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Im deutschen Reich · 1919-05-01 · Heft 5 (Mai 1919) · p. 209

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
25 (1919)
Issue
Heft 5 (Mai 1919)
Article
[Ohne Titel] / B. S.
Date
1919-05-01
Page
209 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Jüdische Rundschau 209 solche Ansprüche gar nichi und können es auch nicht. Die etwa 90000 Juden, die setzt in Palästina wohnen, mitsamt denen, die in den nächsten Jahren dorthin etwa werden einwandern wollen und können, hätten gar nicht die Kraft, auch nur einen winzigen Miniaturstart zu bilden; was sie brauchen, ist die Möglichkeit wirtschaftlicher Betätigung und kultureller Entwicklung. Ein unabhängiges Staatswesen brauche n sie nicht, das würde sie mit irr Streitigkeiten verwickeln und ihnen Lasten auferlegen, die sie nicht zu tragen imstande wären und die nur die Einwanderung gefährden könnten. Nur die in Land du re - ft b i e re »denZi o n i st e »füh r e r streben nach einem Indenftaat. Der Judenstaat ist ein Schlagwort, welches imstande ist, die Gemüter der Juden in der ganzen Welt zu blenden und irrezuführen, während eine einfache Einwanderung und Ansiedelung als etwas Prosaisches erscheint, das keinen Zauber aut die Phautasie ausübt. England spiegelt dem Juden den „Judenstaat" vor, führt sie mit Vorbedacht irre, und schasst schon jetzt künstlich einen Gegensatz zwischen Juden und Arabern in Palästina, um beide Völkerschaften gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen und beide um so leichter zu beherrschen. Der Emir Faissul spielt offenbar ein Doppelspiel. Es ist noch nicht ausgemacht, ob England oder Frankreich die Oberhoheit über Syrien und Palästina erhält. Der künftige König oder Kronprinz will es einstweilen mit keiner dieser beiden Mächte verderben. Wie es England wünscht, schreibt er an den Zionistensührer einen Brief, der sich so deuten läßt, daß ihm die zionistischen Plane äußerst willkommen seien. Und wie Frankreich es wünscht, läßt er sich dahin vernehmen, daß er einen Judenstaat energisch ablehnt. Aber die Franzosen sind trotzdem nicht gut auf ihn zu sprechen. Sia stellen ihn als einen dunklen Ehrenmann hin. Herr Franklin- Bouillon, der Vorsitzende des Kammerausschuffes für auswärtige Angelegenheiten, machte, wie die „Frankfurter Zeitung" vom 7. April berichtet, der Kammer die unbequeme Eröffnung, daß der Emir Faissul, der auf der Friedenskonferenz mit solchem Nachdruck für die Einigung der arabischen Rasse kämpfe, „v o n E n g l a n d b e z a h! t w i r d u n d i n P a r i s v o n eiwem engli scheu Monatsgehalt lebt" .... Vielleicht täten Dr. Frankfurter mrd die anderen Zionistenführer gut, sich 'diesen neuesten Beschützer der jüdischen Nation etwas naher anzrrsehen.' ' ' * ' Palästina und Aegypten. Die ganze zionistische Presse ist ' voll enthusiastischer. Kundgebungen für England,. als Herr - zu- Wnftigen Mandatar des Völkerbundes-in-der Oberhoheit über

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