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Im deutschen Reich · 1919-05-01 · Heft 5 (Mai 1919) · p. 232

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 5 (Mai 1919)
Article
Ein vaterländischer Bund jüdischer Frontsoldaten
Date
1919-05-01
Page
232 (sequence 1)
Language
German
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' ZW Im deutschen' Reich VeranstaltrrVßerr. Ein'Wrterländischer Bund Mischsr Frontsgldchen wurde irr Berlin Anfang April gegründet. Er bezweckt den Zusammenschluß der jüdischen Frontsoldaten Deutschlands hur gemeinsamen Abwehr aller Angriffe, chie auf eine Herabsetzung ihres vaterländischen Verhaltens im Kriege gerichtet sind, ferner die Förderung der Kriegsfirrsorge, insbesondere auf dem Gebiet des Sied I n'n g swesens. Mitglied des Bundes kann jeder jüdische Kriegsteilnehmer werden, der zur kämpfenden Truppe gehört hat; ein Frontdienst von nur vorübergehender Dauer genügt nicht. lieber die . Ausnahme en: scheidet eine. Kommission, die. das Aufnahmegesuch prüf:/ Dieses hat sachliche Angaben über Art und Dauer des Frontdienstes zu enthalten, die auf Verlangen zu belegen sind. Ter Beitrag beträgt jährlich Mindestens 3 M. Es ist. geplant, überall in Deutschland Ortsgruppen des Bundes zu gründen. — Nähere - Ausku'nst erteilt l)r. Leo L Sw §n st et n, Hauptmann d. Res., Berlin- Lichterfelde, Karlstr. 80. Die VerbLüdrmgen iM K. C. („Kartelleonvent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens") haben während des. Krieges und der Revolutionszeit einen auffallenden Aufschwung genommen/ was üm so bemerkenswerter ist, als man nach vielfachen Stimmen hätte glauben müssen, daß dem K.. E.-Gedanken, der Synthese zwischen . Deutsch t u m und Judentum, durch die nationaljüdifche Bewegung Abbruch geschehen wäre. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Bei Ausbruch des Krieges gab es neun K. C-Verbindungen an deutschen Universitäten. Während des Krieges kam noch eine zehnte, die Nassovia zu Frankfurt a. M., hmzir. Im Letzten Semester sind aber außerdem noch an.zwölf deutschen Hochschulen neue PflanzstLLLeN für den K. E.-Gedanken gegründet worden. Bemerkenswert ist dabei insbesondere, daß in Berlin wegen der. übergroßen Zahl der jungen Mitglieder die Verbindung geteilt und neben der bisher bestehenden Sprevia eine neue Verbindung Silefia gegründet werden mußte. Auch in Breslau, Frankfurt, Heidelberg und München ist die Zähl der Mitglieder so groß, daß an eine mindestens zeitweise Teilung gedacht werden muß. Außer der Silesta entstanden noch von neuen Verbindungen die Rheno-Bavaria in Münster, die Albingia in Halle, die Visurgia in Göttingen und die Rheno-PalaLia in ' Würzburg. Ferner sind durchweg starke Stammtische gegründet worden, von denen die meisten die Aussicht bieten, sich zu Verbindungen auszu» bauen: in Gießen, Marburg, Rostock und Greifswald. Auch an Technischen Hochschulen hat der K. C. neben Darmstadt erneut Fuß gefaßt. Der alte Stammtisch mit K. E.-Tendenz Badenia-Karlsruhe, .der sich während des Krieges suspendiert hatte, ist nunmehr, als K. C.-SLamM- Lisch neu konstituiert worden. Ebenso ist in Hannover ein Stammtisch Suevia gegründet worden. Ueberall sind es zahlreiche.; unge Semester, welche das Aufmachen der Verbindungen ermöglicht haben. Die Zahl der K. C. er, welche bei Ausbruch des Krieges 945 betrug, hat sich während der neun Semester bis zur Zahl 1450 gehoben. Auch unter dem weiblichen Teil der jüdischen Studentenschaft hat der K, C.-Gedanke guten Boden gefunden. In Berlin ist die Stubentinnenverbindung mit K. E.-Tendenz Hevellia unter tüchtiger Leitung gegründet worden. Neberall zeigt sich eine erfreuliche Regsamkeit der jüdischen akademischen Jugend imSinNe?der Ideen, auf denen der K. E> und der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens beruhen-

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