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Im deutschen Reich · 1919-05-01 · Heft 5 (Mai 1919) · p. 230

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 5 (Mai 1919)
Article
Ein Jugendbund des Centralvereins [Nachricht]
Date
1919-05-01
Page
230 (sequence 2)
Language
German
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230 Jur deutschen Reich gegenüber den Ueöertreiöungen des deutschen und jüdischen NationaliZinus (Antisemitismus, Zionismus) zusammenzuschließerr. Daraus wurde ein elfgliedriger Ausschuß mit der Ausarbeitung der Satzungen und des Arbeitsplanes beauftrag?. Der von diesem Ausschuß vorgelegte Satzungsentwurf wurde am 16. Februar von der Mitgliederversammluwg angenommen und im Anschluß daran der endgültige Vorstand gewählt: Br. Arthur Wolfgang Cohn zum Vorsitzenden, sind, rer. pol. Bechhos zum stellv. Vorsitzenden, ferner sind. med. Frieda David, Referendar Br, Fischer, Rechtsanwalt Foerder, Frieda Heilberg, stad. jur. Hirschbera, cand. med. Edith Peritz, Kaufmann Schaffer, Kaufmann Stoll, eandi pail. et tneol. Wolf. Rach den Satzungen heißt die Vereinigung: Jugendbund des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Breslau (§ 1). Der Bund „will seine Mitglieder zu selbstbewußten, deutschen Juden erziehen. Den Ausgangspunkt seiner Tätigleit bilde? die Neberzeugnng von der Zugehörigkeit der deutschen Juden zur jüdischen Stammes- und Glaubensgemeinschaft und zum deutschen Volke" (§ 2). — Der Zweck des Bundes soll verfolgt werden ..durch regelmäßige Vorträge und Aussprache über die Fragen des Deutschtums und Judentums; er will ferne Mitglieder auch rednerisch schulen und ihnen die Kenntnis einschläg'ger Schriftwerke vermitteln" (§ S). Am 24. Februar trat die junge Vereinigung mi? einem Vortragsabend an die Oeffentlichkeit; Br Arthur Wolfgang Cohn sprach über das Thema: „Sind die Juden eine Nation?" 'Im Anschluß au d'efen Vortrag fand am 4. März ein öffentlicherDiskusfionsaöend statt. Am 19. März begannen die Veranstaltungen für die Mitglieder: stuä. med. Kurt S ch a l s cha h'elt eineu kurzen Vortra^ übe: die ..Frage der jüdischen Rasse" und regte zu so lebhafter Aussprache an. daß noch ein Zweiter Abend diesem Thema gewidmet werden soll. Ferner sind Besprechungen der Kongreßfrage. der Pro-Palästina-Vewegung und der internationalen Bedeutung des Judentums für die nächste Zeit vorgesehen; jeder Monat soll mindestens Zwei Veranstaltungen für die Mitglieder bringen. Um diese au-ch fort-laufend mit Lesestoff zu versorgen, hat der Bund eine größere Anzahl von jüdischen Zeitungen und Zeitschriften aller Richtungen zur Tauerlieferung bestellt. Die Mitglieder des ..Abwehra u s s ch u s se>s" haben die Ausgabe, von allen geanorischen Veröffentlichungen Kenntnis zu nehmen und die erforderlichen Gegenmaßnahmen zu veran lallen. Auch ein W e r b e a u s s ch u ß" ist gebildet worden, um den Kreis der Vereinsmitglieder und -freunde ständig zu vergrößern. Gegenwärtig zählt der' Bund etwa 170 Mitglieder. In Neiße fand am 25. März eine zahlreich besuchte Hauvtversammlnng unserer Ortsgruppe statt. Rabbiner Br. Dier. emann aus Ratibor hielt ein Referat über die Gegenwartsfragen des deutschen Judentums. Seine Forderung ging dahin, aus der Defensive in eine energische Offensive üöerzugehen. In der Kongreß frage sprach er die Hoffnung aus, daß sich trotz der inneren Gegensätze zwischen Centralverein und Zionismus die Möglichkeit ergeben werde, gemeinschaftlich zu handeln. — In der Aussprache wurde von einem Redner vorgeschlagen. anllatt der Worte ..des jüdischen Volkes" nur „der Juden" .zu wählen; das wäre eine Plattform, auf die alle Juden treten könnten. Jedenfalls müßte ein Doppelkongreß vermieden werden. — In der grage „Trennung von Staat und K i r ch e" nahm der Referent eine ziemlich pessimistische Stellung ein. Würde sich ein größerer Teil der jüdischen Deutschen von ihrer Rellgionsaemeinde wegen einiger Mark Steuern loslösen, dann würde das deutsche Judentum auf den Aussterbeetat kommen. Es müsse allen Religionsgesellschaften das Recht der S t e u e r h o h e i t zugebilligt werden. — An der Aussprache beteiligten sich Fabrikbesitzer R o s e n ft e i n, Justizrat

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