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Im deutschen Reich · 1919-05-01 · Heft 5 (Mai 1919) · p. 225

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 5 (Mai 1919)
Article
Aus selbstischen, völkischen, blödsinnigen Gründen
Date
1919-05-01
Page
225 (sequence 2)
Language
German
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Eine-neue Zeit 22b; Sicht -man -denn nicht, daß es kr a ss e ster . Ma L ex ia 11 s mus unb bann l st e He z.b e n p s y ch o l o gi e ist, wenn man bei der Beurteilung einer hervorragenden Persönlichkeit von der R a s s e n f xä g e ansgeht und nirgends über sie hinausgeht? Aber woher kommt dies andererseits, als dadurch, daß wir tief zurückgesunken sind in den Schlamm desmur Rassenhaften. Nur Zn willig folgten wir dem alten System, das darin, „führend" war. Schärfer als irgendein anderer und schmerzlich klar hat es Rathenau erkannt; aber statt sich von ihm zum Nutzen eigener Selbsterkenntnis belehren zu lassen, kehrt man ihm, die Nase in die Luft, den Röcken und läßt ihn a ns' „v ö! k i s che n" Gründen stehen. Ja, beim Hitnmel, was heißt denn sittlicher Mut, wenn nicht dies, dcch man auch der Verurteilung seiner selbst unter dem Opfer der Eitel-, keil standhält und einen Traum der Selbstüberhebung nach dem anderen von sich tut, um wach zu werden?! Unsere Größe seit den fünfziger .Jahren des porigen Jahrhunderts bestand in nichts anderem, als daß wir alles andere klein sahen. Aus den Ismen wurden die Antis, aus Schwärmerei der Dünkel. Im materiellen Kampf mag das etwas anderes sein; aber bevor -wir liit Geistigen nicht wieder imstande sind, eine Idee mit reinen. Augen zu erfassen, sondern immer gleich im Blick die Gier zum Herabs-etzen haben aus selb st i s ch e n, v iH f i s chen, bl 5 ds i n - nagen -Gründen,- solange lebe wohl jedem anständigen Menschen, du armes Land! Das nicht minder verrottete Ausland, ja „die Welt", kann und wird niemals genesen, wenn nicht ein Volk eines Tages damit Ernst macht, zunächst den Kampfmit seineneigenen Fehlern aufzunehmen, und wenn dieser Kampf begonnen und mit hohem Mut, auch mit tiefster Qual, zum Siege -geführt ist, erst dann, kann die Stunde kommen, wo dieses Volk anderen -ein Heilbrinqer wird." ' " . S$ Darf man hoffen, daß diese ehrliche und temperamentvolle Mahnung bei den Rassenfanatikern und bloßen Agitatoren aus Ver, ständnis stoßen und zur Einkehr veranlassen wird? Wir wagen es nicht, diese Hoffnung zu hegen, freuen, uns aber, daß immer mehr aufrechte und in die Tiefe dringende Männer sich gegen den völkischen. Blödsinn richten und öffentlich ihre beschwörenden Hände gegen ihn erheben. '_ ELrre ASAS Zeit. Von stnä. med. Alb er t Frohmann-München?); .' Seit Kurt Eisner bayrischer Ministerpräsident wurde, gab es in Bayern wohl niemand, so wenig er sich auch im übrigen um Politik kümmern mochte,' der nicht die Tatsache der jüdischen Abstammung dieses Herrn zur Kenntnis genommen hätte. Als derselbe Kurt Eisner wegen seiner damals als varerlandsverräterisch gebrandmarkten' politischen Üeberzeugung lange Monate im Gefängnis saß, ist von seiner jüdischen Abstammung niemals die Rede gewesen. Das macht aber gewissen Leuten nichts aus. Für sie ist Kurt Eisner neben anderen, die jetzt an leitender Stelle stehen und jüdisch verdächtig sind, ' der jüdische Revolutionsgewrnnler. ' Und warum soll man sich auch die Gelegenheit entgehen lassen, wieder einmal; - *) Die Arbeit ist im Dezember-geschrieben und, nebst unseren -knappen -Schlußbemerkungen, schon seit längerer Zeit im Satz,- mußte aber aus -Raummangel bis heute zurückgestellt werden. Inzwischen hat der Centralvereimeine noch umfassendere Tätigkeit und Propaganda entfaltet, als wir in den.SchlntzbeMrkungen vor einigen Monaten andeuten konnten. --

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