion war. Einem Berliner Arzt, der sich von der Wahrheit der Angaben der Pflegerin überzeugen wollte, wurde telephonisch von der Oberin der gleiche Bescheid gegeben. '.fe.. Centralverein hat sich darauf öeschwerdesührend an den Spandauer Magistrat gewandt und von ihm die Antwort erhalten, daß die Schwester-Oberin angewiesen sei, in Zu-unft Gesuche um Anstellung als Schwester-Schülerinnen an die De p u tu t io u w -ei t e r zu ge 5 en. Vorher hatte der Lrzt-. liche Direktor des städtischen Krankenhauses nt Dpandau fest-gestellt, dcktz in den MaMratsbedingÄngeu für die Nusnahme von Schwester-Schülerin-

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